HERBERT BRANDL
1959 geboren in Graz
Lebt und arbeitet in Wien
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© Piero Codato, Cameraphoto Arte, Venedig, 2007
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Ohne Titel, 1998
Öl auf Leinwand
230 x 190 cm
Foto: Franz Schachinger, Wien |
Persönliche Daten
| 1978 |
Hochschule für angewandte Kunst, Wien
(Prof. Tasquil, Prof. Weibel) |
| 1998 |
Professur an der Akademie der bildenden Künste, Wien |
| seit 2004 |
Professur an der Kunstakademie Düsseldorf |
Zum Werk
Die abstrakte Bildwelt Herbert Brandls wirkt auf den Betrachter
wie atmosphärische Farbräume. Immer entscheidend in
seiner Malerei ist die Behandlung der Farbe als Materie, was bereits
in seinem Frühwerk in den 80er Jahren beginnt. Herbert Brandl
gilt als einer der Hauptvertreter der österreichischen Neuen
Wilden, eine ausdruckstarke und abstrakte malerische Bewegung,
die sich vor allem durch die Ausstellung „Hacken im Eis“
1986 in Bern und Wien endgültig etabliert hatte. Er wurde
bekannt mit eher kleinformatigen Gemälden, die sich durch
einen extremen Farbauftrag auszeichnen: die Oberflächen sind
pastos, bei manchen Bildern ließe sich sogar von Farbkrusten
sprechen. Man ist immer versucht, in Brandls Bildern Anklänge
von Landschaften oder Naturelemente zu entdecken. Die Bildinterpretationen
reichen von atmosphärischen Landschaftsbildern, auch wenn
dies nicht ganz der Intention Brandls entspricht, bis zu schimmernden
Licht- und Farbatmosphären.
„Ich wollte das Landschaftliche immer vermeiden, aber zack,
schon ist dieser Horizont wieder da. Dann ärgere ich mich und
versuche ihn zu brechen.“1
Seine changierenden Farbflächen erzeugen flirrende Licht-
und Naturstimmungen, wie man sie eher von der Malerei eines Monet
oder Turner her gewöhnt ist. Zu Beginn der 90er Jahre wird
auch der Farbauftrag reduziert, seine reliefhafte Malweise wird
flacher.
Brandls abstrakte Farbfelder, aufgrund der immer größer
werdenden Formate könnte man auch von monumentalen Farbräumen
sprechen, konzentrieren sich immer mehr auf den Malprozess und
die Farbe an sich. Deutlich erkennbare Pinselstriche und stetes
Übermalen demonstrieren die reine Malerei. Auch unterbricht
er seine Farbräume bewusst durch herabfließende Farbe
oder sich deutlich absetzende Farbflächen, wodurch die Malfläche
mehr hervortritt, als der suggerierte Raum.
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Ohne Titel, 2004
Öl auf Leinwand
170 x 140 cm
Foto: Franz Schachinger, Wien |
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Ohne Titel, 2005
Öl auf Leinwand
250 x 230 cm
Foto: Franz Schachinger, Wien |
Ab etwa 2000 entsteht eine neue Werkserie mit Gebirgslandschaften,
wofür er Vorlagen vom Himalaya und den Dolomiten verwendet.
Allerdings widmet er sich nur scheinbar der figurativen Malerei,
denn: seine Gebirge bleiben nach wie vor abstrahiert. Die plastisch
wirkenden Gesteins- und Schneemassen werden mit Hilfe von dicht
aneinander gesetzten Pinselstrichen herausgearbeitet, die bei
Nahsicht deutlich erkennbar bleiben. Die offene Malweise mit bewusst
gesetzten Farbschlieren und deutlichen Pinselstrukturen demonstriert
wiederum den Malakt, der Gegenstand tritt dadurch zurück.
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Ohne Titel, 2005
Öl auf Leinwand
350 x 400 cm
Foto: Franz Schachinger, Wien
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Dieselbe Intention verfolgt seine Serie mit Waldbildern, die etwa
ab 2005 entsteht. Hier herrscht eine eher impressionistische Malweise
vor, die wiederum Brandls virtuosen Umgang mit dem Werkstoff Farbe
vorführt.
