Das Pierrot Lunaire
Ensemble Wien® führt uns heute abend auf eine
Weltreise durch die Musik unserer Tage. Zu hören sind taufrische
Werke, die von sehr unterschiedlichen KomponistInnen auf vier
Kontinenten geschrieben wurden. Zwei Stücke sind eigens für
diesen Abend komponiert worden und erleben hier ihre Uraufführung:
Y los oros la luz der Mexikanerin Ana Lara sowie Blindsight des
in Neuseeland lebenden Michael Norris.
Dieser Abend bietet die seltene Möglichkeit, das Pierrot
Lunaire Ensemble Wien® – das seine rege Konzerttätigkeit
vor allem auf ausgedehnten Auslandstourneen entfaltet –
in Klosterneuburg zu hören.
Die beiden oben erwähnten KomponistInnen, deren Werke heute
ihre Uraufführung erleben, sind im wahrsten Sinne des Wortes
„aus allen Richtung“ – aus Südamerika und
dem Pazifikraum – angereist.
Ich wünsche Ihnen spannende und mitreißende Hörerlebnisse
auf unseren gemeinsamen Klangreise durch die ganze Welt!
Univ.-Prof. Dr. Karlheinz Essl
Musikintendant der Sammlung Essl
Programm
Ricardo Nillni (Argentinien): Twist
für Flöte, Klarinette, Violine, Violoncello und
Klavier
John Palmer (England): Theorem
für Violine, Violoncello und Klavier
Ana Lara (Mexiko): Y los oros la luz - Uraufführung
für Flöte, Klarinette, Violine, Violoncello und
Klavier
Xiaoyong Chen (China): Evapora
für Flöte, Klarinette, Violine, Violoncello und
Klavier
Michael Noris (Neuseeland): Blind Sight - Uraufführung
für Flöte, Klarinette, Violine, Violoncello und
Klavier
Annette Schlünz (Deutschland): Weiter
Musik für Flöte, Klarinette und Klavier
Blai Soler (Spanien): Set-punt-u
für Flöte, Klarinette, Violine, Violoncello und
Klavier
Ana Lara: Y los oros la luz - world premier
SCHÖMER-HAUS, 25 April 2009
Pierrot Lunaire Ensemble Wien®
Michael Norris: Blindsight - world premier
SCHÖMER-HAUS, 25 April 2009
Pierrot Lunaire Ensemble Wien®
WERKEINFÜHRUNGEN
Ricardo Nillni: Twist
Seit mehreren Jahren reflektieren meine Werke die Absicht,
eine dialogische Spannung zwischen Tonmaterial und Schrift zu
erzeugen. Der Gedanke von Twist, der all meine Stücke durchzieht,
verweist zunächst auf das Tonmaterial: Dieses ist, in seinen
verschiedenen Texturen, seinen Übergängen in Angriff
und Herrschaft hinausweisend über den expressiven Elan, das
strukturelle Skelett meiner Werke. Im Gegensatz zu einem Vorgehen,
das die Organisation der Höhen derjenigen der “Qualität
der Oberflächen” vorzieht - welche nur passive Erscheinungen
wären als Ergebnis einer mehr oder weniger gelungenen Zusammenstellung
- ziehe ich vor, die Schrift denjenigen Zwängen unterzuordnen,
die das instrumentale Tonmaterial auferlegt. Nun kann die Schrift
- weit entfernt davon, vom musikalischen Fortgang des Werkes unberührt
zu bleiben - sich jederzeit “befreien” und ihrerseits
eine dynamische Prozedur generieren, was im Hören einen Wechsel
des Winkels bewirkt, zugunsten einer diskreten Rezeption, wo zuvor
eine globale vorherrschte. Diese Prozesse erfahren mitunter beträchtliche
Verbreiterungen, so dass die Zeit zu gefrieren scheint; es entsteht
ein neuer Sinn im Twistgedanken: der der Zeit. Ein passendes Bild
ist das der paradoxen Dimensionen: das Objekt als Punkt, der infolge
von Verdickung oder Annährung zur Kugel wird, die ihrerseits
vergrößert wieder zum Punkt wird. Der Ausgangspunkt
hier ist die Fokussierung des Tonmaterials bis zu den Ton-Körnern;
diese erzeugen Schreibprozesse, die durch Dilatation oder zeitweilige
Kontraktion zum Material zurückkehren, damit der Zyklus aufs
Neue beginne...
