DANIEL RICHTER
1962 geboren in Lutjenburg, Deutschland
Lebt und arbeitet in Hamburg und Wien
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Daniel Richter, 2009
Foto: Gregor Hohenberg
© Courtesy Contemporary Fine Arts, Berlin, 2009 |
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Persönliche Daten
Daniel Richter wird 1962 im Norden Deutschlands geboren. Er beginnt
nach Jahren in der autonomen Szene Hamburgs, knapp 30 jährig,
bei Werner Büttner an der Hochschule der bildenden Künste
ein Malerei Studium (1991 – 95). Richter war Assistent bei
Albert Oehlen, hat Plattencover für ein alternatives Label
in Hamburg gestaltet und hält seit 2006 eine Professur für
erweiterten malerischen Raum an der Akademie der bildenden Künste
in Wien.
Zum Werk
Die Malerei Daniel Richters war in den 1990er Jahren ausschließlich
abstrakt, er beschäftigt sich in dieser Zeit mit formalen Problemen
der Malerei. Erst um 2000 beginnt Daniel Richter sich dem Figürlichen
zuzuwenden. Die Figuren, die oft schemenhaft dargestellt sind, bekommen
eine erzählerische Funktion. Es entstehen sehr großformatige
Werke, die immer wieder politische Themen der Zeit reflektieren,
sie aber nicht illustrieren, sondern eine große Interpretationsfreiheit
lassen.
Erst seit kurzem beschäftigt sich der Künstler
mit einem kleineren Bildformat von ca. 70x100 cm, diese Werke wurden
erstmals in der Contemporary Fine Arts (CFA) Galerie in Berlin im
Sommer 2009 ausgestellt.
Die Ausstellung im Essl Museum im Oktober 2009 zeigt sowohl die
abstrakte Malerei der 90er Jahre, die großformatigen Figurenkompositionen
und zwei Serien der neuen kleinformatigen Arbeiten.
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Halli Galli Polly, 2004
Öl auf Leinwand
335 x 261 cm
Foto: Mischa Nawrata, Wien
© VBK, Wien, 2009 |
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Daniel Richter zu dem Werk Halli Galli Polly:
„Der Titel ist ein Wortspiel. Gallipolli war eine vernichtende
Schlacht in der Türkei.* Da hatte ich eine einzige Fragestellung.
Erstens hat mich die Idee von Tieren, die Amok laufen, schon als
Kind sowohl beunruhigt als auch als Metapher über das Sein
überzeugt. Eigentlich ist es ein Bild über den Zerfall
der Sowjetunion, was aber niemand wissen muss. Das Hauptproblem
war, ein Pferd zu malen, das sich um die eigene Achse dreht, ich
hatte keine Ahnung, wie so ein Pferd aussieht. Und dann sieht man,
dass sich das Pferd so in Panik dreht und es in einer Schraubzangenbewegung
von allen anderen Tieren attackiert wird. Das sind alles domestizierte
Tiere und Herrschaftstiere, das war die Idee für das Bild.“
* Die Schlacht von Gallipoli wurde während des Ersten Weltkriegs
auf der türkischen Halbinsel Gallipoli ausgetragen. Die Entente-Mächte
wollten in einer gemeinsamen Operation die Halbinsel besetzen und
sie als Ausgangsbasis für die Eroberung der osmanischen Hauptstadt
Istanbul nutzen. Der Versuch scheiterte jedoch. Beide Seiten verloren
schätzungsweise 250.000 Mann. Aus: www.wikipedia.org
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Electro/a, 2005
Öl auf Leinwand
220 x 300 cm
Foto: Mischa Nawrata, Wien
© VBK, Wien, 2009 |
Daniel Richter zum Werk Electro/a:
„Das ist ein Bild, das ich besonders mag. Das ist aus der
Serie „Harlekine, vergangene Kulturen und Ausverkauf“.
Dieses Gesichtsschema hatte mich damals interessiert, aber irgendwie
habe ich dann den Überblick verloren, es war so mühselig,
das zu machen. In erster Linie ist es ja so, dass hier Schallplatten
gehandelt werden und tote Vögel. Und der tote Vogel ist gewissermaßen
die Allegorie für den Knast der Musik. Das ist eher so eine
Stimmung in... wie nennt man das... einer Unterführung, die
hier als Flohmarkt für untergehende Kulturen benutzt wird.
Schön ist dieses Gelb, knallt immer ganz schön.“
Andreas Hoffer
AUSSTELLUNGEN UND AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN IM ESSL MUSEUM
Weblink
www.danielrichter.com
>>
Weiterführende Literatur zu diesem Künstler finden Sie in der
Bibliothek >> des Essl Museums.
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updated: 26.04.2013
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