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>HEIMO ZOBERNIG<

Kuratoren: Günther Oberhollenzer, Heimo Zobernig

01.04. – 13.06.2011, Großer Saal

Von 1. April bis 13. Juni 2011 zeigt das Essl Museum die Personale >HEIMO ZOBERNIG<. Im Rahmen der Ausstellung gibt es ein umfangreiches Musikprogramm. Den Anfang macht die Berliner Band „La Stampa“ mit Frontman Jörg Heiser zur Eröffnung am 31. März.

Wie häufig in seinem Werk behandelt und hinterfragt Heimo Zobernig auch in dieser Ausstellung gängige, institutionell bedingte Präsentationsmechanismen sowie überhaupt das Zurschaustellen von (Kunst-) Objekten an sich. Der Künstler lenkt die Aufmerksamkeit auf Objekte wie Sockel, Podest, Vorhang oder Stühle, die bisher unsichtbar innerhalb des institutionellen Feldes existierten und verleiht ihnen einen eigenen künstlerischen Kontext.

Heimo Zobernig
Heimo Zobernig
Konzert
BULBUL, CAPC
Musée d’art contemporain, Bordeaux, 2009
Foto Archiv HZ
Ohne Titel, 1986
Kunstharzklarlack/Karton
20,3 x 15,6 x 6,9 cm
Foto Archiv HZ
© VBK, Wien, 2011

Die Ausstellung im Großen Saal des Essl Museums wird von Heimo Zobernig selbst eingerichtet und gestaltet. Der Künstler reibt sich mit den architektonischen Gegebenheiten der wellen-förmigen Ausstellungshalle und eignet sich den Raum neu an. Mit großem Gespür für die Anordnungen und Beziehungen von Dingen im räumlichen Kontext greift Zobernig dabei auf existierende, bereits realisierte Werkideen zurück, um sie in anderen inhaltlichen Zusammenhängen neu zu präsentieren. So begleitet ihn schon seit einigen Ausstellungen ein großer videoroter Vorhang. Dieser findet nun auch im Essl Museum seine Verwendung. Der Künstler teilt und verändert durch den Vorhang und ein bühnenhaftes Setting den Raum und dessen Architektur. Die Ausstellungsbesucher befinden sich gleichzeitig vor und hinter dem Vorhang, es bleibt in der Schwebe, ob sie Zuseher oder Akteure sind. Der Vorhang wiederum verdeckt und betont zugleich. Er ist Raumteiler, eigenständige Skulptur oder auch etwas dazwischen. Vor ihm stehen Architekturmodelle und Objekte auf Transportkisten, die als Sockel dienen. Zobernig verleiht dem Sockel dabei genauso viel Bedeutung wie den darauf präsentierten Werken. Ein käfigartiger, 4x4 Meter im Grundriss und 4 Meter hoher Stahlquader fungiert als depotartiger Raum. Im Inneren sind Malereien des Künstlers aus der Sammlung Essl nacheinander aufgehängt. Nur Teile davon sind allerdings für den Betrachter einsehbar.

Im vorderen Teil der Personale durchteilt der Vorhang ein großes Podest in zwei Teile. Auf der einen Seite sind 33 Stühle – wie zufällig oder auch nicht – zueinander arrangiert. Zobernig interessiert sich für Bedeutung und Bedeutungszuschreibungen von Dingen. Die Stühle sind mehr als Stühle, sie erscheinen wie Theaterrequisiten, Akteure einer Inszenierung oder auch Skulpturen. Dennoch sind sie weder genau das eine noch das andere und verweigern sich so klaren Zeichen- und Begriffszuschreibungen. Die andere Seite des Podestes bleibt leer und wird zur Bühne – zumindest zeitweise. Auf ihr findet das Eröffnungskonzert von „La Stampa“ statt, einer Berliner Popgruppe mit dem Frontman Jörg Heiser, Kunstkritiker, Autor und Mitherausgeber des Kunstmagazins Frieze. Auch während der Ausstellungszeit wird der Große Saal immer wieder als Konzertraum genützt. Die musikalischen Darbietungen sind integraler Bestandteil der Schau. Das PROGRAMM >> ist auf Wunsch des Künstlers bunt durchmischt und reicht von „Electro Vox“ mit Julienne Klein und Karlheinz Essl jr. über „The Living Musicbox“ von Anton Tichawa bis hin zum „W.U. Chor Wien“.

