DAVID SCHNELL
Geboren 1971 in Bergisch Gladbach, Deutschland
Lebt und arbeitet in Leipzig
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David Schnell, 2008 © Foto: Gregor Hohenberg
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Persönliche Daten
| 1995 - 2000 |
Studium der Malerei an der Hochschule für
Grafik und Buchkunst, Leipzig |
| 2000 - 2002 |
Meisterschüler bei Prof. Arno Rink |
| 2001 |
Sächsisches Landesstipendium |
Zum Werk
Der Leipziger Maler David Schnell ist kein Geschichtenerzähler,
so wie einige seiner Leipziger Künstlerkollegen, sein Hauptthema
ist der konstruierte Landschaftsraum. Seine Bildräume mit extrem
starkem Tiefenzug entwickeln eine Sogwirkung auf den Betrachter
und beziehen diesen mit ein. Auch aufgrund der großformatigen
Leinwände kann sich die einnehmende Wirkung der Perspektive
aufs äußerste entfalten.
Schnell kreiert einen imaginären,
fast virtuell anmutenden Bildraum in dem die Schwerkraft aufgehoben
wird. Oft bleiben Unterzeichnungen und Konstruktionslinien als Spuren
des Entstehungsprozesses sichtbar, wobei er dem strengen Konstruktionsraster
eher zwiespältig gegenüber steht:
"Einerseits erschreckt mich das Raster, die Mathematik,
die ich vorfinde. Andererseits ist diese umgesetzt in Malerei ein
Mittel zur Assoziation von Unendlichkeit und Tiefe, beides Begriffe,
die mir bei der Erfahrung der Kulturlandschaft fehlen."
1
In seinen frühen Bildern zeigt David Schnell, wie der Mensch
strukturierend in die Natur eingreift. Er malt Monokulturwälder,
Lichtungen oder Hochstände und Tribünen in menschenleeren
Landschaften mit surrealem Charakter, in der schwebende Gegenstände,
wie überdimensionale Spulen oder Tontauben-Scheiben in Ufo-Größe
in die Tiefe führen. Dadurch verwandelt sich eine völlig
langweilige Nutzlandschaft in Fiktion.
Mit den Schuppen und Scheunenbildern die ab 2003/04 entstehen
wird der Fokus vorerst auf den abgeschlossenen Innenraum gelegt,
bald jedoch werden die Bretterverschläge immer durchlässiger,
einzelne Balken und Bretter verschwinden, und einige Elemente
beginnen zu schweben. In vielen Werken durchdringen sich Landschaftsraum
und architektonische Versatzstücke gleichwertig, der Raum
wird vermehrt aufgebrochen und verschachtelt. Dies führt
soweit, dass Schnells Werke auf den modernen Betrachter wie eine
gemalte Computeranimation wirken, die scheinbar auf Knopfdruck
jederzeit ihre Struktur verändern kann.
Zuweilen erobert sich die Natur in den Werken ab 2005 die Bildfläche
zurück, das chaotische Blätterwerk überwuchert
gebaute Bretterkonstruktionen immer mehr. "In seinen neuesten
Werken ist David Schnell malerischer geworden, so als hätte
ein elektromagnetischer Sturm nicht nur die Gegenstände,
sondern auch die Farbe in Schwingungen versetzt." 2
Sehr malerisch ist zum Beispiel seine Arbeit Bank von 2008, die
sich in der Sammlung Essl befindet, eine virtuelle, weitläufige
Raumstruktur, durchzogen von parallelen Holzkonstrukten, die lose
schwebend äußert phantasievoll einen farbenfrohen und
blühenden Landschaftsraum durchziehen.
Die Vegetation nimmt Überhand in den jüngsten Bildern
ab 2007, in manchen wird überhaupt auf jegliche Architektur
verzichtet. Einem Monet’schen Garten gleich führt nur
ein zentralperspektivisch angelegter Weg umrahmt von Sträuchern
und Bäumen im Farbenrausch auf den Horizont zu.
1) David Schnell zitiert aus: Susan Schmidt, in: David Schnell, Ausst.-Kat.
Galerie Kleindienst, Leipzig, 2002, S. 3.
2) Jean-Christophe Ammann, in: David, Matthes und ich – Schnell, Weischer,
Baumgärtel, Ausst.-Kat. Kunstverein Nürnberg; Bielefelder Kunstverein;
Nürnberg: Verlag für moderne Kunst, 2004, S. 9.
Annette Stein
Ausstellungsbeteiligungen im Essl Museum
| 2012 |
DER GEMALTE RAUM, Schömer-Haus |
| 2009 |
BRANDNEU. Ankäufe 2007 – 2008 |
| 2006 |
MADE IN LEIPZIG. Bilder aus einer Stadt |
Weiterführende Literatur zu diesem Künstler finden Sie in der
Bibliothek >> des Essl Museums.
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updated: 26.04.2013
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