BILL VIOLA
Geboren 1951 in New York
Lebt und arbeitet in Long Beach, Kalifornien
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Bill Viola, 2008
Foto: Kira Perov
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Persönliche Daten
| 1973 |
Studienabschluss mit BFA / Bachelor of Fine Arts from Experimental
Studios, College of Visual and Performing Arts, Syracuse University,
New York |
| 1980-81 |
Kulturaustauschstipendium für Japan |
| 1995 |
Ehrentitel Doctor of Fine Arts, Syracuse University, New
York |
Zum Werk
Die Arbeiten von Bill Viola haben maßgeblich dazu beigetragen,
Videokunst für ein großes Publikum populär zu machen.
Der Künstler führt in seinen Werken die Tradition der
Malerei mit den Mitteln von Video- und Computertechnik weiter. Die
kontemplativen und anspruchsvollen Videoinstallationen stehen in
einem starken Kontrast zu alltäglichen Sehgewohnheiten, die
von schnell geschnittenen Bilderfluten aus Film, Fernsehen und Internet
bestimmt sind. Spirituelle Grenzerfahrungen wie Geburt und Tod sowie
die Frage nach der menschlichen Natur, nach Bewusstsein und Körperlichkeit
entwickeln sich zu zentralen Momenten seines Werks. Mit Hilfe der
neuesten Videotechniken – von Zeitlupe, Zeitraffer, Überblendungen
bis zu extremen Mikro- und Makroaufnahmen – gewährt er
einen Blick aus noch nie gesehenen Perspektiven. Obwohl Viola sich
vor allem mit der Erforschung des bewegten Bildes beschäftigt,
ist der Einfluss bedeutender Renaissancekünstler und die geistige
Verwandtschaft mit ihnen unverkennbar.
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The Silent Sea, 2002
Videoloop auf Plasmabildschirm (Screenshot)
DVD (10’ 07’’), 71 x 41 x 6 cm
Foto + ©: Bill Viola
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Beleuchtet und arrangiert wie in einem religiösen Tafelbild
von Caravaggio tritt in "The Silent Sea" eine Menschengruppe
vor einem dunklen Hintergrund auf. Angelehnt ist die Szene an
die biblische Geschichte von den neun Personen unter dem Kreuze
Christi. Jeder Einzelne ist Teil der Gruppe, gleichzeitig jedoch
in seinem emotionalen, meist schmerzvollen Ausdruck für sich
allein stehend. Durch ein rhythmisches Bild von sich langsam ändernden
mimischen und gestischen Bewegungen entsteht ein lautloser See
an Emotionen.
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Mary, 2000
Videoinstallation. Rückprojektion auf Display (213 x 182 cm)
16'03'', Farbe, Ton
Foto + ©: Bill Viola, courtesy James Cohan Gallery, NY
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Violas Arbeiten gewähren dem Betrachter einen Moment der Ruhe und des Innehaltens, um sich zentralen Themen des menschlichen Lebens zu stellen. Die universelle Erfahrung von Leid und Trauer, aber auch von Einsamkeit und Verzweiflung ist Inhalt der Videoarbeit „Mary“ aus dem Jahr 2000. Mit sehr einfachen – und deshalb umso wirksameren – Mitteln zeigt Viola die Tragödie eines einzelnen Individuums. Die Szene ist in Zeitlupe gefilmt: Ein Frau mit weißem Kittel sitzt in einem Labor, notiert etwas in ihren Unterlagen und beginnt herzzerreißend zu weinen. An einem Ort, wo man Emotionslosigkeit und Objektivität vermutet, sieht sich der Betrachter nun mit einem sehr intimen Moment konfrontiert. Die Komposition und Anordnung der Objekte spiegelt die Vanitas-Idee von Stillleben der Renaissance und des Barock wider, wodurch die Besinnung auf die Sterblichkeit und Vergänglichkeit alles Irdischen ausgelöst werden soll.
Günther Oberhollenzer
Ausstellungsbeteiligungen im Essl Museum
Weblink
www.billviola.com >>
Weiterführende Literatur zu diesem Künstler finden Sie in der
Bibliothek >> des Essl Museums.
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updated: 13.03.2012
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