John Palmer: Theorem (1995)
Ähnlich wie beim Satz des Pythagoras, wo aus zwei
gegebenen Größen eine dritte Komponente errechnet werden
kann, entfaltet sich diese Musik aus zwei melodischen Konfigurationen,
die sich unabhängig auf verschiedenen Instrumenten entwickeln,
um schließlich den Beweis dieses Satzes überzeugend
darzustellen. Stilistische Anklänge an Musik der Romantik
werden als emotionale und syntaktische Codes benutzt, die in ihrem
Erscheinen und Verschwinden während des Stücks mit¬einander
verwoben werden.
Ana Lara: Y los oros la luz (2008)
Y los oros la luz ist eine Verszeile aus einem
Gedicht der uruguayischen Poetin Idea Vilariño. Sie spricht
hier über Dinge wie Gold, Licht und Sonne, die vor unseren
Augen verschwinden, bevor wir sie überhaupt wahrgenommen
haben. Obwohl wir wissen, dass sie verschwunden sind, haben sie
doch Spuren in uns hinterlassen, manchmal auch schmerzhafte. Y
los oros la luz wurde auf Anregung von Karlheinz Essl für
das Pierrot Lunaire Ensemble Wien® geschrieben und ist meiner
Schwester María Pía gewidmet.
Michael Norris: Blindsight (2008)
Menschen haben eine fragile Beziehung zur Wirklichkeit:
Unsere Überzeugungen werden von un¬geordneten Sinneseindrücken
geformt, die unsere Synapsen durchfluten. Obwohl unsere Hirn in
der Regel recht gut damit zurechtkommt, indem es diese Informationsflut
eindämmt, offenbaren jedoch gewisse pathologische Umstände
die angreifbare Natur der Realität. – „Blindes
Sehen“ (auch Rindenblindheit genannt) ist eine Erkrankung,
bei der die Patienten optische Reize nicht erkennen können,
ihr Körper jedoch instinktiv darauf reagiert. Dies beschwört
ein musikalisches Bild herauf: Die beiden Bläser spielen
einfache akkordbezogene Gesten, die von den Streicher wie durch
einen Zerrspiegel reflektiert werden – „wahrnehmend,
ohne zu sehen“. Dem Klavier kommt die Funktion eines Verstärkers
zu, der hektische Signale durch die verworrenen Leitungen schickt
und damit statische Aufladungen im System freisetzt. – Blindsight
wurde auf Anregung von Karlheinz Essl für das Pierrot Lunaire
Ensemble Wien® geschrieben und wird am heutigen Abend uraufgeführt.
Annette Schlünz: Weiter (2000)
Das Stück entstand im Nachklang der Arbeit an
meiner Kammeroper TagNachtTraumstaub, in deren Probenprozess ich
noch eingebunden war. WEITER ist einerseits ein wichtiges Wort
der Oper und andererseits so etwas wie ein mich selbst anfeuernder
Aufruf zum weiterschreiben:
Ach, ein Horizont; läßt sich hinübersetzen?
Ein Horizont, wo Schwarz auf Schwarz trifft
Nie geschaut. Du Blick, Blick!-
Einen Horizont nie getroffen. Also
WEITER. Wie weit noch? Noch WEITER. ...
(Ulrike Schuster)
Die Komposition besteht aus drei jeweils gleich langen
Teilen, wobei sie am Ende scheinbar wieder zu den Anfangsklängen
zurückkehrt, aber diesmal wie in einem anderen Licht. Das
heißt, die das ganze Stück bestimmenden Klangverschmelzungen
bestehen aus neuen Farbanteilen. Absteigende Linien im Klavier,
immer um eine andere Achse drehend, finden ihre Töne in den
Bläsern weitergetragen, manchmal auch von flirrenden Floskeln
umspielt. Plötzlich Nervosität, Repetition, sich umkreisen:
auf dem Weg - hinab, hinauf - auf dem Weg. Nicht kennen, nicht
wissen. Treffen, vielleicht jemanden treffen, aber... und dann
Statik, deren Akkorde sich in die anfänglichen Linien in
Flöte und Klarinette auflösen und im „um-sich-selbst-kreisen”
verklingen, das Klavier begibt sich in andere Klangwelten. Die
Wege verzweigen sich. Weiter.
