AUGUST WALLA
1936 geboren in Klosterneuburg
2001 gestorben in Maria Gugging, Niederösterreich
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August Walla, 2001
Foto: Johann Feilacher |
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Grüß Gott,
Garber Hansi mein.!, 1987
Acryl auf Leinwand
260 x 130 cm
Foto: Franz Schachinger, Wien |
Persönliche Daten
1955 wurde Walla mit Beschluß vom Bezirksgericht Klosterneuburg
entmündigt und seine Mutter als Vormund eingesetzt. Ab 1970
kam er immer wieder für kürzere Krankenhausaufenthalte
in das Niederösterreichische Landeskrankenhaus für Psychiatrie
und Neurologie nach Maria Gugging. Dort entdeckte Primar Prof.
Leo Navratil das künstlerische Talent Wallas. Ab 1983 lebte
August Walla ständig im Haus der Künstler in Maria Gugging.
Dort schuf Walla sein eigenes Reich: Er bemalte die Wände
seines Zimmers sowie die Nordseite des Hauses, veränderte
Möbelstücke und hinterließ seine Spuren auch an
Wegen, Bäumen, Straßen, Parkbänken und anderen
Gegenständen.
Zum Werk
August Walla zählt neben Johann Hauser und Oswald Tschirtner
zu den renommiertesten Gugginger Künstlern. Bekannt wurde
er durch seine farbigen Allover-Bildwelten. Sein ehemaliges Zimmer
im Haus der Künstler, flächendeckend mit Wandmalereien
ausgestattet, gehört heute zu den Gugging-Highlights.
Bereits früh entwickelte er seine eigenen "Welten"
– zum Beispiel einen Schrebergarten in Klosterneuburg, in
welchem er mit seiner Mutter die Sommermonate verbrachte, gestaltete
und bemalte er nach seinen Vorstellungen. Er trug Gegenstände
aus seiner unmittelbaren Umgebung zusammen, beschriftete, bezeichnete
und bemalte sie. Die Arbeiten von August Walla wirken sehr ornamental,
erzählerisch und zeichenhaft. Nicht-naturalistische Formen
und Figuren, kombiniert mit Schriftzeichen bedecken zweidimensional
und flächenfüllend die Malträger. Für seine
Werke brauchte er keine Vorlagen, Walla wußte immer, was
er gerade darstellen wollte.
Die Arbeiten von August Walla wurden erstmals 1970 gemeinsam
mit anderen Gugginger Künstlern in der Galerie nächst
St. Stephan in Wien gezeigt. Das Ehepaar Agnes und Karlheinz Essl
sammelt seit Mitte der achtziger Jahre Kunst aus Gugging - August
Walla ist mit etwa 20 Werken in der Sammlung vertreten. 1999 fand
eine große Ausstellung der Kunst aus Gugging mit dem Titel
"CAROM" im Schömer-Haus statt.
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Hexenhaus, 1987
Acryl auf Leinwand
260 x 130 cm
Foto: Franz Schachinger, Wien |
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Tischdecke, 1993 (Vorderseite)
Bleistift, Kugelschreiber, Acryl auf Leinwand
140 x 156 cm
Foto: gugler print & media gmbH, Melk |
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Neben dem Kosmos seiner Götterfiguren und den ornamentalen
Zeichen spielen Schrift und Sprache eine wichtige Rolle in Wallas
Werk. Die Schriftzeichen in seinen Arbeiten wirken auf den Betrachter
meist rätselhaft und unverständlich. Er verwendete nicht
nur bekannte Wörter, sondern auch Wortschöpfungen und
Wörter aus fremden Sprachen, Walla besaß mehrere Fremdwörterbücher.
Selbst die einzelnen Buchstaben, die er immer wieder abwandelte,
waren für ihn von besonderem Interesse - er selbst spricht
von "heiligen Zeichen". Wallas "Alphabet"
bestand auch aus Symbolen, wie Kreuz, Hakenkreuz, Hammer und Sichel,
deren Bedeutungen jedoch verschoben sind.
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Götter, 1999
Acryl auf Leinwand
219 x 331 cm
Foto: Graphisches Atelier Neumann, Wien |
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Der Künstler schuf seine eigene Mythologie mit bekannten und
selbst erfundenen Göttern und Wesen. Diese Figuren finden sich
in all seinen Werken, wie unter anderem in seiner späten Leinwandarbeit
"Götter" von 1999. Großformatige Leinwände
dienten dem Künstler als transportable Wand. Zum Bestand der
Sammlung Essl gehört auch die mit Bleistift, Kugelschreiber
und Acryl gemalte "Tischdecke" von 1993. Wie in vielen
seiner Bilder nimmt er hier Bezug auf seine Heimatstadt Klosterneuburg.
In seinen Arbeiten verfluchte der Künstler oft den Tod,
gleichzeitig identifiziert er sich mit ihm. Sich selbst nannte
er Welt-all-ende-tod Walla. Höher als Gott Sabaoth
sei nur der All-ende-tot. Walla schreibt: "Allendegott
der ich bin." 1
August Walla ist am 7. Juli 2001 einem Krebsleiden erlegen.
1) Leo Navratil, Art Brut und Psychatrie. Gugging 1946-1986.
Kompendium, Wien: Brandstätter Verlag: 1999, S. 343.
Christine Humpl
Ausstellungsbeteiligungen im Essl Museum
| 2011 |
FESTIVAL DER
TIERE. Eine Ausstellung für Kinder. Erwachsene
willkommen! |
| 2008 |
KOMPLEX. Österreichische Gegenwartskunst aus der Sammlung
Essl, Museum am Ostwall, Dortmund |
| 2007 |
PASSION
FOR ART. 35 Jahre Sammlung Essl |
| 2006 |
ÖSTERREICH:
1900 – 2000. Konfrontationen und Kontinuitäten |
| 2000 |
PERMANENT
01 |
| 1999 |
CAROM! Kunst aus Gugging in der Sammlung Essl, Schömer-Haus |
| 1996 |
Malerei in Österreich 1945-1995. Die Sammlung Essl
im Künstlerhaus Wien; weitere Station: Mücsarnok
Kunsthalle, Budapest |
Weblink
www.gugging.org
>>
Weiterführende Literatur zu diesem Künstler finden Sie in der
Bibliothek >> des Essl Museums.
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