ANSELM KIEFER
Geboren 1945 in Donaueschingen (Deutschland)
Lebt und arbeitet in Paris
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Anselm Kiefer, 2007
Foto und © Renate Graf
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Für Paul Celan, 2005 Öl, Emulsion, Acryl,
Kohle, Bleistift und Gips auf Leinwand
190 x 280 cm © Anselm Kiefer
Foto: Courtesy Galerie Thaddaeus Ropac, Salzburg und Paris |
Persönliche Daten
| 1966-1970 |
Kunststudium an der Staatlichen Hochschule der Bildenden
Künste, Freiburg |
| 1970-1972 |
Weiterführung des Studiums an der Düsseldorfer
Kunstakademie bei Joseph Beuys |
| 1980 |
Deutscher Pavillon auf der 39. Biennale von Venedig (zusammen
mit Georg Baselitz) |
| 1982 |
Documenta 7, Kassel |
| 1988 |
Kiefer erwirbt eine alte Ziegelfabrik in Höpfingen (bei Heidelberg, Odenwald); dort erarbeitet er sein umfangreiches Projekt Zweistromland. |
| 1988 |
Kiefer erhält den „Wolf Prize in Arts“. |
| 1991 – 93 |
Kiefer verlässt Deutschland und unternimmt ausgedehnte Reisen durch Indien, Mexiko und China. Kurzer Aufenthalt in den USA. |
| 1993 |
Kiefer verlegt sein Atelier in einen Industriegebäudekomplex auf einem 35 Hektar großen Grundstück in La Ribotte in Barjac, Ardèche, Frankreich. |
| 1999 |
Praemium Imperiale der Japan Art Association für sein
Lebenswerk |
| 2000 |
Installation in der Chapelle de la Salpêtrière, Paris. |
| 2008 |
Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels |
| 2009 |
Anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Pariser Opéra Bastille ist Kiefer mit der künstlerischen Leitung der Inszenierung „Am Anfang“ betraut. |
| 2010 |
Kiefer beginnt seine Lehrtätigkeit als Professor am Collège de France in Paris. |
Zum Werk
"Ich erzähle in meinen Bildern Geschichte, um zu zeigen,
was hinter der Geschichte ist. Ich mache ein Loch auf und gehe hindurch"
1
Anselm Kiefer
Anlass und Inspiration für die Malerei Anselm Kiefers sind
Mythologien germanischen, griechischen, ägyptischen sowie mesopotamischen
Ursprungs. Für den Künstler spielt die Auseinandersetzung
mit dem Erinnern, dem Gedächtnis und besonders auch mit der
Vergänglichkeit und dem Vergessen eine eminent wichtige Rolle.
Die Zeit des Nationalsozialismus und der Umgang mir ihr ist ein
zentrales Thema seines Schaffens. Mit seinen oft raumgreifenden
Arbeiten möchte er Zeit erlebbar machen. Die großformatigen,
antiheroischen Historienbilder mit zerfallenen Monumenten, verwilderten
Plätzen und morbiden Landschaften zeigen eine von der Vergangenheit
zerfressene, zerstörte Gegenwart. Verbrannte Erde, ausgedörrter
Boden und brachliegende Felder, steinerne Hallen und verrostete
Schiffe.
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The fertile crescent, 2009
Mischtechnik auf Leinwand
330 x 762 x 7 cm
Ausstellungsansicht >ANSELM KIEFER. Werke aus der Sammlung Essl<, 2012
Foto: Archiv Essl Museum
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Gegen die Leere setzt Kiefer Namen in ungelenker Schreibschrift,
Namen von Orten, von Göttern, von Personen, gelegentlich
ganze Gedichtzeilen etwa von Ingeborg Bachmann oder Paul Celan.
Das Bild „Für Paul Celan“ ist von dem wohl bekanntesten
Werk des Dichters, der „Todesfuge“, inspiriert.
Anselm Kiefer nützt für seine Arbeiten die unterschiedlichsten
Medien: Gouache, Aquarell, Fotografie, Objekte – wie etwa
die schweren, verbrannt wirkenden Bleibücher – und
natürlich Malerei. Seine Materialbilder haben zur Erweiterung
dieser letzten Gattung beigetragen. Verwendung finden Haare, Sand,
Erde, Lehm, Asche, Samen, Draht, Zweige im Gipsmantel, Textilien
oder auch in Bronze gegossene abgeblühte Sonnenblumen. Kiefer
arbeitet in den letzten Jahren besonders viel mit Materialien,
die Vergänglichkeit ausdrücken. Blütenblätter
oder andere organische Stoffe versinnbildlichen ebenso wie das
Krustige, Zerbröselnde der Malerei, dass auch ein Kunstwerk
vergänglich ist, dass Veränderung und Zerfall ein immanenter
Bestandteil des Lebens sind.
1) Anselm Kiefer, zit. nach Wieland Schmied: Bleierne Meere
und kosmische Räume – am Anfang war die Unendlichkeit,
in: Anselm Kiefer. Am Anfang, Galerie Thaddaeus Ropac, Salzburg
2003, S. 24–45, hier S. 29.
Günther Oberhollenzer
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Nur mit Wind mit Zeit und mit Klang, 2011
Öl, Emulsion, Acryl, Schellack und Blei auf Leinwand
380 x 560 x 30 cm
Ausstellungsansicht >ANSELM KIEFER. Werke aus der Sammlung Essl<, 2012
Foto: Archiv Essl Museum
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Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im Essl Museum
Weiterführende Literatur zu diesem Künstler finden Sie in der
Bibliothek >> des Essl Museums.
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