Xiaoyong Chen: Evapora (1996)
Evapora („Verdunstung”) entstand
als Auftragskomposition für die Deutsche Kammerphilharmonie
Bremen im Jahr 1996. Das Werk ist dreisätzig in der Abfolge
langsam – schnell – langsam. Klanglich sind der erste
und der letzte Satz verwandt, der Mittelsatz kontrastiert. Die
langsamen Sätze erwecken den Eindruck von gemächlich
verdunstenden Flüssigkeiten in heißer Sonne, während
der Mittelsatz eher Assoziationen zu dem Brodeln kochenden Wassers
aufkommen lässt. Der Komponist selbst schreibt, dass „Klang
– Nachhall – Nichts, Wolken – allmählich
verdünnt – allmählich unsichtbar”
Bilder sind, die in dieser Komposition eine Rolle spielten. Der
erste Satz vermittelt den Eindruck von Zeitlosigkeit. Das Tonmaterial
ist sehr reduziert, ein Pulsgefühl wird die meiste Zeit vermieden.
Der zweite Satz zeichnet sich durch einen durchgehenden Grundpuls
in Sechzehntel-, Achtel- oder triolischer Achtelbewegung aus.
Drei Arten von Figuren durchziehen das Stück: „brodelnde”
trillerartige Bewegungen, an Dampf gemahnende aufsteigende chromatische
Tonleitern und Tonrepetitionen, die das Bild von „Kondensationstropfen”
aufkommen lassen. Der letzte Satz erinnert an den ersten, ist
aber anders strukturiert. Im Mittelpunkt steht hier die Entwicklung
eines Tonraums aus einem Einzelton. Abgesehen von der Tonraumerweiterung
und so auch klanglichen Zunahme an „Raum”, ist hier
das Verklingen – „decrescendi al niente” –
ein zentrales Hörerlebnis.
Blai Soler: Set-u-punt (2007)
Das Werk gliedert sich in drei kontrastierende Sätze.
Der erste Satz ist auf einem rhythmischen Ostinato aus sechseinhalb
Schlägen aufgebaut, das die Entstehung einiger thematischer
Motive bewirkt. Diese schlagen sich in einer Flötenkantilene
nieder, die den musikalischen Diskurs vorantreibt. Der mittlere
Satz ist sowohl harmonisch wie auch melodisch sehr einfach gebaut
und von liturgischen Gesängen der Griechisch-Orthodoxen Kirche
inspiriert. Er ist in zwei Abschnitte geteilt: Eine Unisono-Einführung
von Klarinette, Klavier und Cello, gefolgt von einer einfachen
Flötenmelodie, die im Sinne eines Augmentationskanons von
der Klarinette imitiert wird. Der dritte Satz spielt mit den schroffen
Kontrasten zwischen rasender rhythmischer Aktivität und eingefrorenen
lang ausgehaltenen Linien. Harmonisch steht hier der Tritonus
F/H im Vordergrund. Der rhythmische Aspekt der Musik dominiert
die erste Hälfte; nach einem Höhepunkt beruhigt sich
die Musik wieder, ohne aber an Spannung zu verlieren.
Biographien
Ricardo Nillni
wurde 1960 in Buenos Aires (Argentinen) geboren. Er
studierte an der dortigen Universität bis 1985 Komposition;
zeitgleich nahm er Kompositionsunterricht bei Francisco Kröpfl
und arbeitete am Institut für elektroakustische Musik in
Buenos Aires (LIPM). 1986 erhielt er ein Stipendium der Rubin-Akademie
für die Arbeit im elektroakustischen Studio der Universität
Tel-Aviv. Seit 1987 lebt Nillni in Paris wo er am Conservatoire
National Supérieur de Musique weitere Studien bei Guy Reibel,
Gerard Grisey und Paul Mefano betrieb. Seine Ausbildung hat er
bei Franco Donatoni in Siena und im IRCAM abgeschlossen.
Von 2000 bis 2002 war Nillni Composer in Residence des Orchesters
der Picardie. Nillni hat zahlreiche internationale Preise erhalten,
darunter den TRINAC-Preis des Internationalen Musikrats für
Kamera-Zoom und den TRIME-Preis für Gaps; 1999 erhielt er
den Kompositionspreis der Stadt Wiesbaden.
John Palmer
Der 1959 in England geborene John Palmer studierte
Klavier in Zürich und an der Musikhochschule Luzern, wo er
sein Klavierdiplom erhielt. Er nahm an Kompositionskursen bei
Edison Denissow und Vinko Globokar teil. Seine Nachdiplomstudien
führten ihn zurück nach London, vorerst ans Trinity
College of Music, wo er sein Fellowship Diploma in Komposition
erhielt, dann an die City University, wo er seine Promotion abschliesst.
Er studierte auch die Kunst des Dirigierens bei Alan Hazeldine
an der Guildhall School of Music in London. Palmer nahm an weiteren
Studien bei Vinko Globokar an den Internationalen Meisterkursen
in Dartington (England), teil.
