DISTANCE OF THE MOON Tanzperformance von Bernd R. Bienert
Fr + Sa, 28. + 29.06.2002, 22:00 SCHÖMER-HAUS
Klosterneuburg
Bernd R. Bienert: Choreographie, Inszenierung,
Lichtdesign
Karlheinz Essl: Musik
Amanda Freyer: Kostüme
Peter Rezak: Licht
Martina Haager: Tanz
Kun-Chen Shih: Tanz
Karin Steinbrugger: Tanz
Mitglieder des tanztheater homunculus
Der Treppenturm des SCHÖMER-HAUSES, belebt
durch Lichtinterferenzen, bildet den Ort einer Tanzperformance:
die Distanz zwischen Erde und Mond als Metapher der Entfernung
des Menschen von sich selbst.
Zur Performance
Das SCHÖMER-HAUS bietet architektonische Finessen, die Künstler
gerne nützen. Schon 1989 hat der österreichische Choreograph
Bernd R. Bienert, der sich unter anderem durch seine Jelinek-Inszenierung
Wolken.Heim (1988, Schauspiel Bonn) einen Namen machte, den interessanten
Treppenturm des Hauses bespielt: „Visions Fugitives“
nach der Musik von Prokofjew. Nun, Jahre später, wird er
wieder diesen Treppenturm zum zentralen Element für seine
neue Arbeit „Distance of the Moon“ zur Musik des Komponisten
und Musikers Karlheinz Essl machen. Bereits als Ballettchef an
der Züricher Oper (1991 – 1996) überraschte der
Wiener Choreograf das Publikum mit eigenwilligen Kreationen und
Bühnengestaltungen, zu denen er renommierte Künstler
und Architekten einlud wie zum Beispiel Mario Botta, Aldo Rossi
oder Jean Nouvel.
Diesmal aber wird Bienert selbst für Lichtdesign und Bühne
verantwortlich zeichnen. Der Treppenturm im SCHÖMER-HAUS
wird durch eine Licht-Installation in eine bewegte Skulptur verwandelt,
zu der die Tänzerinnen, alle drei aus dem Ensemble der Wiener
Gruppe Tanztheater Homunculus, einen interessanten Kontrapunkt
bilden werden. Literarischer Ausgangspunkt bildet eine Erzählung
des italienischen Romanciers Italo Calvino über die Faszination
des Mondes: Eines Tages kommt der Mond der Erde so nahe, dass
die Menschen auf das Meer hinausfahren, um ihn zu besteigen. Eine
Frau kommt nicht mehr zurück. Ihr Geliebter fährt nun
jede Nacht auf die See, um den Mond zu betrachten, da er ihn an
seine Geliebte, die ihn verlassen hat, erinnert. (Gabriele Haselberger)
Maria Rennhofer DISTANCE OF THE MOON im Klosterneuburger SCHÖMER-HAUS
Ö1 Kulturjournal, 28.06.2002
Das SCHÖMER-HAUS
in Klosterneuburg ist heute und morgen Schauplatz einer aussergewöhnlichen
Tanzperformance. Der Wiener Choreograph Bernd Bienert, der sich
nach seinen Jahren als Ballettdirektor in Zürich und Saarbrücken
wieder in der freien Szene bewegt, hat unter dem Titel DISTANCE
OF THE MOON - nach einer Erzählung von Italo Calvino - eine
knapp einstündige Arbeit geschaffen, in der 4 Elemente wesentlich
sind: die Bewegung der Tänzer, das dominante Stiegenhaus
im Raum von Heinz Tesar, Musik von Karlheinz Essl jun. und vor
allem die spezielle Lichtregie. Maria Rennhofer mit ersten Eindrücken:
Der ganze Raum schwingt mit und spielt mit: Der an einen Käfig
erinnernde Turm im Zentrum des SCHÖMER-HAUSES wird zur magischen
Lichtskulptur. Zwei Tänzerinnen und ein Tänzer, von
Amanda Freyer in schwarz-weiße Kunstfiguren verwandelt,
bewegen sich auf und vor den Stufen. Ein Lichtpunkt auf dem Boden
nimmt in der Fantasie der Zuschauer die Gestalt des Mondes an,
auf den sich Bernd Bienerts Tanzperformance DISTANCE OF THE MOON
bezieht und mit der er gewissermaßen an eine frühere
Choreografie für den selben Ort anschließt.
