FRIEDENSREICH HUNDERTWASSER
1928 geboren in Wien
2000 gestorben auf dem Pazifischen Ozean vor Brisbane (AUS) an Bord des Schiffes Queen Elizabeth II
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Friedensreich Hundertwasser,
1999
Foto: © Joram Harel, Wien |
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The three Nose Rivers
(477), 1961
Wasserfarbe, Tempera, Öl auf Reispapier , grundiert mit
Kalk und CH3, montiert auf Leinwand mit CH3
46 x 53 cm
© 2010 Gruener Janura AG, Glarus, Schweiz
Foto: Fotoatelier Laut, Wien |
Persönliche Daten
| 1948/49 |
Besuch der Wiener Akademie der bildenden Künste
im Wintersemester für drei Monate |
| 1959 |
Gastdozent an der Hochschule für Bildende
Kunst in Hamburg |
| 1961 |
Mainichi-Preis in Tokyo |
| 1980 |
Großer Österreichischer Staatspreis
für Bildende Kunst |
| 1981 |
Österreichischer Naturschutzpreis |
| 1983-86 |
Bau des Hundertwasser-Hauses, Wien |
| 1991 |
Eröffnung des KunstHausWien mit einer
permanenten Präsentation seiner Schlüsselwerke |
| 1993 |
Gestaltung der Hundertwasser Bibel |
| 1996 |
Einweihung des von Hundertwasser umgestalteten
Donauschiffes MS Vindobona, Wien. |
Zum Werk
„Die gerade Linie führt zum Untergang der Menschheit.
Die Spirale ist das Symbol des Lebens und des Todes. Die Spirale
liegt genau dort, wo die leblose Materie sich in Leben umwandelt.“1
Friedensreich Hundertwasser ist keiner Stilrichtung zuzuordnen,
er hat einen ausgeprägten Personalstil entwickelt. Inspiriert
von den Werken Gustav Klimts, Egon Schieles und Paul Klees, sieht
er in den stilisierten Wellen des Jugendstils das natürliche
Wachstum, das ihn sein gesamtes Leben hindurch beschäftigt
und kreiert daraus seine eigene, ganz persönliche künstlerische
Sprache. Er findet durch seine intensive Auseinandersetzung mit
der Natur und allem Organischen zu einer Malerei, die Landschaftsformationen
zu abstrakten Linien, Spiralen, Tropfen- und Kreisformen reduziert.
Von 1953 an wird die Spirale ein zentraler Bestandteil seiner Kunst.
Als sinnstiftendes Element des Lebens symbolisiert sie das Dasein
und Vergehen, das Werden und Entstehen. Neben der Spirale ist es
das Wasser, das für den Künstler ebenfalls eine sehr wichtige
Bedeutung hat.
1971 zieht er auf das von ihm umgestaltete Schiff „Regentag“.
Er liebt den Regen, der die Farben leuchten lässt und entwirft
1972 die „Regentage-Mappe“, das erste Werk, dass Agnes
und Karlheinz Essl angekauft haben, sozusagen der Grundstein der
Sammlung Essl. Hundertwasser reibt seine Farben am liebsten selbst
an. Auch die Präparierung des Malgrundes unternimmt er selbst.
Beim Malen beginnt er an den Außenrändern und füllt
das Bild zur Mitte hin bis in den letzten Winkel des Bildformates
aus. Das Essl Museum besitzt zahlreiche frühe Werke des Künstlers:
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Byzantinisches Labyrinth
(492), 1961
Eitempera und Goldfarbe auf Papier auf Juteleinen
73 x 61 cm
© 2010 Gruener Janura AG, Glarus, Schweiz
Foto: Fotoatelier Laut, Wien |
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Im Bild „Byzantinisches Labyrinth“ (1961) ordnet der
Künstler die verschlungenen Pfade von außen nach innen
an. Ein leuchtendes Rot und das komplementäre Grün bilden
einen starken Kontrast. Gegen das blaue Zentrum zu verwendet er
die Primärfarben gelb, rot und blau, die er konzentrisch
anlegt.
Im Bild „The three nose rivers“ (1961) füllen
erdfarbige Spiralen eine Ellipse, die in der Mitte von drei blauen
Zungen, die vom oberen Rand herabfließen, unterteilt wird.
