Konzert am 23.11.96
pas encore plus (1995/96)
Music for a while (1994/95)
ruin (1994/95)
Aufgewachsen in Berlin absolvierte sie zwischen 1983 - 91 ein Kompositionsstudium an der Hochschule der Künste Berlin bei Frank Michael Beyer und Gösta Neuwirth und belegt gleichzeitig die Fächer Musikwissenschaft, Philosophie und Kunstgeschichte an der Technischen Universität Berlin. Anschließend absolvierte sie ein ergänzendes Kompositionsstudium bei Hans Zender an der Musikhochschule in Frankfurt/Main. Seit 1983 Lehrtätigkeit in den Fächern Kontrapunkt, Harmonielehre und Analyse, zunächst an der Berliner Kirchenmusikschule, anschließend an der Hochschule der Künste in Berlin. Von 1992-94 lebte sie in Paris, zunächst als Stipendiatin an der Cité des Arts, anschließend als Teilnehmerin am Informatik- und Kompositionskurs des IRCAM. Seit 1994 lebt Mundry als freischaffende Komponistin in Wien und hat seit 1996 eine Professur für Tonsatz und Komposition an der Musikhochschule in Frankfurt am Main inne. An Preisen und Stipendien erhielt sie u.a. den Boris Blacher-Preis, das Förderstipendium der Musikhochschule Frankfurt/Main, den Kompositionspreis Berlin, den Schneider-Schott Preis und den Kranichsteiner Musikpreis der Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik. Mundrys kompositorische Arbeit konzentrierte sich bisher auf verschiedene kammermusikalische Besetzungen, teilweise unter Einbeziehung von Elektronik, und wurde u.a. vom Ensemble Recherche, dem Klangforum Wien, dem Ensemble Modern und dem Quatuor Simon aufgeführt. Über pas encore plus, das 1995/96 als Auftragswerk des SCHÖMER-HAUSES entstanden ist, schreibt die Komponistin:
Die annähernd fünfteilige Komposition besteht aus Polyphonien, Teilen in Teilen, Ordnungen, die zur Unordnungen werden, Wegen, die sich verzweigen und Verzweigungen, die wieder zusammenfinden. Nach seinem Kompositionsstudium bei Eric Gaudibert am Genfer Konservatorium studierte Jarrell bei Klaus Huber an der Musikhochschule in Freiburg. Zwischen 1986-88 lebte er in Paris und sammelte am IRCAM seine ersten Erfahrungen mit elektronischer Musik. 1988-89 war er Stipendiat der Villa Medici (Rom-Preis) und 1991-93 "Composer in Residence" beim Orchestre National de Lyon. Seit 1993 ist Kompositionsprofessor an der Wiener Musikhochschule. Jarrells Werkkatalog umfaßt vorwiegend Kompositions für Ensembles, darunter sieben Assonances und viele Werke für Singstimme. In den letzten Jahren entstanden Passages (1992-93) für großes Orchester, Rhizomes (1993) für zwei Schlagzeuger, Klavier und Live-Elektronik und das Monodram Kassandra (1993-94), das 1994 in Paris erfolgreich uraufgeführt wurde und auch bei dem diesjährigen Festival "Wien modern" gegeben wurde. An weiteren Preise und Auszeichnungen erhielt er den Beethoven-Preis (Bonn 1986), den Gaudeamus-Preis (Amsterdam 1988) und den Preis der Siemens-Stiftung (1990). Über Music for a while schreibt der Komponist:
Dieses Werk hat einen direkten Bezug zu einer Arie aus dem musikalischen Drama "Ödipus" von Henry Purcell. Nach einem Genetikstudium am University College in London studierte Richard Barrett Komposition bei Peter Wiegold. Mit seinen Kompositionen gewann er 1986 den angesehenen "Kranichsteiner Musikpreis" der Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik und den "Gaudeamus-Preis" (Amsterdam 1989) für junge Komponisten. Gemeinsam mit Roger Redgate gründete er 1984 das "Ensemble Exposé". Neben seiner kompositorischen Tätigkeit tritt er mit Paul Obermayer im Improvisationsduo FURT auch als Live-Performer von elektronischer Musik hervor, daneben auch als Mitspieler von George Lewis und Evan Parker. Seit 1993 lebt er in Amsterdam, wo er am "Instituut voor Sonologie" des Konservatoriums in Den Haag unterrichtet und daneben ein Forschungsprojekt über Live-Elektronik am Amsterdamer STEIM-Studio durchführt. An letzten Arbeiten seien negatives genannt, ein fünfteiliger Zyklus für 9 Musiker, zu nennen, das vom australischen "Elision Ensemble" auf CD aufgenommen und auch während des diesjährigen Festivals "Wien modern" gespielt wurde. Weiters das Orchesterstück Vanity, das im Januar 1995 mit BBC Orchestra unter Arturo Tamayo in London seine Uraufführung erlebte. Über ruin, das 1995 als Auftragswerk des SCHÖMER-HAUSES entstanden ist, schreibt der Komponist:
Dieses Werk bildet den elften und letzten Teil einer Reihe von Kompositionen, die unter dem gemeinsamen Titel Fictions firmieren und deren Besetzungen vom Solo bis zu einem 18köpfigen Ensemble reichen.
