VALIE EXPORT
1940 geboren in Linz
Lebt und arbeitet in Wien
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VALIE EXPORT
Foto: Sabina Sarnitz, 2006 |
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Touching. Body Poem, 1970/1991
Videoinstallation
4 Monitore, 4 Videos, 4 VHS Recorder
Foto: Mischa Nawrata, Wien
© VBK, Wien, 2012 |
Persönliche Daten
| 1960 - 64 |
Universität Wien (Geschichte Philosophie,
Psychologie, Pädagogik) |
| 1967 |
Künstlername VALIE EXPORT als künstlerisches Konzept
und Logo |
| 1977 |
Teilnahme an der documenta 6 |
| 1985 |
Nominierung ihres Spielfilms „Die Praxis der Liebe“ für den Goldenen Bären der Internationalen Filmfestspiele Berlin |
| 1991 - 1995 |
Lehrtätigkeit, Hochschule der Künste Berlin |
| 1994 |
Vizepräsidentin, Hochschule der Künste Berlin |
| 1995 - 2005 |
Lehrtätigkeit, Kunsthochschule für Medien Köln |
| 2000 |
Oskar Kokoschka-Preis Österreich |
| 2005 |
Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft
und Kunst |
| 2007 |
Teilnahme an der documenta 12 |
| 2009 |
Kommissärin des Österreich Pavillon, Biennale
in Venedig (mit Silvia Eiblmayr)
Verleihung der Ehrendoktorwürde Dr. h.c., durch die Universität für künstlerische &
industrielle Gestaltung, Linz |
| 2010 |
Verleihung des Großen Goldenen Ehrenzeichens |
| 2011/12 |
Gestaltung der Preisskulptur des Österreichischen Filmpreises |
Zum Werk
„Die Kunst kann ein Medium unserer Selbstbestimmung sein, und diese bringt der Kunst neue Werte. Diese Werte werden über den kulturellen Zeichenprozess die Wirklichkeit verändern, einer Anpassung an die weiblichen Bedürfnisse entgegen. Die Zukunft der Frau wird die Geschichte der Frau sein.“1
VALIE EXPORT, 1973
VALIE EXPORT ist eine der international bedeutendsten Pionierinnen
der Medien-, Performance- und Filmkunst und gilt auch als Wegbereiterin
der feministischen Kunst. Schon in ihren frühen Körperkonfigurationen
thematisierte die Künstlerin konsequent die (De-)Konstruktion
von Außen- und Innenräumen und von Raum versus Körper.
Sie hinterfragt die Decodierung von Sprache und ihren Signalen.
Der eigene Körper und die durch soziale Prägung eingeschriebene
Körpersprache werden zentrale Themen ihrer Arbeiten.
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Carceri, 1972
Gouache auf schwarz-weiß Fotografie
Foto: Photoatelier Laut, Wien
© VBK Wien, 2009 |
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Verletzungen I, 1972
Gouache auf schwarz-weiß Fotografie
Foto: Archiv VALIE EXPORT
© VBK Wien, 2009 |
In der Sammlung Essl befinden sich neben fotografischen Arbeiten
auch dokumentarische Zeugnisse früher Aktionen. Ihr Werk
Aktionshose: Genitalpanik stellte 1969 die konservativen
Vorstellungen vom Körperbild und im Spezifischen die des
weiblichen Körpers in der Gesellschaft in Frage.
Der eigene Körper von VALIE EXPORT steht im Zentrum ihrer
Performances und Aktionen. In ihrer Arbeit Body Sign Action
beschreibt ein auf dem Oberschenkel tätowiertes Strumpfband
den Körper als Symbol und Informationsträger. Bisher
Unsichtbares und Flüchtiges wird hier eingeschrieben und
festgemacht.
Aufsehen erregte auch eine spektakuläre Aktion von 1968,
Aus der Mappe der Hundigkeit, in der sie Peter Weibel auf
allen Vieren an der Leine durch die Wiener Innenstadt führte
oder ihr legendäres TAPP- und TASTKINO, in dem sie
ihren nackten Oberkörper als Kino erlebbar machte, die Grenzen
von Kino und Außenwelt sprengte und den Begriff "Expanded
Cinema" einführte. VALIE EXPORT experimentiert seit
den frühen Siebzigern im Bereich der Medienkunst. Ihre Videoinstallationen Touching Body Poem aus dem Jahr 1970 und I (beat [it]) II von 1980 (beide in der Sammlung Essl) sind wichtige Zeugnisse früher Medienkunst in Österreich. Wobei das Werk „Touching Body Poem“, das 1991 rekonstruiert wurde, als ihre erste Videoinstallation gilt. Auf vier Bildschirmen wird in poetischer Weise demonstriert, wie das Auftreten von Fußsohlen auf dem Boden aussieht, könnte man sich beim Gehen von unten beobachten. Die Glasoberfläche der Bildschirme wird für den Betrachter gezwungenermaßen zum Untergrund auf dem die Füße synchron mit monotonen Geräuschen auf der Stelle treten. Durch die völlig umgekehrte Perspektive, man sieht nun von unten nach oben und die vierfache Ansicht der auftretenden Fußpaare wird die Realität völlig abstrahiert und der Raum in die Bildschirme hinein erweitert.
Die Künstlerin erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen und hat seit den 80er Jahren an internationalen Hochschulen gelehrt. VALIE EXPORTs Werke zeugen von intensiver Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Themenstellungen, die im wahrsten Sinne des Wortes „unter die Haut“ gehen.
1) VALIE EXPORT, in: VALIE EXPORT. Mediale Anagramme, AK Neue Gesellschaft für Bildende Kunst, Berlin in Kooperation mit der Akademie der Künste, Berlin, 2003, S. 199.
Sylvia Winkelmayer
Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im Essl Museum
Weblinks
www.VALIEEXPORT.org >>
www.VALIEEXPORT.at >>
Weiterführende Literatur zu dieser Künstlerin
finden Sie in der Bibliothek
>> des Essl Museums. |
updated: 26.04.2013
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