Das obere Drittel des Bildes ist mit lanzettförmigen Blättern
gestaltet, auf die blaue und rote Tupfen, die wie Edelsteine aussehen,
aufgebracht sind. Rechts unten wird eine kleinere Variation des
Bildes eingefügt. Die unregelmäßig angelegte Umrahmung
der Darstellung ist leuchtend violett und verleiht dem Gemälde
eine besondere Strahlkraft. Die Schönheit der Farbe einzusetzen,
ist für Hundertwasser ein ganz besonderes Anliegen und kommt
in diesen Werken vollends zur Geltung.
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Regentage-Mappe, (IT
HURTS TO WAIT WITH LOVE IF LOVE IS SOMEWHERE ELSE 630A), 1972
Farbserigraphie auf Papier
50 x 70 cm
© 2010 Gruener Janura AG, Glarus, Schweiz
Foto: Archiv Sammlung Essl |
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In seinem Werk „Mit der Liebe warten tut weh, wenn die Liebe
woanders ist“ aus der Regentage-Mappe (1972) hat Hundertwasser
drei Gebäude mit Zwiebeltürmen, die an Lebkuchenhäuschen
erinnern, aufgebaut. An den Fenstern erscheinen die Regentropfen,
die auch als Tränen des Mädchengesichtes interpretiert
werden könnten, welches ganz unten aus einer Türöffnung
zum Betrachter blickt. Die verspielte Art, mit dem der Künstler
die Behausungen ornamental gestaltet und die starken, ungebrochenen
Farben verleihen dem Bild ein orientalisches Flair.
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Regentage-Mappe, (EYEBALANCE
NUMBER FIVE 368A), 1972
Farbserigraphie auf Papier
50 x 70 cm
© 2010 Gruener Janura AG, Glarus, Schweiz
Foto: Archiv Sammlung Essl |
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Ein weiteres Bild aus der Regentage-Mappe „Eyebalance number
five“ (1972) besticht durch seine leuchtende Farbgebung. Wieder
ist die Spirale Gegenstand der Darstellung. Um ein Zentrum kreisen
schneckenhausförmig gemalte Bänder. Aus dem ocker- und
schwarzfarbenen Hintergrund stechen die Farben rot, blau und grün
hervor. Das Bild ruft Assoziationen einer aus der Vogelperspektive
gesehenen, abstrahierten und bunten Landschaftsstruktur hervor.
Neben seiner Malerei hinterlässt der Künstler auch ein
umfangreiches architektonisches Werk, wofür ihm die Natur ebenfalls
als Ausgangspunkt diente. Für seine goldenen Zwiebeltürme,
strahlenden Mosaike und leuchtenden Spiralen von einem Millionenpublikum
geliebt, von Kunstkritikern als „Behübscher“ und
„Zuckerbäckerarchitekt“ belächelt, ruft der
Maler, Architekt und Zivilisationskritiker Friedensreich Hundertwasser
auch heute noch Kontroversen hervor.
Elisabeth Pokorny-Waitzer und Mela Maresch
1) Friedensreich Hundertwasser, in: Schöne Wege.
Gedanken über Kunst und Leben, München, 1983, S. 65.
Ausstellungsbeteiligungen im Essl Museum
| 2010 |
SCHÖNES
KLOSTERNEUBURG. Albert Oehlen hängt Bilder der
Sammlung Essl |
| 2010 |
CORSO.
Werke der Sammlung Essl im Dialog |
| 2008 |
KOMPLEX. Österreichische Gegenwartskunst
aus der Sammlung Essl, Museum am Ostwall, Dortmund |
| 2006 |
ÖSTERREICH:
1900 – 2000. Konfrontationen und Kontinuitäten
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| 2001 |
Die Österreichische Moderne nach 1945
in der Sammlung Essl –
Malerei, Grafik, Zeichnung; Kunsthalle Erfurt |
| 1999 |
the
first view |
| 1998 |
Umbruch. Kunst der 60er Jahre aus der Sammlung
Essl |
| 1996 |
Malerei in Österreich 1945-1995. Die Sammlung
Essl im Künstlerhaus Wien; weitere Station: Mücsarnok
Kunsthalle, Budapest |
| 1996 |
Realismus als Methode |
| 1993 |
Jan Hoet präsentiert die Sammlung Schömer |
| 1989 |
Österreichische Malerei und Graphik nach
1945, Ausstellungszentrum Bärnbach, A |
Weblink
www.hundertwasser.de >>
Weiterführende Literatur zu diesem Künstler finden Sie in der
Bibliothek >> des Essl Museums.
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updated: 01.03.2011
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