Übersetzung aus dem Englischen: KHE
Das Klangforum Wien, 1985 von Beat Furrer gegründet, ist inzwischen das wichtigste Solisten-Ensemble für zeitgenössische Musik in Österreich. Weit über 80 Projekte verzeichnete der Saisonplan 1995/96, exemplarische Konzerte und Produktionen sind für die MusikerInnen des Klangforum zum unverzichtbaren Standard geworden. Spartenüberschreitende Projekte mit Tanz, Bildender Kunst und Literatur sowie regelmäßige didaktische und animatorische Arbeit gehören ebenso zum Selbstverständnis des Ensembles wie die kontinuierliche Konzerttätigkeit in den wichtigsten Musikzentren. Im Zuge der rasant wachsenden Reputation gastiert das Klangforum Wien in der Saison 1996/97 auf den großen Podien der Musik (Salzburger Festspiele, Bregenzer Festspiele, Wittener Tage für Neue Musik, Schleswig Holstein Festival) und bestreitet einen programmatisch ambitionierten Zyklus im Mozart-Saal des Wiener Konzerthauses. Weitere Stationen sind u.a. Bonn, Berlin, New York, Frankreich, Italien und Japan. In diesem Kontext ist die regelmäßige Zusammenarbeit mit den Dirigenten Neuer Musik ein unverzichtbarer Bestandteil des neuen Selbstverständnisses. Als österreichisches Ensemble, dessen Kern aus 21 Musikern besteht, möchte das Klangforum Wien eine intensive Auseinandersetzung mit den unterschiedlichsten ästhetischen Façetten des zeitgenössischen Komponierens realisieren - unter dem Blickwinkel rein qualitativer Orientierung, um damit den Werken der Moderne ein Forum authentischer Aufführungspraxis zu bieten sowie einer interessierten Öffentlichkeit verbindliche Möglichkeiten der Rezeption zu vermitteln. Vom Programm und Idee her sucht das Ensemble ständig nach ästhetischem Neuland, indem es die Moderne als ein unabgeschlossenes Projekt begreift. Gleichzeitig ist die regelmäßige Auseinandersetzung mit den zentralen Werken der klassischen Moderne, insbesondere der Zweiten Wiener Schule, ein unverzichtbarer Strang der künstlerischen Praxis. Zentral für das Selbstverständnis der Musiker ist die kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen Komponisten und Interpreten. Durch die künstlerische Mitsprache der Instrumentalisten wird ein demokratisches Forum geschaffen, das sich von traditionell hierarchischen Strukturen in der Musikpraxis abhebt. Damit hat sich neben der musikalischen Kommunikation eine energievolle und lustvolle Basis für das Miteinander-Arbeiten entwickelt.
Nach seinem Studiums am "Conservatoire National Supérieur de Musique" in Paris errang Pascal Rophé den zweiten Platz beim Internationalen Dirigentenwettbewerb in Besançon. Seine musikalische Fähigkeiten stellt er vor allem in den Dienst der Musik des 20. Jahrhunderts und arbeitet mit erstklassigen Ensembles wie dem Pariser Ensemble InterContemporain (dessen zweiter Dirigent er zwischen 1993 bis 1994 war), dem italienischen Ensemble Varèse und dem Ensemble L'Itinéraire, dessen Haupdirigent er seit 1994 ist, zusammen. Darüber hinaus leitete er auch das französischen Orchestre National, das Symphonieorchester von Radio France und die Orchester von Lyon, Toulouse, Montpellier und Lille. Er dirigierte das finnische Ensemble Avanti ebenso wie das BBC Symphonie Orchestra und das Radiosymphonieorchester Frankfurt. Zuletzt dirigierte er bei den Salzburger Festspielen und hob kürzlich eine Oper des französischen Komponisten Michaël Levinas beim Straßburger Musica Festival aus der Taufe. |
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Updated: 10 Dec 2001