MARIA LASSNIG
body.fiction.nature
20.04. – 28.08.2005, Ausstellungshalle
Kuratorin: Christine Humpl
Sechs Jahre nach der letzten großen Präsentation
der Arbeiten von Maria Lassnig in Österreich zeigt die Sammlung
Essl erstmals in einer großen Einzelausstellung Werke der
Künstlerin aus den Beständen der Sammlung Essl. Der
Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf Arbeiten der letzten drei
Jahrzehnte; insgesamt sind ca. 55 Ölbilder sowie der 32-teilige
Aquarellzyklus "Landleute" (1996-2003) zu sehen. Erstmals
wird auch eine Skulpturenserie, die Maria Lassnig bereits in den
70er Jahren in New York begonnen hat, in einem musealen Kontext
präsentiert. Ergänzt wird die Schau durch Einblicke
in Lassnigs filmisches Schaffen. Der Körper, die Fiktion
und die Natur haben sich als drei wesentliche inhaltliche Bezugspunkte
in der Ausstellung herauskristallisiert und der Ausstellung den
Untertitel gegeben: body. fiction. nature.
Maria Lassnig zählt international zu den bedeutendsten Künstlerinnen
der Gegenwart. Sie gilt als Vorreiterin und Visionärin für
nachfolgende Generationen von Künstlern und hat mehrere künstlerische
Entwicklungen entscheidend mitgeprägt. Im Zentrum ihrer Malerei
steht die Beobachtung des "Körpergefühls"
durch das Medium der Malerei.
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MARIA LASSNIG
Abwehr (2000)
Öl auf Leinwand, 206 x 153 cm
Fotonachweis: Courtesy Friedrich
Petzel Gallery, NYC
© Sammlung Essl Privatstiftung |
"Ich trete gleichsam nackt vor die Leinwand, ohne Absicht,
ohne Planung, ohne Modell, ohne Fotografie, und lasse entstehen.
Doch habe ich einen Ausgangspunkt, der aus der Erkenntnis entstand,
dass das einzig wirklich Reale meine Gefühle sind, die sich
innerhalb des Körpergehäuses abspielen: physiologischer
Natur, Druckgefühl beim Sitzen und Liegen, Spannungs- und räumliche
Ausdehnungsgefühle – ziemlich schwierig darstellbare
Dinge." (Maria Lassnig, 1980)
Neben diesem zentralen Thema, dem "Körpergefühl",
gibt es eine Vielfalt an weiteren Themen, die Maria Lassnig in
ihren Arbeiten aufgreift. Bei den Science-Fiction-Arbeiten aus
den frühen 60er wie auch aus den 80er und 90er Jahren handelt
es sich um Metamorphosen bzw. Verschmelzungen von Körpern
mit leblosen Objekten, ähnlich wie bei den Surrealisten.
So malt die Künstlerin Körper als Automaten, Roboter,
Maschinen, Tier-Mensch-Kreuzungen. Aber auch Reflexionen über
die Malerei (insbesondere im Zyklus "Innerhalb und Außerhalb
der Leinwand", 1984–1987), über Fauna und Flora
sowie über mythologische und existenzielle Themen sind in
der Ausstellung stark vertreten.
MARIA LASSNIG Aus: Landleute (1996-2003)
Bleistift, Buntstift und Aquarell auf Papier
70 x 50 cm
Fotonachweis: Courtesy RitterGallery,
Klagenfurt
© Sammlung Essl Privatstiftung
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MARIA LASSNIG
Kreatur (1981/82)
Bronze, 144 x 200 cm
Fotonachweis: Franz Schachinger
© Maria Lassnig, courtesy Galerie Ulysses, Wien
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Die aktuellen Arbeiten von Maria Lassnig wurden in den letzten
Jahren in New York, London, Zürich und Deutschland gezeigt.
Die Figuren sind nicht mehr in den Bildraum eingebettet, die Leinwand
bleibt neben den Figuren weiß, unbehandelt, ausgespart.
Die Linien sind nicht mehr durchgezogen; dennoch wirken sie sehr
leicht, extrem spontan, lebendig und expressiv. Existenzielle
Themen und Motive aus der Erlebnis- und Außenwelt stehen
im Vordergrund.
Katalog
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MARIA
LASSNIG
body. fiction.
nature
Deutsch und Englisch. 164 Seiten mit zahlreichen farbigen
Abbildungen und einer umfassenden Künstlerbiografie.
Mit Beiträgen von Maria Lassnig, Sybille-Karin Moser,
Silke Andrea Schuemmer, Werner Hofmann, Christine Humpl sowie
mit einführenden Worten von Karlheinz Essl.
Edition Sammlung Essl Privatstiftung: Klosterneuburg 2005
VERGRIFFEN!
ISBN 3-902001-21-6
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updated: 11.08.2010
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