Palmer interessierte sich besonders für die Musik von Jonathan
Harvey, den er regelmässig über zwei Jahren konsultierte.
Er war auch mit John Cage befreundet, dessen Sinn für Klangexperimente
oftmals in Palmers Musik zu hören ist. In den 1970er Jahren
war er auch als Pianist in Bereich der Improvisation und experimentellen
Musik sehr aktiv. Seit 1980 hat John Palmer zahlreiche Werke für
Orchester und verschiedene kammermusikalische Besetzungen, sowie
Chormusik und elektroakustische Musik komponiert. Aufführungen
und Konzert¬tätigkeiten als Komponist, Pianist, Klangprojektionist
und Dirigent haben ihn durch Europa, Amerika und Asien geführt.
geboren 1959 in Mexico City. Sie studierte zunächst
am Conservatorio Nacional de Música bei Daniel Catán
und Mario Lavista. Danach setzte sie ihr Kompositionsstudium in
Warschau bei Wlodzimierz Kotonski und Zbigniew Rudzinski fort.
20034 schloß sie das Studium der Ethnomusikologie an der
Maryland University (USA) ab. 1993/94 war sie composer-in-residence
des mexikanischen National Symphony Orchestras und wurde mit nationalen
und internationalen Kompositionspreisen ausge¬zeichnet. Als
Komponistin schreibt sie vornehmlich Orchester-, Kammer- und Bühnenmusik,
die weltweit zur Aufführung gelangt. Daneben produziert sie
regelmäßig Rundfunksendungen über Neue Musik.
Seit 1998 ist sie die künstlerische Leiterin der internationalen
Festivals Música y Escena und des Festivals Internacional
Cervantino in Mexiko und veranstaltet Sommerkurse für junge
MusikerInnen. Ausserdem erteilt sie regelmäßig Kompositionsunterricht,
veranstaltet Analyseseminare und lehrt Musikgeschichte.
Xiaoyong Che
Xiaoyong Chen wurde 1955 in Peking geboren, wo er zunächst
Violine und von 1980 bis 1985 Komposition am Zentralkonservatorium
studierte. Direkt im Anschluss daran absolvierte er bis 1989 ein
Aufbaustudium bei György Ligeti an der Hochschule für
Musik und Theater in Hamburg. In seiner Musiksprache sind chinesische
Elemente deutlich zu finden, ohne auf Folklore zurückzugreifen,
aber ebenso die der europäischen Avantgarde mit Anklängen
an seinen Lehrer György Ligeti. Sein Europa-Debüt als
Komponist erlebte Chen 1987 bei den Donaueschinger Musiktagen
mit der Uraufführung des 1. STREICHQUARTETTS durch das Auryn
Quartett. Im Jahre 1992 wurde das Orchesterwerk DYEH... als Auftragswerk
des Südwestfunks Baden-Baden uraufgeführt. Im gleichen
Jahr erhielt Chen den Kompositionspreis des Forums Junger Komponisten
des WDR für seine Komposition YÜN für Sopran und
11 Instrumentalisten, die unter Peter Eötvös mit dem
Ensemble Modern in Köln aus der Taufe gehoben. Sein WARP
für Kammerensemble und das 1. STREICHQUARTETT gelangten im
Rahmen einer Tournee der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen 1994
in Amsterdam und Wien zur Aufführung. Die Deutsche Kammerphilharmonie
produzierte 1999 die Portrait-CD Invisible Landscapes. Im gleichen
Jahr schrieb er im Auftrag der Calouste Gulbenkian Foundation
das Orchesterwerk INTERLACED LANDSCAPES, welches mit dem Orquestra
Gulbenkian unter Muhai Tang auf einer Tournee durch China und
Portugal sieben Aufführungen erlebte.
Michael Norris ist ein neuseeländischer Komponist
aus Wellington. Er studierte Komposition an der Victoria University
of Wellington und der City University in London und nahm an internationalen
Kompo¬sitionskursen mit führende Komponisten wie Peter
Eötvös, Alvin Lucier, Christian Wolff und Kaija Saariaho
teil. Zur Zeit unterrichtet er Komposition an der New Zealand
School of Music. Er ist Mitbegründer und Kodirektor des Stroma
für Neue Musik und gewann 2003 den Douglas-Lilburn-Preis
für Orchester¬kom¬position. Derzeit arbeitet Michael
Norris an dem Auftragswerk Heavy Traffic des New Zealand Symphony
Orchestras für den Kontrafagottisten Hamish McKeich, tesserae...interstices
für Mitglieder der Luxemburger Philharmonie, sowie Icons
and Artifice für das österreichische Bassklarinetten-Duo
Stump/Linshalm mit Ensemble und Live-Elektronik. 2007 verbrachte
Norris einige Monate in Wien, wo er mehrere Projekte mit europäischen
MusikerInnen lancierte. Für 2010 erhielt er einen Kompositionsauftrag
der renommierten Donaueschinger Musiktage für das Radiokammerorchester
Hilversum, dessen Uraufführung Peter Eötvös dirigieren
wird.
