In den Galerieräumen der Sammlung Essl werden bedeutende
Werke aus der Sammlung in einer Auswahl von Karlheinz Essl präsentiert.
Die Ausstellung schließt an Eröffnungsschau the
first view an und wird über einen längeren
Zeitraum gezeigt um dem Besucher die Möglichkeit zu geben
Hauptwerke der Sammlung permanent zu sehen.
Die Schau bietet einen Querschnitt durch die Sammlung, der
nicht repräsentativ sein will, sondern persönliche
Akzente setzt und die Schwerpunkte im Sammlungsprogramm von
Agnes und Karlheinz Essl erfahrbar macht. Gezeigt werden Werke
österreichischer Künstler, wie z.B. Siegfried
Anzinger, Herbert Brandl,
Maria Lassnig, Hermann
Nitsch und Arnulf Rainer; auch die jüngere Generation ist
u.a. mit Werken von Ernst Caramelle, Franz Graf, Johanna Kandl
und Eva Schlegel vertreten.
Dem gegenübergestellt werden Arbeiten von Künstler
wie Donald Baechler,
Nan Goldin, Peter Halley,
Morris Louis, Albert Oehlen
und Sigmar Polke.
Der 1. Galerieraum wird vom Thema Figur in der zeitgenössischen
Malerei bestimmt. Maria
Lassnigs figurativ expressionistische Arbeiten werden mit
Werken von Markus Lüpertz,
Jörg Immendorf
und Sigmar Polke konfrontiert,
die gleichzeitig auch den Schwerpunkt der deutschen Malerei
in der Sammlung bilden.
Die Wirklichkeiten und COBRA dominieren den
2. Galerieraum. Durch Peter Pongratz’ und Franz
Ringels Auseinandersetzung mit der zustandsgebundenen Kunst
und der Kinderzeichnung werden Verbindungen mit dem Gugginger
Künstler August Walla
und den Mitgliedern der Cobra-Gruppe, Pierre
Alechinsky und Karel Appel
hergestellt.
Im 3. Galerieraum ist das Thema Abbildung, Körper
und Figur vorrangig. Alex Katz und Martin Kippenberger sind
hier genauso vertreten wie Donald
Baechler und Elke
Krystufek.
Im 4. Galerieraum werden die Vertreter des Österreichischen
Informel präsentiert. Hans Staudacher, Markus
Prachensky, Joseph Mikl, Wolfgang
Hollegha und Arnulf Rainer schlagen mit ihren Arbeiten eine
Brücke zum Spanier Antoni Tàpies.
Der 5. Galerieraum ist dem Thema des imaginären Raumes
gewidmet. Das Wolkenbild von Gerhard
Richter steht der abstrahierten Landschaft eines Max
Weiler, oder einer Landschaft von Herbert
Brandl, die nur im Strukturellen und Elementaren erfahrbar
ist gegenüber.
Der 6. Galerieraum zeigt konstruktive und neo-konzeptuelle
Positionen von Günter
Förg und Sean Scully und stelle diesen Arbeiten von
Ernst Caramelle, Gerwald
Rockenschaub und Franz Graf gegenüber.
Den Abschluß der Galerieräume bildet einer Art
Kapelle, bestückt aus Schüttbildern, Altären
und eucharistischem Inventar von Hermann Nitsch, die beim 6
Tage Spiel verwendet wurden. Der Raum wurde vom Künstler
selbst gestaltet.
Der Große Saal im 2. Obergeschoß wird mit amerikanischer
Kunst ab den frühen 60er Jahren bis zu zeitgenössischen
Positionen bespielt, ergänzt durch Skulpturen von Nam June
Paik, Markus Lüpertz
und Jannis Kounellis.
Kritik
DER STANDARD: von
Markus Mittringer (21.-26.12.2000):