Bernd R. Bienert: "Die Idee war folgende, dass man nach
dieser ersten Arbeit für das SCHÖMER-HAUS, die vor mehr
12 Jahren entstanden ist, ein neues Ballett macht und wieder den
Treppenturm - der so prominent in der Mitte thront - in den Vordergrund
rückt und das Oben und Unten herausstreicht. Dabei entstand
die Idee, die Erzählung von Italo Calvino "Die Entfernung
des Mondes" zu nehmen als Metapher für die Entfernung des
Menschen zu sich selbst."
Italo Calvino erzählt in einer seiner Geschichten, dass eines
Tages der Erde so nahe gekommen sei, dass die Menschen auf das
Meer hinausfuhren, um ihn zu besteigen. Ein Mann, dessen Geliebte
nicht wieder zurückkam, fährt seither jede Nacht auf's
Meer hinaus, um sich an sie zu erinnern. Bernd R. Bienert: "Mir
ging's weniger darum, die Geschichte konkret nachzuerzählen,
sondern mehr um die zwischenmenschlichen Beziehungen. Für
mich war's wichtig, dass die Assoziationen dem Zuschauer selbst
überlassen bleiben, und dass nicht konkret vorgegeben ist,
was man sich bei welcher Einstellung zu denken hat."
Mit Hilfe weißer Lichtstreifen, die auf die Gitterstäbe
des Stiegenhauses projiziert werden und in verschiedenen Richtungen
über diese halbtransparente, mehrschichtige Projektionsfläche
wandern, werden faszinierende Effekte erzielt, die nicht nur das
Licht in seine Spektralfarben zerlegen, sondern auch den Eindruck
von Sog, Bewegung und Gegenbewegung suggerieren und die Statik
des ganzen Raumes aufzulösen scheinen.
Karlheinz Essl hat dazu eine musikalische Grundlage geschaffen,
die aus voraufgenommenen Geräuschen, vokalen und instrumentalen
Passagen besteht und vom Computer zugespielt wird, wobei der Komponist
mit selbstentwickelter Software
quasi live den Musikablauf zum szenischen Geschehen steuert.
Karlheinz Essl: "Die Grundidee besteht aus dem Übergang
von Klängen und Geräuschen, die aus der Stimme abgeleitet
sind. Diese Stationen sind zunächst das ATMEN selbst, dann
die LAUTE bzw. Konsonanten, die - mit Vokalen versehen - zu SPRACHE
werden. Diese wird in einem weiteren Schritt musikalisiert und
geht in den GESANG über; dieser wiederum transzendiert sich
und sich in etwas transformiert, was man vielleicht als MUSIK
bezeichnen könnte."
Bernd R. Bienert: "Ich habe verschiedene Dinge in der Musik
von Karlheinz Essl gefunden. Zuerst aber habe ich den Tanz choreografiert
und dann festgestellt, welche Sequenzen es darin gibt und wie
lange diese dauern. Eigentlich entsteht die Musik - live gespielt
- jeden Tag wieder neu zu dem Ballett. Das einzige, was fest ist,
ist der Ablauf, den ich mit den TänzerInnen erarbeitet habe
und der auch sehr viel Improvisation beinhaltet. Die Bewegungen
sind nicht bloß Bewegungen, sondern sollen auch etwas mitteilen
über diese Person, und daraus entsteht dann dieses homogene
Ding, das von Karlheinz dann im Nachhinein sozusagen mit Musik
beschenkt wird."
Die drei ProtagonistInnen kommen übrigens vom Tanztheater
Homunculus. Insgesamt eröffnet diese Tanzperformance für
Bernd Bienert, der nicht nur als Choreograph, sondern etwa mit
der Inszenierung von Elfriede Jekineks "er nicht als er" am Wiener
Volkstheater auch als Regisseur reüssiert hat, neue Perspektiven
auch für seine weitere Arbeit.
