JULIAN SCHNABEL
1951 geboren in Brooklyn, New York
Lebt und arbeitet in New York
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Pandora, 1986
Keramikscherben und Acrylfarbe auf Holz
183 x 152 x 30 cm
© VBK, Wien, 2011 / 1998 Julian Schnabel
Foto: Stefan Fiedler - Salon Iris, Wien |
Persönliche Daten
| 1969-1973 |
Studium der Fine Arts an der University of Houston,
Texas |
| 1973/74 |
Stipendiat des Whitney Independent Study Program,
New York |
| 2007/08 |
Goldene Palme in Cannes sowie Golden Globe für Beste
Regie und Bester Fremdsprachiger Film für Le scaphandre
et le papillon (2007) |
Zum Werk
Mit den "Plate-Paintings" waren mir endlich Bilder
gelungen, die ich nie zuvor gesehen hatte. Endlich hatte ich es
geschafft, mich selbst zu überraschen - und einige andere.
(Julian Schnabel)
Das vielschichtige Werk von Julian Schnabel beschreibt sich nicht
allein dadurch, dass er nach unterschiedlichen Ausdrucksmöglichkeiten
sucht. Der amerikanische Künstler mit jüdischen Wurzeln
fordert sich stetig aufs Neue heraus. Sein künstlerischer Ausdruck
bleibt in ständiger Bewegung. Mit Malerei, Bildhauerei, Regie,
Fotografie ist er inzwischen in mehreren Disziplinen etabliert und
anerkannt. Im Besonderen charakterisiert sich sein vielseitiges
Wesen und Werk im Hinblick auf seine Malerei. Der Fundus unterschiedlicher
Materialien und Themen, mit denen sich der Künstler auseinandersetzt,
fordert Betrachtende in besonderer Weise heraus. Seine Kunstwerke
haben als Malgrundlage oftmals vorgefundene Alltagsgegenstände
(objet trouvés). Durch diese materialbestimmten Oberflächen
entsteht ein fast skulpturaler Eindruck. Mit seinen Ende der
1970er Jahre erstmals ausgestellten „plate paintings“
steigt er zum Shooting-Star der amerikanischen Kunstszene auf.
Darin dienen zerbrochene Tellerscherben als reliefartiger Malgrund
für expressive Figurenbilder. In „Pandora“ von
1986 ist mit Acrylfarbe auf Keramikscheiben ein Porträt von
Jacqueline, der Ex-Frau von Julian Schnabel gegeben. Dabei erzeugt
der farbige Hintergrund einen Kontrast zum braunen Inkarnat des
Porträts. Die Figur wirkt trotz des direkten Blickkontakts
distanziert und in sich gekehrt. Die zerbrochenen Tellerscheiben
fördern den Eindruck von Tristesse und Zerbrechlichkeit.
Nicht nur in diesen Tellerbildern finden sich neben persönlichen
Themen auch Verweise zur Kunst- und Kulturgeschichte.
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Victor Hugo, 1990
Öl auf feuerfester Plane
249 x 201 cm
© VBK, Wien, 2011 / 1998 Julian Schnabel
Foto: Mischa Nawrata, Wien |
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Joe, 1998
Öl, Harz und Emaillack auf Leinwand
229 x 213 x 11,5 cm
© VBK, Wien, 2011 / 1998 Julian Schnabel
Foto: Archiv Sammlung Essl |
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In der Arbeit „Victor Hugo“ von 1990 setzt sich Julian
Schnabel beispielsweise mit dem französischen Schriftsteller
auf sehr abstrakte Weise auseinander. Violette Ölfarbe ist
in kraftvollen und kreisförmigen Strukturen auf eine feuerfeste
Plane aufgetragen. Nur der Titel verweist auf den Bezug zum Dichter.
Bei „Joe“ aus dem Jahre 1998 setzt sich der Künstler
mit dem Tod seines Malerfreundes Joseph Glasco auseinander. Mit
Öl, Harz und Emaillack gestaltet Schnabel einen transzendenten
Farbraum. Die schwanenförmige, weiße Form verweist
auf eine anwesende jedoch nicht fassbare Figur.
Das künstlerische Werk Julian Schnabels lässt sich
schließlich nicht vollends kategorisieren. Mit Verbindungselementen
zu Joseph Beuys, Jean Michel Basquiat und im Allgemeinen zur europäischen
Malerei kann er in eine bestimmte Tradition gestellt werden. Solche
Bezüge können zwar helfen die Werke des Künstlers
ein Stück weit einzustufen, aber sie können nicht die
sinnliche Erfahrung des Betrachtenden ersetzen.
„[I]ch mag das Zeug, das ich verwende, nicht besonders
gerne sammeln, und ich mag auch nicht etwas aufbauen, ich bin
kein Zimmermann, ich mag Konstruktionen und ähnliche Sachen
nicht besonders; aber das Disponieren und die Art von psychologischem
Gewicht, das verschiedene Materialien haben, bedeuten mir ziemlich
viel.“
(Julian Schnabel)
1) Gespräch mit Julian Schnabel von Eva Karcher, „Was
ich mache, mache ich für mich selbst“, in: Sueddeutsche
Zeitung, 26.06.2010, http://www.sueddeutsche.de/kultur/im-interview-julian-schnabel.
2) Gespräch mit Julian Schnabel von Carter Ratcliff, in: Julian
Schnabel, AK Basler Kunstverein 1981, S.6.
Thomas Ochs
Ausstellungsbeteiligungen im Essl Museum
Weiterführende Literatur zu diesem Künstler finden Sie in der
Bibliothek >> des Essl Museums.
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