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SPIRIT & VISION - Aboriginal Art
02.04. – 03.10.2004, Ausstellungshalle

Idee + Konzept: Karlheinz Essl & Michael Eather




Mit >SPIRIT & VISION – Aboriginal Art< bietet die Sammlung Essl nach der erfolgreichen, 2001 präsentierten Ausstellung >DREAMTIME< vom 02.04. – 03.10.2004 neue Einblicke in die Kunst der Aboriginal People. Neben der Präsentation traditioneller Aboriginal Art stehen Tendenzen in Richtung Neuer Medien, der sogenannten Urban Art, im Mittelpunkt der Ausstellung.


Richard Bell
 
Lucy Loomoo

Richard Bell: It Wasn't Me (2002)
Acryl auf Leinwand, 89 x 89 cm
Foto: Graphisches Atelier Neumann, Wien
© Richard Bell
 
Lucy Loomoo: Yirnangarri (2003)
Acryl auf Leinwand, 150 x 100 cm
Foto: Stefan Fiedler-Salon Iris, Wien
© Lucy Loomo courtesy Warlayirti Artists, Balgo



Die Aboriginal Kultur ist die älteste lebende Kultur der Welt. Die Kunst der Aboriginal People erlebte in den letzten 30 Jahren eine drastische Veränderung. Für viele Künstler wurden Anpassungsfähigkeit und Wandel überlebensnotwendig – sie änderten Farben, Maße und Materialien, aber nicht die dahinter stehenden Ideen, nicht den Geist. Die Geschichten über die Erschaffung der Welt werden in der Sprache der jeweiligen Zeit erzählt und bahnen sich in wechselnder Gestalt einen Weg in die Zukunft.

>SPIRIT & VISION – Aboriginal Art< zeigt sowohl Werke, die in den Outbacks entstanden sind, als auch solche aus den Städten, Arbeitsstätte der so genannten Urban Artists. Diese Künstler sind stärker von der westlichen Kunst beeinflusst und verwenden ein weites Spektrum künstlerischer Medien, darunter Fotografie, Video, Computeranimation und Installationen. Viele der Arbeiten, beleuchten neben anderen Themen auch die urbanen Lebensumstände. Sie sind eine Art Kommentar der "Basis" zur Situation der Aboriginal People in den Städten. 130 Werke von 94 Künstlern spannen einen breiten Bogen von vielfältigen Arbeiten, geschaffen von Künstlern unterschiedlicher Herkunft.

Die junge, urbane Kunst wird in der Ausstellung traditionellen "alten Meistern" gegenübergestellt; sie schöpfen aus dem reichen Schatz der Ahnen. Leinwandarbeiten, barks (Rinden), Schnitz- und Flechtarbeiten sowie Fotografie und Video verdeutlichen das weite Feld medialer Möglichkeiten, das heute von den Aboriginal Künstlern genutzt wird.


Maree Puruntatameri

MAREE PURUNTATAMER
Body Painting (2000)
Acryl auf Leinwand, 79 x 149 cm
Foto: Stefan Fiedler-Salon Iris, Wien
© Maree Puruntatameri


Der Großteil der gezeigten Exponate zählt zum Bestand der Sammlung Essl. In den zahlreichen Gesprächen, die Karlheinz Essl während seiner Australien Reise 2003 mit Künstlern, Museumsdirektoren und Kuratoren in Australien führte, wurde immer wieder die Frage nach der Zukunft der Aboriginal Art und ihrer Einbindung in die internationale zeitgenössische Kunstszene diskutiert.

Die in Europa einzigartige Schau >SPIRIT & VISION<, die mit einer Einführung in das Leben und die Kultur der Aboriginal People beginnt, versteht sich als weiterer Beitrag zu dieser spannenden Diskussion.


Desert Woman
 
Mick

Desert Woman
Foto: Neal Mc Leod
© Courtesy Fire-Works Gallery, Brisbane
 

Mick Namarari Tjapaltjarri
Foto: Wildlight
© Courtesy Fire-Works Gallery, Brisbane


Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Programm begleitet. Das Eröffnungswochenende ( 03.04. - 04.04.2004) bietet den Besuchern die Möglichkeit, sich von Aboriginal Artists und dem Sammler Karlheinz Essl durch die Schau führen zu lassen. An beiden Tagen sind Workshops für die ganze Familie mit den Aboriginal Artists geplant.

In der Aboriginal Art Gallery im Foyer des Museums können die Besucher Malerei auf Leinwand, barks (Rinden), geschnitzte Figuren und handgefertigten Schmuck erwerben. Ein spannendes Kunstvermittlungsprogramm mit Führungen und Workshops für alle Altersstufen, musikalische Darbietungen und Performances ergänzen das Angebot. Das Café Museum verwöhnt die Besucher für die Dauer der Ausstellung mit >special offers< zum Australienschwerpunkt.


ULURU
Generative Klanginstallation von Karlheinz Essl jun.

Eigens für diese Ausstellung hat der Komponist Karlheinz Essl die Klanginstallation >ULURU< geschaffen, deren Titel sich auf den heiligen Berg der Aboriginal People (dem "Ayers Rock") bezieht. Als Ausgangsmaterial dienen Originalaufnahmen einer Malperformance, die am 20.05.2001 im Rahmen der legendären Aboriginal Art Ausstellung >DREAMTIME< in der Sammlung Essl stattgefunden hat.

Ein selbstentwickeltes Computerprogramm spaltet das Klangmaterial mit Hilfe von Zufallsoperationen in kleinste Klangatome auf. Diese werden durch generative Kompositionsalgorithmen in Echtzeit zu einem unaufhörlichen Klangstrom zusammengefügt, dessen unvorhersehbarer Verlauf einem fortwährenden Verwandlungsprozess unterworfen ist.

Diese Klangpartikel werden über vier Lautsprecher in die Rotunde projiziert. Sie brechen sich dort an der gekrümmten Innenwand und verbinden sich dabei zu suggestiven Klanggestalten, die den Besucher in eine spirituelle Welt jenseits unseres europäischen Erfahrungshorizontes eintauchen lassen.



Katalog

  Katalog   Deutsch / Englisch. 268 Seiten mit großformatigen Farbabbildungen und zahlreichen Texten zu Land und Künstlern. Texte von Karlheinz Essl, Michael Eather und weiteren australischen Autoren.

Edition Sammlung Essl Privatstiftung: Klosterneuburg 2004
€ 32.00
ISBN: 3-902001-15-1
updated: 06.09.2010