Bernd R. Bienert: "Also ich denke, dass dies die Vorstufe
zu einer Oper ohne Worte ist: Eine Art Bewegungsinszenierung,
die etwas Opernhaftes hat aber kein Ballett ist, weil ich im vom
Tanz insofern wegkommen möchte, dass ich entweder - wenn
ich Tanz mache - zurückkehre zum klassischen Tanz mit einer
großen Kompanie und klassischer Musik. Aber das Tanztheater
selbst ist für mich zu ausgereizt."
Bernd Bienerts nächste Arbeit in Österreich könnte
übrigens wieder eine Regie sein. Details verrät er noch
nicht, nur so viel, dass es sich um ein neues Werk eines österreichischen
Autors handelt.
Ursula Kneiss DISTANCE OF THE MOON: Oper ohne Sänger
Bernd R. Bienert: Premiere im Schömer-Haus
in: DER STANDARD 28.06.2002
Klosterneuburg - Vor dreizehn Jahren brachte der Wiener Choreograf
Bernd R. Bienert im von Heinz Tesar geplanten SCHÖMER-HAUS
in Klosterneuburg als Auftragswerk der Familie Essl sein Ballett
Visions Fugitives heraus. Heute gelangt zur Musik von Karlheinz
Essl Distance of the Moon zur Uraufführung. In den Jahren
dazwischen hat der ehemalige Staatsoperntänzer Bienert internationale
Karriere gemacht:
Seine Werke finden sich im Repertoire sämtlicher europäischer
Kompanien; er reüssierte als Ballettdirektor der Zürcher
Oper (1991-1996), wo er dank seiner überlegten Programmgestaltung,
seiner eigenwilligen Kreationen und der Zusammenarbeit mit renommierten
Architekten wie Renzo Piano oder Jean Nouvel überregionales
Interesse erweckte. Weniger glücklich verlief sein 1999 angetretenes
Engagement am Saarländischen Staatstheater in Saarbrücken,
aus dem er wegen Differenzen vorzeitig ausstieg.
Heute schätzt der vielseitige 40-jährige Künstler
das freie Schöpfen. Und Distance of the Moon darf man vielleicht
als Vorgeschmack auf Zukünftiges betrachten. Bienert: "Von
Anfang an habe ich immer wieder literarischen Texte in Szene gesetzt.
Was mir heute vorschwebt, ist Oper ohne Sänger zu machen.
Texte kann man ja auch durch Computerstimmen, Bewegung und Licht
vermitteln." In diese Richtung geht das Stück, wofür
sich Bienert von einer Erzählung über die Faszination
des Mondes von Italo Calvino inspirieren ließ.
Dabei wird der das ovale Atrium des Bürogebäudes beherrschende
doppelseitige Treppenturm zum visuellen Zentrum. Das Stiegenhaus
mutiert zur bewegten, verklärten Skulptur, in der Martina
Haager, Kun-Chen Shih und Karin Steinbrugger ihre Aktionen setzen.
Laut Bienert wird die Geschichte nicht konkret erzählt. "Mich
interessiert viel mehr, welche Konstellationen sich da im Raum
ergeben. Die Tänzer agieren nach einem vorgegebenen Konzept
mit Momenten der Improvisation." Ähnlich verhält es
sich mit Karlheinz Essls Musik. Dazu der Komponist: "Es
gibt eine Grundstruktur, und doch entsteht die Musik im Moment,
in Reaktion auf die Tänzer."
Andrea Amort Theatralische Sehnsucht im Essl-Stiegengehäuse
KRITIK: Bernd R. Bienert inszenierte "Distance of the Moon" im
Schömer-Haus
in: Kurier 30.06.2002
Fast scheint es, als kehre er zurück zu seinen Wurzeln.
Bernd R. Bienert hat vor vielen Jahren im kunstvollen Bau des
SCHÖMER-HAUSES in Klosterneuburg eine Tanzperformance gestaltet.
