FRANZ KAMLANDER
1920 geboren in Hainburg, Niederösterreich
1999 gestorben in Melk, Niederösterreich
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© Martin Vukovits, Wien
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Kuh, 1992
Acryl auf Leinwand
160 x 200 cm |
Persönliche Daten
Der seit seiner Geburt sprach- und gehörlose Franz Kamlander
verständigte sich mittels einer selbst erfundenen Zeichensprache.
Bis zu seiner Einweisung in die Klinik lebte er zusammen mit seinem
Bruder auf dem elterlichen Bauernhof und arbeitete dort als Knecht.
| 1957 |
wurde er in die Nervenheilanstalt Gugging eingewiesen |
| 1981-1999 |
lebte er im „Haus der Künstler“
in Maria Gugging. Der Psychiater Leo Navratil gründete
es 1981 für künstlerisch talentierte Patienten.
Das Gebäude dient gleichermaßen als Wohnhaus, Atelier,
Galerie und Kommunikationsraum. |
| 1990 |
erhielten die „Gugginger Künstler“
den Oskar-Kokoschka-Preis für Verdienste um die zeitgenössische
Kunst. Ihre Werke werden zur Art Brut gerechnet und sie selbst
zählen zu den bekanntesten Künstlern dieser Stilrichtung. |
Zum Werk
Franz Kamlander widmete sein Zeichentalent Zeit seines Lebens fast
ausschließlich seiner persönlichen Vorliebe: der Darstellung
von Tieren. Oft zeichnete er sie schnell aus dem Gedächtnis
heraus. Seine besondere künstlerische Begabung fiel auf und
Franz Kamlander wurde in das „Haus der Künstler“
in Gugging aufgenommen, wo er bis zu seinem Tod lebte.
Vor allem die Kuh in allen denkbaren Farbvarianten wurde zum Leitmotiv
von Franz Kamlander. Aber auch Pferde, Zebras, Giraffen, Tiger und
Elefanten, wie auch der Mensch werden von ihm auf seine ganz individuelle
Weise dargestellt. Die Tiere berühren mit ihrer schlichten
Unmittelbarkeit und Eigenart.
Die Zeichnungen zeugen von einer guten Beobachtungsgabe und einer
originellen Umsetzung. Der Künstler verknüpft signifikante
Merkmale eines Motivs mit persönlichen Erfahrungen. So haben
die bunten Tiere Charakter: sie sind kindlich lieb aber auch frech
und böse, verloren und einsam oder aber arrogant und verwundert.
Sie können aufgrund ihrer Körperzeichnung schwerfällig
und unbeweglich, sowie leichtfüßig und wendig wirken.
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Kuh, undatiert
Bleistiftzeichnung und Aquarellfarbe auf Papier
30 x 40 cm |
Kuh, 1992
Kohle, Farbstifte und Deckfarben auf Papier
43 x 62 cm |
Eule, undatiert
Bleistift auf Papier
29 x 21 cm
Foto: gugler print & media gmbH, Melk
© Sammlung Essl |
Die Farbpalette ist kunterbunt und weicht meist von der Lokalfarbe
ab. Einmal sind seine Kühe schwarz-weiß gefleckt und
der Realität etwas näher, ein anderes mal Knallrot oder
Blau, oder eine Giraffe wird statt Gelb-Braun einfach nur in einem
gefühlvollen Rosa dargestellt.
Die Werke von Franz Kamlander transportieren somit auch persönliche
Emotionen und Stimmungen. Mit einer lebhaften Umrisslinie aus Kohle
wird das Motiv festgelegt. Sein Strich ist leicht und sicher, selten
auch suchend. Anschließend wird der Körper dann innerhalb
der Linie unregelmäßig ausgemalt. Eine ursprüngliche
Malweise, wie man sie auch in Kindermalbüchern findet. Aber
vor allem seine Bandbreite im Ausfüllen der Binnenfläche
ist erstaunlich. Einerseits zeichnerisch mit Farbstift oder Wachskreiden
in wurligen und manchmal wilden Kreisbewegungen, wie etwa beim Eulenmotiv.
Obwohl bei der Eule der ganze Tierkörper dicht mit Bleistiftkringeln
bedeckt ist, bleibt der respektierte Umriß der Figur und ihre
Flügel deutlich erkennbar. Und andererseits malerisch, mit
Wasser- oder Acrylfarben, wo die ganze Binnenfläche des Tierkörpers
fast vollständig bedeckt ist. In der Blauen Kuh von 1992 wird
zum Beispiel eine Farbkombination von blauer Deckfarbe auf grünen
Farbstiftkreisen vorgeführt.
Nachdem Kamlander Analphabet war, erfand er seine persönliche
Signatur, indem er ein dreizeiliges Schriftbild in einfachster zeichnerischer
Form imitierte. Diese Signatur in Form von drei Schlangenlinien
setzte er immer auffällig dekorativ in eine Bildecke neben
sein Motiv und bleibt bis heute als die seine unverwechselbar.
Mela Maresch und Annette Stein
Ausstellungsbeteiligungen im Essl Museum
| 2011 |
FESTIVAL
DER TIERE. Eine Ausstellung für Kinder. Erwachsene
willkommen! |
| 2007 |
PASSION
FOR ART. 35 Jahre Sammlung Essl |
| 2006 |
ÖSTERREICH:
1900 – 2000. Konfrontationen und Kontinuitäten
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| 1999 |
CHAROM! Kunst aus Gugging in der Sammlung Essl |
| 1996 |
Malerei in Österreich 1945-1995. Die Sammlung
Essl im Künstlerhaus Wien; weitere Station: Mücsarnok
Kunsthalle, Budapest |
Weblink
www.gugging.org >>
Weiterführende Literatur zu diesem Künstler finden Sie in der
Bibliothek >> des Essl Museums.
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updated: 01.03.2011
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