TONY OURSLER
1957 geboren in New York
Lebt und arbeitet in New York
|
|
|
| Tony Oursler, New York, 2005 |
|
Give it back,1995
Rauminstallation (Video und Ton), verschiedene Materialien
195 x 59 x 38 cm |
Persönliche Daten
| 1979 |
BFA, California Institute of the Arts, Valencia, Kalifornien |
| 1977 |
Gründung der Punkband Poetic mit Mike Kelly und John
Miller |
| 1996 |
Lehrtätigkeit an der Cooper Union for the Advancement
of Science & Arts, New York |
Zum Werk
Tony Oursler wurde durch seine multimedialen Installationen bekannt.
Er verbindet Elemente des Theaters mit jenen der Videokunst. Seine
Figuren sitzen, stehen oder liegen in inszenierten Wohnräumen;
sie brüllen, jammern, schimpfen oder blicken stumm aus der
Dunkelheit. Ihre Köpfe werden auf Polsterformen projiziert,
die Kleider sind original und hängen als Körperhülle
auf einem Kleiderbügel. Tony Oursler nennt diese losen Köpfe
und Körper Dummies. Mitunter werden sie auch in Koffer gesperrt
und unter Sesselbeine oder Matratzen geklemmt. Sie wirken, trotz
der sie am Leben erhaltenden Apparaturen, echt.
In einer Serie auf Fiberglaskugeln ist ein Auge zu sehen, das hin
und her schaut. Menschen fühlen sich von ihm betrachtet und
verspüren Angst oder Unruhe. In Wirklichkeit widmet das Auge
seine Aufmerksamkeit dem Fernsehprogramm – der Monitor dazu
spiegelt sich im Augapfel. Tony Oursler zeigt mit seinen Arbeiten
Mechanismen der Medien auf und macht die menschliche Leichtgläubigkeit
ihnen gegenüber sichtbar.
|
|
|
Otic, 2004
Videoinstallation (Projektion auf Glasfaserobjekt)
74 x 102 x 51 cm |
|
Ionic Reflector, 2002
Videoinstallation (Videoprojektion auf Aluminiumplatte,
Stativ)
97 x 70 cm |
Seit etwa 2001 reduziert er das Körperliche in seinen Arbeiten.
Sie bestehen mitunter nur noch aus Licht, Rauch und Schall und
werden im öffentlichen Raum gezeigt. In London und New York
projizierte er Gesichter auf Rauchschwaden und Bäume. Sie
sind seine Medien, die für Tote sprechen. Eine Faust, als
Video auf einer Wand präsent, schlägt dazu Klopfzeichen
im Takt, die aus den Tiefen der Unterwelt dringen. Dieses Thema
verweist auf Tony Ourslers Vater, Fulton Oursler, einem Puppenspieler
und Autor eines Bestsellers über die Bibel. Tony Oursler
meinte dazu: „Wo so viele Engel sind, wäre der Teufel
nicht weit.“ So finden sich in neueren Arbeiten auch Köpfe
mit kleinen Hörnern.
In neueren Videoarbeiten beschäftigt sich Tony Oursler in
farbintensiven Nahaufnahmen von Menschen beim Benützen von
Konsumartikel wie Seife oder Fernbedienungen mit einer von Konsum
und Medien geprägten Gesellschaft.
Maria-Theresia Moritz
Ausstellungsbeteiligungen im Essl Museum
Weblink
www.tonyoursler.com >>
Weiterführende Literatur zu diesem Künstler finden Sie in der
Bibliothek >> des Essl Museums.
|