TIM EITEL
1971 geboren in Leonberg, Baden-Württemberg, D
Lebt und arbeitet in Berlin und Paris
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Tim Eitel vor dem Werk „Zwei Männer“ (2007) im Essl Museum, 2013
Foto: cédrickaub, Wien
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Feuer, 2005
Öl auf Leinwand
190 x 290 cm
Foto: Uwe Walter, Berlin
© VBK Wien 2013
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Persönliche Daten
| 1997 - 01 |
Malerei an der Hochschule für Grafik und
Buchkunst Leipzig, Deutschland |
| 2001 - 03 |
Meisterschüler bei Prof. Arno Rink |
Zum Werk
Tim Eitel gehört mittlerweile zu einem der wichtigsten Vertreter
der Neuen Leipziger Schule. Seine Bilder bestehen vorwiegend aus
monochromen Farbflächen und Farbkontrasten, die einmal größer
oder kleiner ausfallen können. Der Aufbau der Bilder ist
ruhig, es gibt kaum Brüche oder inhaltliche Kontraste, die
in die Irre führen könnten. Hin und wieder bleiben Flächen
auch einfach leer. Die Werke leben von einer Staffelung und geometrischer
Ordnung von Farbflächen, die zwar tonal ineinander übergehen,
aber scharfkantig voneinander abgegrenzt werden und dadurch Raum
erzeugen.
Eitel reduziert auf das Wesentliche und erreicht dennoch eine
satte Wirkung:
"Für mich ist ein Bild fertig, wenn ich nichts mehr
wegnehmen kann. Malen ist bei mir im Wesentlichen ein Eliminierungsprozess.
Anfangs ist auf dem Bild meistens viel mehr drauf. Es wird dann
immer weiter vereinfacht." 1
Den Künstler beschäftigen Fragen nach der Beziehung
zwischen Figur und Umgebung, Betrachter und Werk, Funktion und
Bedeutung des Ausstellungsraumes, das Verhältnis zwischen
Moderne und Tradition, Abstraktion und Gegenstand, Fläche
und Raum. Dies wird auch in seinen neuen Bildern deutlich. Als
Skizzen und Ausgangspunkte für seine Malerei dienen Fotografien.
Freunde, Bekannte, Personen, die Ihm aus bestimmten Gründen
aufgefallen sind, einzelne Szenen auf Reisen finden sich in den
Bildern wieder.
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Matratze, 2008
Öl auf Leinwand
221 x 211 cm
Foto: Uwe Walter, Berlin
© VBK Wien, 2013
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Gathering, 2011
Öl auf Leinwand
250 x 210 cm
Foto: faksimile, Peter Kainz, Wien
© VBK Wien 2013
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Seit 2006 beginnt Eitel seine Bildsprache konsequent weiterzuentwickeln.
Die Farbe Grau nimmt nun einen besonderen Stellenwert in den Bildern
ein. Für den Künstler ist sie Mittel um Atmosphäre
zu schaffen, viel realistischer als die stärkeren Farben
seiner früheren Bilder, die kühle Museumsräume
oder grüne Rasenflächen zeigten. Mit dieser dunkleren
Tonalität reduziert Eitel die Kontraste und verbindet die
figurativen Bildelemente stärker mit den abstrakten Farbflächen.
Er wählt Themen und Motive des urbanen Lebens wie Obdachlosigkeit,
Tauben, Mülleimer, die lapidare Papiertüte aus dem Supermarkt
und bringt mit seiner Malweise Einsamkeit und Verlorenheit, sowie
Melancholie zum Ausdruck. Die Ziellosigkeit ihrer Protagonisten
und die Künstlichkeit der Orte, an denen sie sich befinden,
lassen diese Werke als Sinnbilder erscheinen. Hinzu kommt der
typische Gegensatz zwischen dem Realismus der Bildgegenstände
und den abstrakten Farbflächen. Seine Kunst setzt sich dabei
zugleich mit der Frage nach den Möglichkeiten einer zeitgemäßen
Malerei auseinander, dem Bemühen um eine Synthese zwischen
Abstraktion und Figuration.
"Was ich erreichen möchte, ist eine offene, sowohl
anziehende als auch abstoßende Atmosphäre. […]
Mir liegt an einer gewissen Ambivalenz. Der Betrachter soll sich
zwar mit dem, was da passiert, identifizieren. Er soll dabei aber
eine kritische Distanz bewahren. […] Ihm soll in jedem Moment
bewusst sein, womit er es zu tun hat, nämlich mit Malerei."
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1) Gespräch zwischen Christoph Peters mit
Tim Eitel "Der Putzmann im Bildgefüge", in: Tim
Eitel: A Stage, Berlin 2006.
2) Kunstforum International, Bd. 176, Juni-August 2005, S. 220.
Eva Köhler
Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im Essl Museum
| 2013 |
TIM EITEL. Besucher |
| 2009 |
BRANDNEU. Ankäufe 2007 – 2008 |
| 2008 |
Neue Leipziger Schule, COBRA Museum, Amstelveen,
NL (Sammlung Essl on Tour) |
| 2007 |
Made in Leipzig. Bilder aus einer Stadt, Kulturstiftung
Leipzig, Schloss Hartenfels, Torgau, D (Sammlung Essl on Tour) |
| 2006 |
MADE IN LEIPZIG. Bilder aus einer Stadt |
Weblink
www.eigen-art.com >>
Weiterführende Literatur zu diesem Künstler finden Sie in der
Bibliothek >> des Essl Museums.
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