Seitenvergrößerung (inkl. Bilder):

WINDOWS: Drücken Sie "Strg" und "+"
oder klicken Sie auf "Ansicht",
dann "Zoom/Schriftgrad"

MAC: Drücken Sie "cmd/Apfel" und "+"

Schriftvergrößerung (ohne Bilder):

klein | mittel | groß

MARTIN SCHNUR

Geboren 1964 in Vorau, Steiermark, Österreich
Lebt und arbeitet in Wien

Martin Schnur Martin Schnur - Staub
Foto: Daniela Beranek, Wien
© Daniela Beranek, Wien
Staub, 2007
Öl auf Leinwand
200 x 300 cm



Persönliche Daten

1982 - 85 Kunstgewerbeschule Graz, Bildhauerei
1985 - 90 Akademie der Bildenden Künste, Wien, Meisterklasse Avramidis, Bildhauerei


Zum Werk

Ein Bild von Martin Schnur besteht meistens aus zwei Bildern. In ein hinteres Bild mit einer Landschaft ist ein vorderes mit einer, selten zwei Personen geschoben. Das Bild der Landschaft - neuerdings meist Naturlandschaften, manchmal Stadtlandschaften, früher auch des öfteren abstrakte Bildräume – ist weniger nach der tatsächlich gesehenen und erlebten Natur gemalt, als aus erinnerten, fantasierten und in uns gespeicherten Bildern von Natur zusammengefügt. Dieser Umraum spricht die Emotionalität des Betrachters an, mal als ruhige, schöne Gegend, in der Erinnerung an glückliche Momente platziert werden kann, dann zwar auch als ruhige Gegend, aber eine, die Spuren eines Ereignisses zeigt, wie Wellen, die von einem Gegenstand herrühren, der ins Wasser gefallen ist, uns aber unsichtbar bleibt oder Blätter, die von Bäumen fallen oder Abfall, der durch die Strassen geblasen wird. Vor diesem hinteren Bild, in dieses geschoben, sehen wir das Bild, das davor ist. Die Menschen, die auf diesen Vordergrundbildern meistens abgebildet sind, sind schwer fassbar. Sie sind dem Betrachter abgewandt, schlafen oder sie sind, selbst wenn sie uns anschauen, abwesend.

Der Blick der nackten Frau im Vordergrund des Werkes Staub von 2007 zieht uns als Betrachter ins Bild hinein, weniger um sie uns nahe zu bringen als vielmehr um uns in ein Spiel von Reflexionen und Spiegelungen zu verstricken. Man wird das Gefühl nicht los, dass da etwas gewesen ist, Glück vielleicht, welches nun vorbei ist, oder sonst etwas ist passiert, etwas, das uns verborgen bleibt.


Martin Schnur - Equalizer
Equalizer, 2007
Öl auf Leinwand
200 x 300 cm


Nur selten berühren die Personen den anderen Raum, den Landschaftsraum, oder beginnen ihn gar zu betreten, wie in Menad #4 von 2004 oder in Equalizer, welches 2007 entstanden ist.

"Die Arbeiten leben von einer Polarität zweier unterschiedlicher Bilder auf demselben Malgrund, die eine gemeinsame oder divergierende Geschichte erzählen, was zu einer besonderen Dynamik führt. Die Motive, vorwiegend Menschen und Landschaften, transportieren ihren Gehalt weniger über die Mimesis denn über eine Stimmung oder ein Gefühl."
Simon Baur


Anton Sutterlüty


AUSSTELLUNGEN UND Ausstellungsbeteiligungen im Essl Museum

2013 MARTIN SCHNUR: Vorspiegelung
2011 NATUR ALS INSPIRATION. Ausgewählte Werke aus der Sammlung Essl, Sparkasse Academy, Bozen / Südtirol (Italien)
2011 ES LEBE DIE MALEREI! Junge Kunst aus der Sammlung Essl, Schömer-Haus
2009 BRANDNEU. Ankäufe 2007 – 2008
2008 Sammlung Essl on Tour: KOMPLEX – Österreichische Gegenwartskunst aus dem Essl Museum in Klosterneuburg, Museum am Ostwall, Dortmund (Deutschland)
2006 ÖSTERREICH: 1900 – 2000. Konfrontationen und Kontinuitäten


Weblink

www.martinschnur.com >>


Weiterführende Literatur zu diesem Künstler finden Sie in der Bibliothek >> des Essl Museums.
updated: 23.01.2013