>HEIMO ZOBERNIG<
KONZERTE IN DER AUSSTELLUNG
Freier Eintritt
Auch während der Ausstellungszeit wird der Große Saal immer wieder als Konzertraum genützt. Die musikalischen Darbietungen sind integraler Bestandteil der Schau. Dafür haben der Musikintendant Karlheinz Essl jr. und das Team des Essl Museums ein musikalisches Rahmenprogramm zur Ausstellung konzipiert.
Das Programm ist auf Wunsch Heimo Zobernigs bunt durchmischt. Im Rahmen der Eröffnung starten wir mit „La Stampa“, einer Berliner Popgruppe mit dem Frontman Jörg Heiser, Kunstkritiker, Autor und Mitherausgeber des Kunstmagazins Frieze.
Jörg Heiser: Vocals, Guitar
Jan Verwoert: Vocals, Bass
Jons Vukorep: Drums
Thomas Hug: Piano
Reznicek: Gynthesizer Record Label: STAATSAKT
Die Gentlemen der englischsprachigen Kunstschreibe Jan Verwoert und Jörg Heiser (frieze, afterall etc.) und ihre Third-Order Postpostpoppunk-Gruppe, erweitert um den tschechischen Sinuswellenguru Reznicek (Nova Huta/Groenland Orchester) an Klangerzeugern sowie den halb-argentinischen Genfer Ex-Tennisprofi und Pianovirtuosen Thomas Hug am 11- Finger-Klavier. Zusammengehalten wird das heterogene Charakterkonglomerat durch das bosnische Herz, den Balkanfilm-Impresario Jons Vukorep am Adrenalinschlagzeug. Nach zwei Jahren zwischen Transitproberäumen und Karaokeparties heißt es jetzt:
Bitte quer nach vorne raus, Dunkeltanzen war gestern!
>ELEKTRO VOX< Kreuzungen zwischen Stimme und Elektronik 13.04.2011, 20.00 Uhr
Im Rahmen des Musikprogramms „Cross the Border“
Julieanne Klein (New York): Stimme
Karlheinz Essl: Elektronik
Werke von Kaija Saariaho, Karlheinz Essl, Geof Holbrook, Ricardo Romaneiro und Julieanne Klein
Die menschliche Stimme - das unmittelbarste und berührendste aller Instrumente - tritt an diesem Abend in Kontakt mit elektronischen Klangprozessen. Dabei verliert sie nicht nur ihre Unschuld, sondern gewinnt an künstlerischem Ausdruck und expressiver Kraft. Die klassisch ausgebildete Sängerin Julieanne Klein hat sich zunächst mit der Moderne auseinandergesetzt, um danach die Erweiterung der Stimme mit elektronischen Mitteln zu untersuchen. Dafür erarbeitete sie sich in Kooperation mit verschiedenen KomponistInnen ein eigenes Repertoire im spannenden Grenzbereich zwischen Stimme und Elektronik, das sie im Essl Museum präsentiert.
Julieanne Klein: Kennst du das Land
Video from the rehearsal at the Essl Museum on April 13th, 2011
>THE LIVING MUSICBOX< Der Hundertliedertisch 20.04.2011, 20.00 Uhr
Anton Tichawa:
Soloperformance – Gesang, Gitarre
Die Living Musicbox betritt Heimo Zobernigs Architektur und stellt an passender Stelle einen Tisch auf, als Ort und Infrastruktur des Miteinander-Verhandelns. Immer wieder wählt ein Zuhörer/eine Zuhörerin eines aus einhundert bereitliegenden Objekten aus, z.B. die Arbeitshandschuhe, und legt diese auf den Tisch. Jedes Objekt steht für eines von hundert Liedern. Die Living Musicbox untersucht das Upgrade einer Maschine, eben einer Musicbox, durch Einbau einer menschlichen Komponente.
Für diese Maschine ist der Tisch ein Nachrichtenkanal, wie die Tasten einer Musicbox. Die Arbeitshandschuhe sind eine bestimmte Nachricht, wie die Tastenkombination "C1" für eine Musicbox; sie bezeichnen in diesem Beispiel John Lennon's Lied "Working Class Hero". Das gesungene Lied ist die pseudo-maschinelle Wiedergabe von John Lennon's Referenzszenario, wie die Verhandlung gestaltet werden könnte.
Anton Tichawa: John Barleycorn
Video from his concert at the Essl Museum on April 20th, 2011
>vuigasCity< Elektro-Rock 27.04.2011, 20.00 Uhr
Lukas Kupelwieser: Gitarre
Simon Essl: Bass
Mathias Pohl: Schlagzeug
Seit 2006 versuchen vuigasCity aus Wien mit neuartigen rockigen Kompositionen die Menschen zum Tanzen zu bringen. Nichts bleibt unversucht, Funk wird mit psychedelischen Elementen gemischt, Techno und Alternative finden zusammen. Lange Improvisationen wechseln sich mit kurzen, energischen Stücken ab, die im Ohr bleiben. Die Besetzung Gitarre, Bass und Schlagzeug ist klassisch, alles andere nicht.