Nun ist der ehemalige Ballettdirektor der Züricher Oper wieder
Gast der Essl-Familie.
„Distance of the Moon“ ist der Titel des 40-minütigen
Werks nach einer Erzählung von Italo Calvino, das eine gelungene
Gesamtwirkung aus sphärisch-starker Musik von Karlheinz Essl,
berauschendem Lichtdesign und der Präsenz der Tänzer
Martina Haager, Karin Steinbrugger und dem fabelhaften Kun Chen
Shih (alle tanztheater homunculus) erreichte.
Von der Zerrissenheit des Menschen, von der Abspaltung seines
wahren Ichs, von Sehnsucht und Verlorenheit mag die Performance
erzählen, deren Lichtstrahlen aus dem dekorativen, zentral
angelegten Stiegengehäuse einen bewegten Raum machen. Ein
gleißendes Gebilde, das die Wahrnehmung verschiebt und das
sich anfangs im Zeitlupentempo bewegende Tänzer-Trio zunehmend
in sich aufnimmt.
Fast überflüssig wirken da die geschminkten Masken und
Kostüme (Amanda Freyer), die den Darstellern einen nostalgischen
Anstrich verleihen, den weder die Musik noch die Choreografie
in sich trägt. Letztere entwickelt sich allmählich und
erreicht wie Essls intensiv werdendes Klangrauschen durch die
Lichtinterferenzen seine volle Wirkung. Ein knappes, stupend getanztes
Solo von Shih verweist auf dichten, choreografischen Gehalt. Scheinbar
mühelos zieht sich der Tänzer am Schömer-Gebilde
hinauf und entgleitet. Man war doch noch am Mond gelandet.
Ditta Rudle Gesamtkunstwerk - vom Mond inspiriert
Bernd Bienert inszenierte „The Distance of the Moon“
am 28. Juni im Schömer-Haus
in: tanz.at
09.07.2002
An den Mond zu denken und nicht von romantischen Gefühlen
erfüllt zu sein, das gelingt wohl nicht einmal beinharten
Weltraumtechnikern. Dem Choreografen Bernd Bienert so wie so nicht.
Ist auch gar nicht notwendig, wenn er den Treppenturm im Schömer-Haus
(Klosterneuburg) in wechselnde Lichtkaskaden taucht und zur Musik
von Karlheinz Essl Mitglieder des Tanztheater Homunculus die Distanz
zwischen Erde und Mond überwinden lässt.
„Distance of the Moon“ nennt Bienert seine Choreografie,
eine speziell für die Architektur von Heinz Tesar erdachte
Performance. Als Ausgangspunkt hat Bienert eine Mond-Erzählung
von Italo Calvino gewählt, doch wen scheren die Inhalte in
einer Sommernacht, wenn die Musik rauscht, die Lichter glühen
und die TänzerInnen zwischen Himmel und Erde schweben?
Der doppelläufige Treppenturm mit seinen runden Durchbrüchen
und Ausblicken, von Bienert schon einmal durch eine Choreografie
zur Bühne gemacht, verführt zu vertikal angelegten Bildern.
Tänzer Kun-Chen Shih gelang es quasi die Schwerkraft zu besiegen
und mühelos die Distanz zum metaphorischen Mond zu überwinden.
Seine Partnerinnen, Martina Haager und Karin Steinbrugger, bewegten
sich als nicht nur in der Größe unterschiedliche fremdartige
Wesen ebenfalls auf mehreren Ebenen, lockten und ließen
sich verlocken und konnten besonders in den Terzetten zeigen,
dass sie auch mit ungewöhnlichen Auftrittsbedingungen zurecht
kommen. Vor allem wenn er die Tänzerinnen mit Kun-Chen Shih
zum Trio vereinigte, zeigte sich Bienert als einfallsreicher Choreograf,
selbst wenn ihn an diesem Abend eindeutig mehr das Spiel des Lichtes
fesselte, als das der TänzerInnen. Bernd Bienerts Lichtchoreografie
war ein integrierter Bestandteil der Performance, so wie der spezielle
Ort. Atemberaubende optische Täuschungen verwandelten das
Treppenhaus in ein virtuelles Schloß, versetzten es in Bewegung,
als wären die Treppen und Fenster, Gitterstäbe und Etagen
ein lebendiges Wesen. Die Effekte ließen die TänzerInnen
in ihren schwarzweißen Kostümen (Amanda Freyer) zu
unwirklichen Wesen werden, unversehens verschwindend, um ganz
anderswo überraschend wieder aufzutauchen. In diesem künstlichen,
unwirklichen Raum tat sich ein weiterer auf: die Musik von Karlheinz
Essl. Romantisch trotz Live-Elektronik und computerunterstützter
Kompositionstechnik und nicht neben, vor oder über dem Tanz
herlaufend, sondern in perfekter Einheit.