Herbert Brandl errang bereits 1992 internationalen Erfolg auf
der documenta IX, außerdem bespielte er 2007 erfolgreich
den österreichischen Pavillon der Biennale von Venedig, wo
die Bilder vor allem durch ihr großes Format beeindruckten.
1) Zitat Brandl aus: Herbert Brandl, Ausst.-Kat. Neue
Galerie Graz, 2002, S. 255.
Annette Stein
AUSSTELLUNGEN UND Ausstellungsbeteiligungen im Essl Museum
| 2013 |
DER HIMMEL IM GARTEN, Schömer-Haus |
| 2012 |
DIE SAMMLUNG |
| 2011 |
FOCUS: ABSTRAKTION. Werke aus der Sammlung Essl |
| 2010 |
CORSO. WERKE DER
SAMMLUNG ESSL IM DIALOG |
| 2008 |
DIE SAMMLUNG Neue Einblicke in die Sammlungsbestände |
| 2008 |
MEISTERWERKE DER SAMMLUNG ESSL [11.04.2008 - 29.03.2009]
|
| 2008 |
KOMPLEX. Österreichische Gegenwartskunst aus der Sammlung
Essl Museum am Ostwall, Dortmund [18.05.2008 - 10.08.2008] |
| 2007 |
A TRIBUTE - 35 YEARS OF THE ESSL COLLECTION |
| 2007 |
PASSION FOR ART. 35 Jahre Sammlung Essl |
| 2006 |
PERMANENT 06 |
| 2006 |
ÖSTERREICH: 1900 – 2000. Konfrontationen und
Kontinuitäten |
| 2005 |
Zeitgenössische österreichische Kunst und Malerei
der Nachkriegszeit aus der Sammlung Essl, Museo de Arte Moderno
de México, Mexico City [08.06.2005 - 21.08.2005]
Weitere Station: Museo de Arte Contemporáneo de Monterrey
[05.10.2005 - 29.12.2005] |
| 2004 |
NEUE WILDE – Eine Entwicklung |
| 2003 |
NEUANKÄUFE. Zusammengestellt vom Sammler Karlheinz
Essl |
| 2002 |
PERMANENT 02 – Neuhängung der permanenten Präsentation
der Sammlung Essl |
| 2001 |
Die Österreichische Moderne nach 1945 in der Sammlung
Essl – Malerei, Grafik, Zeichnung, Kunsthalle Erfurt
[17.06.2001 - 02.09.2001] |
| 2000 |
Österreichische Malerei der Achtziger Jahre,
Gallery Klovicévi Dvori, Zagreb [15.09.2000 - 29.10.2000] |
| 2000 |
PERMANENT 01 – Bedeutende Werke aus der Sammlung in
einer Auswahl von Karlheinz Essl |
| 1999 |
the first view. Eröffnungsausstellung im neuen Kunsthaus
der „Sammlung Essl“ |
| 1997 |
Abstraktion in Österreich. Bilder aus der Sammlung
Essl |
| 1996 |
Malerei in Österreich 1945-1995. Die „Sammlung
Essl“ – Ausstellung im Künstlerhaus Wien |
| 1994 |
Neue Malerei in Österreich Karmeliterkirche, Wiener
Neustadt, [30.03.1994 - 30.04.1994] |
| 1994 |
Bohatsch - Brandl - Scheibl - Bilder aus der Sammlung Schömer,
Benediktinerabtei Seckau_A [15.05.1994 - 12.06.1994] |
| 1993 |
Jan Hoet präsentiert die Sammlung Schömer, Eröffnung
am 11.03.1993 |
| Ab 1980 |
Das Jahrzehnt der Malerei. Österreich 1980 bis 1990.
Sammlung Essl, Kunstforum Wien [30.08.1991 - 20.10.1991],
1992-1996 weitere Stationen in Europa, Indien und den USA
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Weiterführende Literatur zu diesem Künstler finden Sie in der
Bibliothek >> des Essl Museums.
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updated: 26.04.2013
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