NITSCH - Eine Retrospektive
Werke aus der Sammlung Essl 1960 - 2000
17.10.2003 – 11.01.2004, Ausstellungshalle, Kleiner Saal,
Großer Saal
Konzept: Hermann Nitsch und Karlheinz Essl
Der 65. Geburtstag von Hermann Nitsch ist Anlass für eine
umfassende Retrospektive seines Schaffens mit 180 Werken aus
den Beständen der Sammlung Essl. Hermann Nitsch und Karlheinz
Essl, die eine langjährige Freundschaft verbindet, haben
diese Schau gemeinsam konzipiert.
Karlheinz Essl hat den Künstler durch viele Jahre seines
Schaffens begleitet und Arbeiten aus den verschiedenen Werkphasen
des Künstlers erworben. Es ist ein hervorstechendes Merkmal
der Sammlung Essl, dass das Schaffen eines Künstlers durch
viele Jahre begleitet und in die Tiefe gesammelt wird.
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HERMANN NITSCH
Großes Bild mit Malhemd (1988)
Acryl und Blut auf Leinwand, 200 x 300 cm
© VBK Wien, 2003 |
40 Schaffensjahre werden in der Ausstellung präsent: die
frühe Aktionsmalerei, die Zeit des Wiener Aktionismus Anfang
der 1960er Jahre, die Konzeption und Entwicklung des Orgien Mysterien
Theaters bis zu neuer Malerei. Die Idee des Gesamtkunstwerks,
die das O.M. Theater bestimmt, als Zusammenspiel von Malerei und
Fotografie, Installation, Aktionsrelikt und Musik wird in dieser
Schau umfassend erlebbar. Der selten gezeigte Werkkomplex der
38. Malaktion im Schömer-Haus
1996 und die Kapelle des 6 Tage Spiels, Prinzendorf 1998, unterstreichen
das Konzept eines alle Sinne umfassenden Kunstwerks.
Auch Werke aus der jüngsten Zeit, in überraschender
Farbigkeit, sind zu sehen. Die Architektur der Ausstellungshalle
und des Großen Saals bieten den großzügigen Rahmen
für die Präsentation einer beeindruckenden Werkschau
als Gesamtkunstwerk.
In den letzten Jahrzehnten gab es kaum einen österreichischen
Künstler, der die Nation mit seinem Schaffen so spaltete
wie Nitsch und derart emotional geführte Diskussionen auslöste.
Die Wurzeln der Kunst von Hermann Nitsch entstammen dem Wiener
Aktionismus der frühen 1960er Jahre. Nitsch zählt zu
den ersten und prominentesten Vertretern dieser Kunstrichtung,
die als bedeutendster Beitrag Österreichs zur Kunst der 2.
Hälfte des 20. Jahrhunderts gewertet wird. Werke von Hermann
Nitsch gehören zu den Beständen der wichtigsten Museen
der Welt.
Le mystère d'orgue
Generative Klanginstallation für Hermann Nitsch
Als musikalische Begleitung zur großen Hermann Nitsch-Retrospektive
in der Sammlung Essl hat der Komponist Karlheinz
Essl die raumgreifende Klanginstallation Le
mystère d'orgue geschaffen, die von der Rotunde
aus den Großen Saal und die Ausstellungshalle mit Klängen
durchflutet. Musik ist für Nitsch seit jeher integraler
Bestandteil des Orgien Mysterien Theaters, das im August 1998
seinen Höhepunkt im 6 Tage Spiel fand. Für dieses
minutiös durchchoreographierte Gesamtkunstwerk hat der
Künstler eigens Musik komponiert, die unlängst auf
51 CDs veröffentlicht wurde.
Eine CD-Version
dieser Musik ist im Bookshop der Sammlung Essl erhältlich.
Katalog
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Zur Ausstellung erscheint
ein 228 Seiten umfassender aufwändig gestalteter Katalog
in Deutsch und Englisch mit seitenfüllenden Abbildungen
und einem Gesamtverzeichnis der Werke von Hermann Nitsch in
der Sammlung Essl. Mit Texten von Andrea Cusumano, Karlheinz
Essl, Hermann Nitsch und Wieland Schmied.
Sammlung Essl Privatstiftung: Klosterneuburg 2003
VERGRIFFEN!
ISBN 3-902001-12-7 |
Grafik
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Aus Anlass der Retrospektive
in der Sammlung Essl hat Hermann Nitsch die handgefärbte
Radierung Unterirdische Theateranlage geschaffen. Bis
einschließlich 15. Dezember 2003 bietet Ihnen die Sammlung
Essl die einmalige Gelegenheit der Bestellung zum Subskribtionspreis
von € 1.000.-
Jede Radierung ist ein handgefärbtes und signiertes Unikat!
Subskriptionspreis bis 15.12.2003: € 1.000,-
Regulärer Verkaufspreis ab 16.12.2003: € 1.300,-
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115. Aktion von Hermann Nitsch
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Aus Anlass der Ausstellung wurde am 15.11.2003 die 115.
Aktion von Hermann Nitsch veranstaltet, die dem Typus
einer Aktion von 3 Stunden entspricht, wie sie der Künstler
schon in vielen Kunstzentren der Welt aufgeführt hat
– unter Einsatz von Blut und Fleisch, 20 Akteuren und
8 Musikern (3 Saxophonisten, 2 Trompeter, 2 Posaunen, Live-Elektronik). |
PolemikeK
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Die NITSCH-Retrospektive in der Sammlung Essl wurde von
heftigen Attacken begleitet, die zuletzt sogar gemeindepolitische
Dimensionen annahmen. Schließlich schaltete sich der
Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny in die Diskussion
ein und rief in einem Offenen Brief seine Klosterneuburger
Parteifreunde zur Besonnenheit auf. Hier eine Zusammenstellung
der verschiedenen Reaktionen... |
Literatur
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updated: 06.09.2010
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