Nur an zwei Abenden war diese Performance zu sehen, ein festliches
kleines Gesamtkunstwerk. Überdies: ausreichend geprobt, nicht
sinnlos zerdehnt und das Publikum nicht manipulierend, sondern
ihm jenen Freiraum einräumend, den es zum Träumen und
Begreifen benötigt. Romantik kann durchaus künstlerisch
und durchaus zeitgemäß sein.
Ausführende
Bernd R. Bienert (* 1962 in Wien)
Ballettausbildung an der Wiener Staatsoper. Als
Solotänzer tritt er dort u.a. mit Rudolf Nurejew auf.
1982 Engagement am Nederlands Dans Theater (Den Haag). 1983
Rückkehr an die Wr. Staatsoper, wo seine erste Arbeit
"Alpenglühn" (Musik: Thomas Pernes) uraufgeführt
wird, bei der er neben Inszenierung und Choreographie auch
das Bühnenbild die Kostüme entwirft. 1985 erste
Arbeit für die Salzburger Festspiele unter Herbert von
Karajan. Zahlreiche Uraufführungen im In- und Ausland.
1991 Ballettdirektor und Chefchoreograph am Opernhaus Zürich.
1999 Ballettdirektor und Chefchoreograph am Staatstheater
Saarbrücken.
Zusammenarbeit mit bedeutenden Regisseuren (Götz Friedrich,
Alfred Kirchner), Bühnenbildnern (Hans Schavernoch, Erich
Wonder), Schriftstellern (Elfriede Jelinek, Gert Jonke und Herbert
Rosendorfer), Komponisten (Thomas Pernes, Roman
Haubenstock-Ramati, Luciano Berio, Olga Neuwirth, Karlheinz
Essl), Architekten (Mario Botta, Hans Hollein, Jean Nouvel,
Renzo Piano und Aldo Rossi) und Künstlern (Jürgen
Messensee, Peter Kogler).
Zahlreiche Gastspiele, TV -, Film-, Ausstellungs- und Crossover-Projekte
u.a. in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Italien, Frankreich,
Belgien, Holland, Griechenland, Spanien, Ungarn, Türkei,
Polen, Marokko, Luxemburg, den USA, Thailand, Korea und Japan.
Darüber hinaus gehend beschäftigt sich Bienert auch
mit Inszenierung und Lichtdesign, schreibt Bühnenstücke
und tritt als Designer (Lampen, Schmuck) in Erscheinung.
Kompositionsstudium bei Friedrich Cerha an der
Wiener Musikhochschule. Musikwissenschaftstudium an der Universität
Wien (Promotion 1999 mit einer Dissertation über Anton
Webern). 1990-94 Composer-in-residence bei den Darmstädter
Ferienkursen für Neue Musik. 1992/93 Realisierung eines
Kompositionsauftrages am IRCAM (Paris). Seit 1993 Musikintendant
der Sammlung Essl, seit 1994 unterrichtet er "Computer Aided
Composition" am Studio for Advanced Music and Media Technology
des Bruckner-Konservatoriums in Linz.
Neben Instrumentalwerken und Kompositionen mit Live-Elektronik
auch Realtime-Kompositionen, Improvisationskonzepte, Klanginstallationen,
"site"-spezifische Musik- und Raum-Performances sowie Internet-Projekte.
