PERMANENT 04
Meisterwerke aus der Sammlung Essl
23 .11.03 – 03.10.2004, Galerien
Karlheinz Essl zeigt zum dritten Mal seit Eröffnung
des Hauses 1999 eine Auswahl an Werken der Sammlung. Über
100 Arbeiten bieten einen neuen spannenden Einblick in die Bestände
der Sammlung und setzen persönliche Akzente und Schwerpunkte.
Jeder der sieben Galerieräume hat einen thematischen Schwerpunkt,
der sich diesmal an Ländertraditionen orientiert. Den Auftakt
macht ein monumentales Werk von Jörg
Immendorff: "In meinem Salon ist Österreich", das Agnes
und Karlheinz Essl im Verbund mit österreichischen Künstlern
zeigt. Maria Lassnig,
Franz Ringel, Otto Muehl,
Günter Brus, Arnulf Rainer und Christian Ludwig Attersee
sind auf dem Gemälde zu sehen, deren Arbeiten den 3. Galerieraum
bestimmen.
Werke jüngerer österreichischer Künstlerinnen und
Künstler sind geprägt von Themen junger Menschen in
unserer Gesellschaft, von der Auseinandersetzung mit Populärkultur
(Muntean/Rosenblum;
Katrin Plavcak) und dem eigenen Körper (Elke
Krystufek).
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MUNTEAN ROSENBLUM
Ohne Titel (There are times when life...), 2001
Öl auf Leinwand, 200 x 250 cm
© Sammlung Essl Privatstiftung |
Erdige monumentale Schwere in Braun, Schwarz
und Ockerfarben bestimmen den 2. Galerieraum mit Arbeiten von
drei spanischen Künstlern: Eduardo Chillida, Antonio Saura
und Antoni Tàpies; Chillida und Tàpies sind auch
mit Skulpturen vertreten.
Im 3. Galerieraum veranschaulichen Werke der frühen Aktionsmalerei
von Otto Muehl und Alfons
Schilling die Kraft gestischer Malerei; eine subtile Variante
davon ist Hans Staudachers frühes, vom Kalligrafischen beeinflusstes
Werk. Die Bilddichtung von Günter Brus: "Das Inquisit" bearbeitet
ein grafisches Werk von Francisco Goya. Neuere Arbeiten von Arnulf
Rainer sind geprägt von einer überraschend lasierenden
Farbigkeit; die Bildgründe hat der Künstler mit verschiedenen
Werkzeugen, wie Schrotflinte oder Meißel bearbeitet.
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DIETER ROTH
Südliches Vergnügen, 1979/80
Materialmontage, 200 x 120 x 100 cm
Foto: Atelier Neumann, Wien
© Nachlaß Dieter Roth
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Der 4. Galerieraum ist der deutschen Malerei gewidmet. Die deutschen
"Malerfürsten" Georg
Baselitz und Markus
Lüpertz bezeichneten ihre Kunst einmal als Rettung
vor der Realität. Von der Bedeutungslösung des Gegenstandes
bestimmt, sind doch ganz unterschiedliche Abstraktionsvarianten
zu erkennen. Die dithryambische Malerei Lüpertz' monumentalisiert
Gegenstände im Bild, während beim späten Baselitz
das Motiv transparent, in unterschiedlichen Winkeln gedreht
auf der weißen Fläche zu schweben scheint. Von Proportion,
Raum und dem Verhältnis von Fläche und Struktur lebt
die großformatige Malerei Günther
Förgs. Einen experimentellen Umgang mit der Malerei
unter Einbeziehung vorgefundener Materialien und Formen findet
sich bei den vier Sommerbildern von Sigmar Polke.
In dieser Dichte noch nie präsentiert, zeigt Karlheinz
Essl im 5. Galerieraum bedeutende Objekte und Assemblagen der
Sammlung von Daniel Spoerri und Dieter Roth. Roths installative
Arbeiten sind willkürliche Dinganhäufungen, er interessiert
sich nicht für das Schöne und die Perfektion in der
Kunst, sondern betreibt eine ungeplante Arbeitsweise, die jegliche
Ästhetik ablehnt. Spoerri ist mit einem Fallenbild und
mehreren Objektassemblagen vertreten, z.B. der "Vagina Dentata"
von 1991.
Bruno Gironcoli, dem bedeutenden Bildhauer und Grafiker
und Vertreter Österreichs auf der Biennale 2003 in Venedig,
ist ein eigener Raum gewidmet. Neben zwei Skulpturen sind es
besonders die grafischen Arbeiten mit ihrem metallischen Charakter,
die die individuelle Auseinandersetzung Gironcolis mit dem Menschenbild
veranschaulichen.
KünstlerInnen und Künstler in der Ausstellung
Christian Ludwig Attersee, Georg
Baselitz, Günter Brus, Eduardo Chillida, Günther
Förg, Bruno Gironcoli, Ise Haider, Jörg Immendorff,
Peter Kogler, Elke Krystufek,
Maria Lassnig, Markus
Lüpertz, Otto Muehl, Muntean/Rosenblum,
A.R. Penk, Katrin Plavcak, Sigmar Polke, Arnulf Rainer, Franz
Ringel, Dieter Roth, Antonio Saura, Alfons
Schilling, Eva Schlegel, Daniel Spoerri, Hans Staudacher,
Antoni Tàpies, Rosemarie Trockel.
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updated: 29.12.2010
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