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IMPULSE / REPONSE
Klang-Environment von Gerhard Eckel
zur Ausstellung VISIONS of AMERICA
20.10.2004 - 31.01.2005
Sammlung Essl - Rotunde
IMPULSE / RESPONSE ist ein Klangenvironment, das in die Rotunde, den Großen Saal und die angrenzenden Ausstellungräume der Sammlung Essl eingeschrieben ist. Die Arbeit verfolgt das Ziel, die vielschichtige akustische Situation in all ihren Farben und Nuancen aufleuchten zu lassen. Dafür wird ein speziell für diese Raumsituation konzipiertes und aufbereitetes Klangmaterial verwendet. Ein generativer Prozess lotet die verschiedenen Möglichkeiten der zeitlichen Anordnung der Klänge während der gesamten Dauer der Ausstellung “Visions of America” aus und produziert immer neue Varianten. Eine aus 4 Lautprechern gebildete akustische Antenne wirft die Klänge in verschiedenen Richtungen in die Rotunde, von wo sie auch die anderen Räume erreichen.
IMPULSE / RESPONSE ist eine Art Befragung des Raums mit musikalischen Mitteln. Die akustische Leere des Ausstellungsraums wird dabei durch eine spannungsgeladene Stille ersetzt.
Gerhard Eckel
Gerhard Eckel ist 1962 in Wien geboren. Sein Interesse am Klanglichen ist künstlerischer wie wissenschaftlicher Natur. Das Studium der Musikwissenschaft an der Universität Wien schließt er 1989 mit einer Doktorarbeit im Bereich der Psychoakustik ab. Lehrgänge an der Musikhochschule Wien (Elektroakustische Musik und Tontechnik) und Stipendien an ausländischen Studios (1985 am Instiuut voor Sonologie in Utrecht und 1987 am IRCAM in Paris) ergänzen seine Studien.
Eckels erste künstlerischen Arbeiten bewegen sich zwischen Improvisation im Analogstudio, digitalem Tonbandstück, elektroakustischer Performance und Konzertinstallation. Von 1987 bis 1989 arbeitet er unter der Leitung von Gottfried Michael Koenig und gemeinsam mit den Komponisten Karlheinz Essl und Ramón González-Arroyo an der Entwicklung von Koenigs Kompositionsprogramm Projekt III. In seinen wissenschaftlichen Arbeiten am IRCAM beschäftigt er sich seit 1989 mit der Konstruktion von Computerwerkzeugen für die Komposition, Klangsynthese und –visualisierung (ab 1993 in der von ihm gegründeten und geleiteten Abteilung Interfaces et represenations des sons). Am ZKM Karlsruhe entwickelt er 1992 gemeinsam mit González-Arroyo das Klangsythesesystem Foo.
Seine künstlerischen Arbeiten konzentrieren sich nun auf die Möglichkeiten der Klanginstallation, formale Offenheit für das Publikum erfahrbar zu machen. Die Beschäftigung mit den Themen Raum und Architektur (1995 und 2000 als Composer-in-Residence am Banff Centre for the Arts) führt zu einer intensiven Auseinandersetzung mit den Techniken virtueller und erweiterter Realität am Fraunhofer Institut für Medienkommunikation, an dem Eckel seit 1996 am Kompetenzzentrum Virtual Environments tätig ist (seit 2000 als stellvertretender Leiter). Es entstehen Klang- und Musikinstallationen für reale und virtuelle Räume, die bei internationalen Festivals, Konferenzen und Messen präsentiert werden (u.a. CeBIT, ICMC, Expo 2000, Donaueschinger Musiktage, Inventionen, Archipel). Seit 2001 koordiniert er das von ihm initiierte EU-Projekt LISTEN, das ein neues Medium definiert (immersive audio-augmented environment) und dieses wissenschaftlich wie künstlerisch auslotet. Am Elektronischen Studio der TU Berlin hat er 2002 die DAAD-Gastprofessur Edgar Varèse inne. Im selben Jahr unterrichtet er am Fachbereich Medienwissenschaft der Universität Paderborn. Gemeinsam mit dem Künstler Beat Zoderer, dem Dichter Oswald Egger und González-Arroyo entsteht 2003 als Abschluß von LISTEN die Installation Raumfaltung am Kunstmuseum Bonn. 2004 ist Eckel Artist-in-Residence in Krems an der Donau.
Updated: 8 Dec 2004
essl@eunet.at
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