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XENIA HAUSNER

1951 geboren in Wien
Lebt und arbeitet in Berlin und Wien

Xenia Hausner
Xenia Hausner im Atelier, 2011
Foto: © 2012 Gerald Y. Plattner, ARTV.at

Persönliche Daten

1972 – 1975 Bühnenbildstudium an der Akademie der Bildenden Künste in Wien und an der Royal Academy of Dramatic Art in London
1975 – 1992 über 100 Ausstattungen für Theater und Oper,
u.a. für Burgtheater Wien, Salzburger Festspiele,
Covent Garden London und Théâtre de la Monnaie, Brüssel
1981 Atelier in Berlin
seit 1992 ausschließlich Malerei


Zum Werk

„Die Situationen sind nicht eindeutig, aber der Betrachter kann sie trotzdem lesen – weil er davon betroffen ist, er liest das Bild mit seinem eigenen Lebensfundus.“
Xenia Hausner


Das malerische Werk der österreichischen Künstlerin Xenia Hausner ist von einer geheimnisvollen Doppeldeutigkeit geprägt. Es sei nicht ihr Ziel, betont Hausner, eindeutige Lösungen zu präsentieren, sondern „eine Präzision im Fragment“. Ihre Kunst drückt etwas Existenzielles über das Leben aus, gleichzeitig lebt sie von einem rätselhaften Figurenpersonal und bewusst eingesetzten symbolischen Anspielungen, die sich einer eindeutigen Interpretation entziehen. „Ich versuche, eine innere Wesentlichkeit zu verstehen oder zu erwischen. Einmal ist es der Mensch in seiner eigenen Biografie – das würde man klassisch unter ‚Porträt‘ subsumieren – oder es ist der Mensch in einer erfundenen Konstellation.“ Mit handwerklicher Finesse verleiht Hausner ihren ausdrucksstarken, selbstbewussten Protagonistinnen – die Künstlerin malt fast ausschließlich Frauen – Bildwürdigkeit, sie hält einen scheinbar flüchtigen Augenblick malerisch fest und lässt das Bild zur Bühne werden.

Der Bild im Bild-Charakter und die unterschiedlichen Bedeutungsebenen lassen ein psychologisches Spiel zwischen Sein und Schein entstehen. Menschen und ihr Umfeld werden emotional aufgeladen in Szene gesetzt. Einsamkeit und die Sehnsucht nach Liebe oder der Verlust davon sind immer wiederkehrende Themen. In jüngerer Zeit tauchen vermehrt bedrohliche Szenen auf.

Xenia Hausner
Taormina, 1997
Öl auf Hartfaserplatte
285 x 248 cm
Foto: Archiv Sammlung Essl
Xenia Hausner, © VBK, Wien, 2012

Die intensive Auseinandersetzung von Malerin und Modell einerseits und der Kampf mit dem Material und den Mitteln der Malerei anderseits, ist im fertigen Bild noch sichtbar. Das geheimnisvolle Bild, „Taormina“ (1997) zeigt eine starke, selbstbewusst inszenierte Frau, die auf einem bunt-fleckigen Sofa sitzt, dahinter steht ein schmächtiger Mann, der in seiner Rechten eine Sense hält. Die Malerei lebt von Ihrer expressiven Farbgebung, viele rote, grüne und blaue Flecken übersäen die Haut und Kleidung der Porträtierten.

Xenia Hausner bezieht die Fotografie intensiv in ihren Arbeitsprozess mit ein. Die Grenzen zwischen Fotografie und Malerei sind aufgehoben, hybride Formen entstehen. Fotografische Elemente tauchen immer wieder in den Malereien auf, gemalte Arbeiten werden fotografiert, Fotos malerisch nachbearbeitet.

Xenia Hausner
ÜberLeben, 2012
Installationsansicht, Rotunde Essl Museum
Verschiedene Materialien und Größen
Foto: Günther Oberhollenzer
Xenia Hausner, © VBK, Wien, 2012

„ÜberLeben“ ist der Titel der eigens für die Ausstellung „XENIA HAUSNER: ÜberLeben“ geschaffenen Installation in der Rotunde des Essl Museums (2012). In einem Leuchtkasten, der den gesamten Boden ausfüllt, ist ein Frauenpaar zu sehen, das scheinbar friedlich in einem Bett liegt. Über ihnen schwebt lebensbedrohlich ein großer, scharfkantiger Stein. Er kann jeden Moment auf sie hinunterfallen und das Leben und die Liebe zerstören. Wie es weitergehen wird ist – wie bei vielen Arbeiten Hausners – in der Schwebe.

Günther Oberhollenzer

Alle Zitate entnommen aus: XENIA HAUSNER. ÜberLeben, Ausstellungskatalog Essl Museum, Klosterneuburg/Wien; Wien: Brandstätter Verlag, 2012, S. 69 und 72.



AUSSTELLUNGEN UND Ausstellungsbeteiligungen im Essl Museum
2012 XENIA HAUSNER: ÜberLeben
2006 ÖSTERREICH: 1900 – 2000 Konfrontationen und Kontinuitäten


Weblink

www.xeniahausner.de >>


Weiterführende Literatur zu dieser Künstlerin finden Sie in der Bibliothek >> des Essl Museums.
updated: 24.10.2012