MARIA LASSNIG
1919 geboren in Krappfeld, Kärnten
Lebt und arbeitet in Wien
|
|
|
Maria Lassnig im Essl Museum, Oktober 2004
|
|
Country Selbstportrait, 1993
Öl auf Leinwand
200 x 145 cm |
Persönliche Daten
| 1941-1944 |
Akademie der bildenden Künste Wien |
| 1970 - 1972 |
School of Visual Arts, New York |
| 1980 - 1997 |
Lehrstuhl an der Hochschule für angewandte Kunst in
Wien; Maria Lassnig ist die erste Professorin für Malerei
an einer Akademie im deutschsprachigen Raum. |
Zum Werk
Maria Lassnig macht nach einer kurzen und intensiven Auseinandersetzung
zu Beginn der 1950er Jahre mit der Kunst des Informel, einer vom
Bewegungsgestus bestimmten, offenen und ungegenständlichen
Malerei, die Darstellung des menschlichen Körpers zu ihrem
zentralen Thema. Den Begriff „Körperbewusstseinsmalerei“
verwendet die Künstlerin für Selbstbildnisse, Porträts
und Stillleben, in denen sie körperliche Empfindungen zum Ausdruck
bringt. Ihre Bilder sind das Ergebnis einer genauen Beobachtung
und Erforschung des Körpers im Raum. Die physische Erscheinung
wird um die Dimension des Empfundenen erweitert. Die Farbe wird
von der Künstlerin meist spontan auf der Grundlage von Weiß
ermischt.
|
Abwehr, 2000 Öl auf Leinwand
206 x 153 cm |
Maria Lassnig lenkt ihre Aufmerksamkeit auch weg von ihrem Körper
auf ein kollektives Körperbewusstsein. Sie malt Tier-, Mensch-
und Maschinenwesen, die in ihrer stillen Präsenz wie Fundstücke
aus Träumen oder wie Akteure auf der Bühne der Malerei
wirken. Die Arbeit "Country Selbstportrait" von 1993 ist
vom Kärntner Landleben und wiederum stark von der Selbstwahrnehmung
der Künstlerin inspiriert. Maria Lassnig mag sich an ihre Kindheit
erinnert haben, an das traditionelle Osterfest, bei dem Familien
zum Osterschinkenessen zusammenkommen. Der Schinken kann als abstrahiertes
Gesicht gesehen werden.
Über der Schnittfläche schwebt eine fast immateriell
erscheinende Form, die die Künstlerin als ihren Körper
angelegt haben mag. Große Wirkungskraft entfalten die jüngsten
Arbeiten von Maria Lassnig, vor allem durch den Gegensatz von
unbearbeiteten Freiräumen und Figuren in Bewegung. In dem
Bild "Abwehr" von 2000 schützt sich eine nach hinten
fallende Frau mit den Händen vor einem Ball, der von einer
Figur im Sprung auf sie abgeschossen wird. Die Figuren wirken
schwebend und sind doch fest im Bild verankert. Die malerische
Verdichtung der umrissbetonten Gestalten und der leere Raum zwischen
ihnen erzeugen eine spannungsvolle Dynamik. Die Aggression des
Angriffs und der Stress der Abwehr sind spürbar.
Mela Maresch
AusstellungEN im Essl Museum
| 2005 |
MARIA LASSNIG body. fiction. nature |
Ausstellungsbeteiligungen im Essl Museum
Weiterführende Literatur zu dieser Künstlerin finden
Sie in der Bibliothek >>
des Essl Museums. |
updated: 18.06.2010
|