Annette Schlünz
wurde 1964 in Dessau geboren. Sie studierte von 1983
bis 1991 Komposition und Klavier in Dresden und Berlin (Udo Zimmermann,
Paul Dittrich). Ihre Stücke wurden weltweit aufgeführt.
Sie schreibt Kammer- und Orchestermusik, elektronische Musik,
drei Opern, interessiert sich für untypische Orte (die Ufer
des Rheins in Basel beim Europäischen Musikmonat 2001) und
realisiert Performances für Klavier und Video. Auf Einladung
des Goethe-Instituts gab sie Kompositionskurse in Südamerika,
Vietnam, Kopenhagen, Madrid, Riga, Chicago und unterrichtet in
den Ferienkursen der Komponistenklassen Halle/Dresden. Seit 2007
ist sie Kompositionsdozentin beim Festival musicalta in Rouffach,
2008/09 auch an der Musikakademie Weikersheim. – Preise:
Hanns-Eisler-Preis (1990), Heidelberger Künstlerinnen-Preis
(1998). Stipendien: Villa Massimo Rom (1999), Schloss Solitude
Stuttgart (2000), Elektronisches Studio der HdK Berlin, Künstlerhof
Schreyahn. Composer-in-residence am elektronischen Studio GRAME
in Lyon.
wurde 1977 in Barcelona geboren und erhielt seine musikalische
Ausbildung am Conservatori Superior Municipal de Música
de Barcelona, wo er bei Alex Garcia and Eva Graubin Violine studierte.
Seine Studien setzte er am Royal College of Music in London fort
und studierte am King's College Komposition bei George Benjamin
und Silvina Milstein, wo er derzeit er an seinem PhD arbeitet.
Seine Werke, die eine eigenständige persönliche Sprache
sprechen, werden weltweit von prominenten Solisten und Ensembles
gespielt, unter ihnen der Klarinettist Cristo Barrios, die Pianisten
Rolf Hind und Llyr Williams, das Arditti Quartett und das Pierrot
Lunaire Ensemble Wien®. Neben seiner kompositorischen Tätigkeit
wirkt Blai Soler auch als Geiger und wurde mit internationalen
Interpretationspreisen ausgezeichnet. Weiters arbeitet er auch
als Dirigent und ist Gründer und Leiter des Blyth Ensembles.
Das Pierrot Lunaire Ensemble Wien® ist ein Solistenensemble
für neue Musik mit 5 fest engagierten Mitgliedern und verfolgt
folgende Ziele:
Darstellung neuer Musik in allen Aspekten, unabhängig
von Stilen und Schulen, auf höchstem künstlerischem
Niveau
60 – 70 Auftritte pro Jahr auf der ganzen Welt in bis
zu 20 verschiedenen Konzertprogrammen und Produktionen
Erteilung vom Kompositionsaufträgen (großteils
auf Anregung des Pierrot Lunaire Ensembles Wien von internationalen
Auftraggebern und Sponsoren fremdfinanziert)
International Repräsentation zeitgenössischen österreichischen
Musikschaffens
Kompositionsworkshops und Erteilung von Instrumentalunterricht
durch die Ensemblemitglieder
Werke österreichischer KomponistInnen nehmen mind. 2/3
der Konzertprogramme des Pierrot Lunaire Ensembles ein.
Verbreitung vorwiegend noch unbekannter Werke junger österreichischer
KomponistInnen in Kooperation mit ausländischen Veranstaltern
Pierrot Lunaire International Composition Competition.
Kinderuniversität des Pierrot Lunaire Ensembles Wien
(8-12 Jahre) in Zusammenarbeit mit Akademie HUMANEUM in Wien
Präsentation von Arnold Schönbergs Pierrot Lunaire
op. 21 aufbereitet für OberstufenschülerInnen in Zusammenarbeit
mit dem Österreichische Kultur Service.
Das Pierrot Lunaire Ensemble Wien ® wird unterstützt
von:
Kulturamt der Stadt Wien
Federal Ministry for European and International Affairs
Austrian Federal Ministry for Education, the Arts and Culture