Ständige Auftritte als Live-Performer mit seinem selbstentwickelten
computerbasierten Meta-Instrument m@ze°2
(Modular Algorithmic Zound Environment).
Aufführungen bei zahlreichen internationalen Musikfestivals,
u.a. WIEN MODERN, Musikprotokoll, Ars Musica (Brüssel), Presence
(Paris), Sonar (Barcelona), Convergence Festival (New London),
Ensemblia (Mönchengladbach), Musica (Strasbourg), ISEA (Chicago),
Salzburger Festspiele, First Iteration (Melbourne), Fuori di qui
(Rom), 10th Florida Electroacoustic Music Festival, Electronic
Music Convention of Switzerland (Bern), New Zealand Festival (Wellington)
etc.
Zusammenarbeit mit Ensembles wie: Arditti Quartet (London), Ensemble
Modern (Frankfurt), Klangforum (Wien), Het Nieuw Ensemble (Amsterdam),
Ensemble InterContemporain (Paris), Ensemble 2e2m (Paris), Champ
d'Action (Antwerpen), Elision Ensemble (Australien), Radio Symphonieorchester
Wien und zahlreichen Musikern aus der freien Improvisations- und
Elektronikszene.
Amanda Freyer
Geboren 1971 in Berlin. 1992 Studium der Politologie und Geschichte
an der Freien Universität Berlin. 1993 Studium an der Hochschule
der Künste Berlin, Fachbereich Bühnenkostümbild.
Zusammenarbeit als Bühnenbildnerin und Kostümbildnerin
mit Achim Freyer und Bernd R. Bienert an Opernhäusern und
Theatern in Berlin, Saarbrücken, Leipzig und Schwetzingen.
2002 Kostüme für die Uraufführung der Oper "Macbeth"
von Salvatore Sciarrino (Schwetzinger Festspiele und Oper Frankfurt).
Martina Haager
Geboren in Linz. 1992-96 Studium der Kunstgeschichte und der Theaterwissenschaften
an der Universität Wien. 1993-96 Bühnenbildassistenz
an zahlreichen Wiener Bühnen. 1996-2000 Tanzausbildung am
Konservatorium der Stadt Wien, erreichte 1999 den 3. Platz beim
ÖTR-Contest in der Kategorie "Modern". Intensive Beschäftigung
mit unterschiedlichen modernen Tanztechniken im Rahmen von Kursen
und Workshops. Zusammenarbeit mit dem Videokünstler Friedrich
Scheichl. Seit 2000 Ensemblemitglied des tanztheater
homunculus.
Kun-Chen Shih
Geboren in Taiwan. 1985 Abschluss des Municipal Junior Teacher's
College (Taiwan) zum Musiklehrmeister. 1989 Auszeichnung als "talentiertester
Tänzer" im Nationaltheater Taiwan. 1990-94 Ensemblemitglied
bei "Dr. Liu Fong-Shue's Neo-Classic Dance Company". Teilnehmer
des "American Dance Festivals". 1992 sowie 1994/95 Stipendium
des "National Endowment for Culture and Arts" für ein Forschungsprojekt
mit Sebastian Prantl. 1994-98 Ensemblemitglied des "Tanz Atelier
Wien". Gasttänzer bei Silvia Both (Tanz 2001) und Birte Brudermann
("Monde" 2002). Seit 1999 Ensemblemitglied des tanztheater
homunculus.
Karin Steinbrugger
Geboren in Klagenfurt. Ausbildung für Modernen Tanz am Konservatorium
der Stadt Wien. Gasttänzerin bei der Companie Smafu ("Zeitgeister").
Auftritte in Brasilien, Polen, Deutschland und Österreich
mit dem Tanztheater Luz ("Straßenkinder"). Ehemaliges Mitglied
der Companie Im Tanz. Eigene Choreographien: "Spin" (WUK - Neuer
Tanz), "Urga" (dietheater Künstlerhaus und Museion, Bozen),
"Radio Rosa" - Projekt für Text und Tanz, "mffm" (Theater
des Augenblicks). Seit 1999 Ensemblemitglied des tanztheater
homunculus.