ERWIN WURM
1954 in Bruck an der Mur geboren
Lebt und arbeitet in Wien und Limberg / Niederösterreich
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Erwin Wurm vor seinem
„Narrow House“, 2010
© Studio Erwin Wurm, Foto: Mischa Nawrata |
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Fat car convertible,
2005
Polyester, silber/pink
105 x 63 x 31 cm
© VBK, Wien, 2011
Foto: courtesy Atelier Wurm, Wien |
Persönliche Daten
| 1977-79 |
Studium am Mozarteum, Salzburg |
| 1979-82 |
Studium an der Hochschule für angewandte Kunst, Wien
und an der Akademie der bildenden Künste, Wien |
Zum Werk
"Bildhauerei ist Arbeit am Volumen … Zu- und Abnehmen
ist Bildhauerei." 1
Erwin Wurm gehört zu den international erfolgreichsten Künstlern
Österreichs. Mit seinem Namen ist untrennbar die „Erweiterung
des Skulpturenbegriffes“ verbunden. Wurm spielt mit dem
Grenzbereich zwischen Skulptur, Aktion und Performance und hat
das Feld der Bildhauerei um entscheidende Akzente erweitert. Sein
Werk umfasst Skulpturen, Installationen, Aktionen, Videos, Fotografien
und Zeichnungen. Die zentrale Fragestellung des Künstlers
lautet: „Kann ich mit dem Begriff des Skulpturalen den Alltag
und unsere Zeit bearbeiten und eine neue Perspektive oder neue
Interpretationsmöglichkeit gewinnen?“2. Alles kann
bei Wurm zur Skulptur werden: Handlungen, geschriebene, fotografierte
oder gezeichnete Anweisungen, selbst ein Gedanke.
Sein künstlerisches Schaffen spannt sich von frühen
Staubskulpturen (Ende der 1980er Jahre) über die bekannten
„One Minute Sculptures“ (ab den 1990er Jahren) –
bei denen Personen mit Alltagsgegenständen innerhalb einer
Ausstellungssituation posieren oder Fotografien von „Skulpturen“
angefertigt werden – bis hin zu den Raum füllenden
„Fat Cars“ oder „Fat Houses“ (ab 2001).
Wurm interessiert es, die Maßstäbe von Dingen zu verändern:
Statussymbole, wie Autos oder Häuser, werden fett, andere,
wie das Guggenheim-Museum, beginnen zu schmelzen („Guggenheim
melting“, 2005).
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Ohne Titel, Aus der Serie
"59 Stellungen", 1992
C-Print, Videostill
50 x 70 cm
© VBK, Wien, 2011
Foto: Mischa Nawrata, Wien |
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Hinter der vordergründig skurril-witzigen Oberfläche
der Arbeiten verbirgt sich ein philosophisch-gesellschaftskritischer
Ansatz. Das immer wiederkehrende Motiv der Kleidung in Objekten
und Fotografien steht für die repräsentative soziale
Hülle, für die schützende zweite Haut des Menschen
und thematisiert das Gefangensein des Individuums in seinem gesellschaftlichen
Kontext. Skulptur gewordene Gegenstände, wie das in Österreich
allseits beliebte Essiggurkerl („Selbstportrait als Essiggurkerl“,
2010), zeigen exemplarisch banale Alltagsrealitäten auf.
Der Repräsentant für den Mensch ist in Wurms Arbeiten
nicht mehr er selbst, sondern wie er lebt – versinnbildlicht
durch sein Auto, seine Kleidung, seine Wohnung oder durch ein
normales Essiggurkerl.
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Installationsansicht
Narrow House, 2010
© Studio Erwin Wurm
Foto: Mischa Nawrata |
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Narrow House, Innenansicht,
Eßzimmer, 2010
© Studio Erwin Wurm
Foto: Mischa Nawrata |
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Eigens für die Ausstellung „Private Wurm“ im
Essl Museum entstand die Arbeit „Narrow House“, 2010,
das originalgetreu nachgebaute Elternhaus des Künstlers –
allerdings auf nur etwa einen Meter in der Breite zusammengequetscht.
In diesem neuen Werk hinterfragt Wurm auch das Bild, das wir von
der Realität und der Welt haben. Er untersucht, wie sich
unsere Wirklichkeit und Identität aufgrund der Realitätsdarstellungen
in den Medien verändert. Die Realität, so Wurm, werde
fortlaufend dem medialen Bild der Realität angepasst. Erwin
Wurm begegnet dieser existenziellen Verunsicherung mit den Stilmitteln
der Übertreibung, der Ironie und der Komik.
Günther Oberhollenzer
1) Erwin Wurm, in: „Erwin Wurm im Gespräch mit
Günther Oberhollenzer und Karin Altman“, Katalog zur
Ausstellung Private Wurm, Essl Museum, Klosterneuburg /
Wien, 2010, S. 70.
2) Ebd. S. 68f.
AUSSTELLUNGEN UND Ausstellungsbeteiligungen im Essl Museum
Weblink www.erwinwurm.at
>>
Weiterführende Literatur zu diesem Künstler finden Sie in der
Bibliothek >> des Essl Museums.
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