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KLÄNGE EINER AUSSTELLUNG
Ein "Radiokolleg" von Alexandra Faber Ö1 08.-11.09.2003
Im Museum Sammlung Essl in Klosterneuburg werden regelmäßig Konzerte gegeben. Die Verbindung zwischen Malerei und Musik war von Anfang an Programm. Schon vor der Eröffnung des Museumsneubaus im Jahre 1999 stand fest, dass Musik ein wesentlicher Bestandteil der Ausstellungen sein wird, erklärt Karlheinz Essl, Komponist und Musikintendant des Hauses. "Als das Haus geplant wurde stand bereits fest, dass hier Architektur, Bild und Musik gleichermaßen eine Rolle spielen sollen. Ein Vorläufer zu diesem Konzept war das SCHÖMER-HAUS, das ebenfalls von Heinz Tesar erbaut wurde. Dort gibt es seit Beginn, also 1987, eine Konzertreihe mit Neuer Musik, die ich kuratiere. Tesar hat diese Konzerte immer sehr geschätzt, weil dadurch auch der Raum akustisch erfahrbar wird. Als nun die Idee zum Museumsneubau der Sammlung Essl entstanden ist, hat er dezidiert den Wunsch geäußert, dass die Ausstellungsräume nicht nur Bilder beherbergen, sondern auch Neue und Neueste Musik. Der Ausgangspunkt für mein Musikprogramm sind die Raumkonzepte von Heinz Tesar, die danach schreien, mit Bildern und Klängen erfüllt zu werden." "Weil unser Kunsthaus noch so neu ist, ist es noch nicht mit bestimmten Inhalten konnotiert. Im Unterschied etwa zum Wiener Konzerthaus, wo es eine lange Tradition seit 1904 mit einer unglaublich reichen Geschichte gibt. Unser Haus hingegen besteht erst seit wenigen Jahren. Darin gibt es großartige Kunstwerke, wunderbare Räume, aber keine von aussen herangetragene Erwartungshaltung was die Musik anlangt. Das ist auch der Grund, warum wir hier Musikrichtungen spielen, die im Konzertleben sonst nicht so stark vertreten ist, da sie gar nicht in die traditionellen Konzertsäle passen und deshalb nach alternativen Spielstätten verlangen. Grenzbereiche wie improvisierte Musik, elektronische Musik, performance-orientierte Projekte mit Visuals und Tanz sind in der Sammlung Essl sehr gut aufgehoben. Es ist immer sehr bereichernd, hier mit Musikern zusammenzuarbeiten und sie zu begeistern, Projekte eigens für das Haus zu entwickeln." Ein Museumsbesucher, der primär wegen einer Ausstellung in die Sammlung Essl kommt, wird gewissermaßen im Vorbeigehen mit Neuer Musik bekannt gemacht. "Die Besucher kommen jetzt nicht immer wegen eines Konzertes ins Haus, sondern werden oftmals überraschend mit einem solchen konfrontiert. Und oft kann ich erleben, dass diese Menschen nachher zu mir kommen und mir berichten, dass sie gerade etwas noch nie Gehörtes erlebt haben, was sie sonst nie erfahren hätten. Und das halte ich für einen wichtigen Punkt: die Leute nicht mit einem herkömmlichen Konzertsituation zu konfrontieren (wo oftmals Hemmschellen existieren), sondern sie die Musik in einem künstlerischen Ambiente und in einer starken Atmosphäre erleben lässt. In einem solchen Kontext kann Musik und Klangkunst ganz frei wahrgenommen und gehört werden, ohne bestimmte Vorgaben." In ungezwungener Atmosphäre sitzen die Besucher auf Kissen am Boden oder suchen sich mit ihren Sesseln einen Platz im Raum. Die experimentellen Musikevents finden einmal im Monat in den Räumen der Sammlung statt. Bei der Auswahl der Projekte geht es Karlheinz Essl immer um eine Auseinandersetzung mit der Architektur und mit dem Raum. "Ich versuche in der Regel, keine fertigen Projekte einzukaufen, sondern Musiker mit den Räumen zu konfrontieren und sie dann ein Konzept ausarbeiten zu lassen." Mit dieser Konzertreihe mehr Besucher ins Museum zu locken und mehr Geld einzunehmen, sei hingegen sicher nicht das Ziel. "Da wir ein Privatmuseum sind, sind wir an keine Quoten geboten. Wir wollen in erster Linie faszinierende ästhetische Erlebnisse bieten. Zum Glück müssen wir keine Vorgaben von Subventionsgebern und keinen Bildungsauftrag erfüllen. Wir wollen den Menschen Erlebnisse bescheren, die sie anderswo vielleicht nicht bekommen. Und die Hoffnung schwingt immer mit, durch solche Erfahrungen möglicherweise auch so etwas wie Katharsis zu bewirken." |
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| gehö1t - Das Österreich 1 Magazin | Nr. 93 (September 2003) |
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Hohe Räume - weiße Wände. Zwei großformatige Bilder scheinen zu schweben - ohne Rahmen, ohne Begrenzung. Am Boden sitzen zwei Musiker auf Miniaturschemeln in fast kniender Haltung. Gunter Schneider und Barbara Romen haben ihre Gitarren auf den Boden aufgelegt, in blütenförmiger Anordnung. Während der Museumsbesucher seinen Blick über das intensive Orange und Creme-Grau-Weiß der vielschichtigen Gemälde gleiten lässt, Zentimeter für Zentimeter abtastet, erklingen pulsierende, an- und abschwellende Klangwolken vibirierender Gitarresaiten. Bild und Ton scheinen eine Einheit zu sein. An den Wänden: die meditativen Bilder Hubert Scheidls. Knapp darunter: die behutsamen Bewegungen der Musizierenden, die sanft die Metallstäbe, die zwischen die Gitarrensaiten geklemmt sind, in Schwingungen versetzen. |
Im Museum Sammlung Essl in Klosterneuburg ist die Verbindung zwischen Malerei und Musik Programm. Karlheinz Essl, selbst Komponist, lädt österreichische und internationale Musiker ein, um hier neue und neueste Musik zu präsentieren. "Wie das Haus geplant worden ist, war klar, dass hier Architektur, Bild und Musik gleichermaßen eine Rolle spielen sollen. Hier sollten nicht nur Konzerte stattfinden, sondern es sollte auch Platz für Klanginstallationen geben. Deshalb haben wir bereits in der Planungsphase spezielle Audio- und Datenleitungen verlegt."
Updated: 5 Jan 2004