vuigasCity: Encore
Video from the concert at the Essl Museum on April 27th, 2011
>PLEROMA< Towards A Borderless Space 04.05.2011, 20.00 Uhr
Im Rahmen des Musikprogramms „Cross the Border“
João Castro Pinto (PT): Elektronik
Bernhard Loibner (A): Elektronik
Pleroma - Towards A Borderless Space ist eine mehrkanalige Live-Sound Installation und Performance, erdacht und realisiert von Bernhard Loibner und João Castro Pinto. Das Projekt reflektiert anhand von Verschränkungen und überschichtungen von Field-Recordings und Elektronischen Live-Sounds die Konzepte der Beschränkung, des überquerens und der überwindung von Grenzen, seien sie geographischen, gesellschaftlichen, ästhetischen oder künstlerischen Ursprungs. Pleroma (πλήρωμα) ist ein Ausdruck aus dem griechischen und bedeutet "Fülle". In diesem Kontext versteht sich der Titel als Gegensatz zur Idee der "Teilung" oder "Eingrenzung", als die Kraft einer Existenz die jenseits von Schranken und Grenzen operiert.
Clemens Rosigkeit: Klarinette
Georg Riedl: Bassetthorn
Simon Essl: Bassklarinette
Das trioMOONDOG setzt sich aus Clemens Rosigkeit an der Klarinette, Georg Riedl am Bassetthorn und Simon Essl an der Bassklarinette zusammen. Seit vielen Jahren in immer leicht abgewandelten Formationen aktiv, interpretiert das Ensemble sowohl klassische als auch moderne Stücke, immer mit dem Anspruch, den Kompositionen durch die ungewöhnliche Instrumentierung eine neue Dimension zu geben. Mit einer großen Begeisterung für Zeitgenossen wie Astor Piazzolla oder dem Namensgeber Moondog, aber auch für Altmeister wie J. S. Bach kann das Trio mit einem abwechslungsreichen Repertoire aufwarten und viele Geschmäcker gleichermaßen treffen. Auch vor abstrakter Komposition wird nicht zurückgeschreckt, so wurden bereits schon Stücke von Christoph Herndler oder Karlheinz Essl aufgeführt. Die Freude am gemeinsamen Spielen steht bei alledem aber immer im Vordergrund und soll für das Publikum auch spürbar gemacht werden.
Astor Piazzolla: La muerte del angel
trioMOONDOG live
>W.U. CHOR WIEN< „Das kommt mir spanisch vor...“ 29.05.2011, 11.00 Uhr
Werke aus Lateinamerika von: Piazzolla (Argentinien), Villa-Lobos (Brasilien), José Barros (Kolumbien), Inocente Carreño (Venezuela), u.a.
Volksmusik aus Österreich
Künstlerische Leitung: Andrés García
Die Gegenüberstellung lateinamerikanischer und österreichischer Volksmusik wird in diesem Konzert zu einer reizvollen Begegnung, wenn sich Lebensfreude und Melancholie in der spezifischen Klangfarbe der jeweiligen Region entfalten. Die Möglichkeit, das Programm im Essl Museum in der Ausstellungsinstallation von
Heimo Zobernig aufzuführen, gibt dem Titel des Konzerts „Das kommt mir spanisch vor ...“ eine weitere Facette. Museumsräume sind heutzutage für verschiedene Events buchbar, regelmäßig finden dort auch Kammermusik- oder Liederabende statt, aber als Konzertsaal für einen klassischen Chor mit ca. 40 ChorsängerInnen ist das Museum ein ungewöhnlicher Ort.
>CINQUETARLI< Klassisches Holzbläserquintett auf historischen Instrumenten 09.06.2011, 19.00 UHR
Katharina Kröpfl: Traversflöte
(nach Heinrich Grenser, vor 1807)
Andrea Strassberger: Klassische Oboe
(nach Grundmann & Flott, 1809)
Georg Riedl: Klassische Klarinette
(nach Heinrich Grenser, um 1810)
Michael Parzer: Naturhorn
Katherine Mandl: Klassisches Fagott
(nach Heinrich Grenser, um 1810)
Das Originalklang-Ensemble Cinquetarli ("Die fünf Holzwürmer") wurde im Sommer 2008 gegründet und hat sich seither auf Spurensuche begeben: einerseits die frühe Literatur des klassischen Holzbläserquintettes aufzuspüren, um diese andererseits möglichst authentisch in Klang und Interpretation wiederzugeben. Der Klang der historischen Instrumente lässt gut nachvollziehen, wie das Naturhorn mit seinem feinen, schlanken Ton Eingang finden konnte in eine sonst reine Holzbläserbesetzung. Die Klarinette – um 1800 noch ein sehr "junges" Instrument - wurde anfangs sehr gerne mit Horn kombiniert. Gemeinsam mit dem Fagott bilden Horn und Klarinette ein homogenes und sehr wandlungsfähiges Fundament für die Oberstimmen in Oboe und Flöte.
Cinquetarli spielt "frühe" Literatur der zu Beginn des 19. Jahrhunderts neuartigen Besetzung des Holzbläserquintettes auf dem Instrumentarium der Zeit.