Heimo Zobernig
Heimo Zobernig
Ohne Titel, 1987
Öl/Karton
10 x 10 x 5 cm
© VBK, Wien 2011
Installationsansicht zur Austellung, 2011
© Foto Archiv HZ

Zur künstlerischen Ausstellungsgestaltung gehört für Heimo Zobernig auch die grafische Umsetzung der Ausstellungsdrucksorten. Plakat, Einladungskarte und Katalogcover wurden von Zobernig entworfen. Der Künstler wählte, seinem Stil entsprechend, eine klar minimalistische Lösung: die grafische Überlappung des Namens Heimo Zobernig ergibt sich aus diversen Entwurfsvorschlägen aus dem Grafikdesignbüro des Essl Museums und betont den bildhaften Charakter von Schrift; die dadurch erzeugte Dichte steht im Kontrast zu den Leerstellen, deren Annährung ein zentrales Motiv seiner Arbeit darstellt.


Heimo Zobernig
Ausstellungssujet Heimo Zobernig


Auch der Katalog wird zusammen mit dem Künstler gestaltet. Da es hier unabdingbar ist, Raumansichten zu integrieren, wird er erst nach der Eröffnung, voraussichtlich Ende April, erscheinen. Neben einem Vorwort von Karlheinz Essl enthält er mehrere Aufsätze von Autoren, die – ähnlich wie der Vorhang – die letzten großen Ausstellungen begleitet haben und hier zusammengeführt werden: Yann Chateigné, Liam Gillick, Bart van der Heide und Juliane Rebentisch. Die Texte, die nun zum ersten Mal in Deutsch vorliegen, verbindet und ergänzt ein ausstellungsbezogener Essay von Günther Oberhollenzer.



Rahmenprogramm

Heimo Zobernig hat gemeinsam mit Karlheinz Essl jr., dem Musikkurator des Essl Museum, ein musikalisches Rahmenprogramm zur Ausstellung konzipiert. Konkrete Termine und Detailinfos sind HIER >> abrufbar. Detailinfos zu den Konzerten befinden sich auf der vom Künstler gestalteten Einladungskarte.

 KONZERTE IN DER AUSSTELLUNG (PDF)
 (updated: 14 März 09)


Katalog

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Vorwort von Prof. Karlheinz Essl und Textbeiträgen von Yann Chateigné, Liam Gillick, Bart van der Heide, Günther Oberhollenzer und Juliane Rebentisch.


Kunstvermittlung

Das Team der Kunstvermittlung bietet Führungen und Workshops zur Ausstellung an, die Führung zur Ausstellung jeden Sonntag um 13.00 Uhr. Den aktuellen Veranstaltungskalender finden Sie unter KUNSTVERMITTLUNG >>


Biographie

Die Biographie des Künstlers finden Sie HIER >>


Gratis Shuttlebus

Die Besucher können das Essl Museum bequem mit einem kostenlosen Shuttle-Bus von Wien, Albertinaplatz 2, erreichen (10.00, 12.00, 14.00, 16.00 Uhr) und mit dem Bus wieder retour nach Wien fahren (11.00, 13.00, 15.00, 18.00 Uhr).


Eintrittspreise

Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre, Studenten (ohne Altersbeschränkung), Präsenz- und Zivildiener, Arbeitslose; Erwachsene € 7,- und ermäßigte Karten € 5,-


Pressebilder

Presse-Bilder sind auf Anfrage im Pressebüro oder unter PRESSE >> erhaältlich.


Presseanfragen

Erwin Uhrmann (Leitung), uhrmann@essl.museum, +43 (0) 2243/370 50 60
Regina Holler-Strobl, holler-strobl@essl.museum, +43 (0) 2243/370 50 62
updated: 10.06.2011