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MARIE-JO LAFONTAINE
Les Larmes d'acier (1987)
Tränen aus Stahl
16.02. – 30.09.2001, Ausstellungshalle


Ab 16.02.2001 zeigt die Sammlung Essl die Videoinstallation "Les Larmes d'acier", der belgischen Künstlerin Marie-Jo Lafontaine. In Österreich wird dieses bedeutende Werk, das 1987 seine fulminante Erstpräsentation bei der documenta 8 erlebte zum ersten Mal in der Sammlung Essl gezeigt. Mit dem Ankauf dieser wichtigen Videoskulptur erweitert die Sammlung ihren Bestand an zeitgenössischen Videoarbeiten, zu dem mittlerweile Werke von so wichtigen Künstlern wie Nam Yune Paik, VALIE EXPORT oder Tony Oursler gehören.

Seitdem die Videoinstallation "Les Larmes d'acier" auf der domcumenta 8 gezeigt wurde, gehören die Werke der belgischen Künstlerin Marie-Jo Lafontaine zu den besonders beachteten Werken der Gegenwartskunst. Ihre bezwingende Bildsprache verbindet unterschiedliche Formen des visuellen Ausdrucks - wie Sprache und Schrift, Skulptur, Photographie, monochrome Malerei, sowie Videofilm - die mit höchster Intensität und Eindringlichkeit inszeniert werden.

Marie-Jo Lafontaine

MARIE-JO LAFONTAINE
Les Larmes d'acier (1987)
Videoinstallation
333 x 775 x 270 cm



Die monumentale Videoskulptur "Les Larmes d'acier" besteht aus 27 Monitoren, 6 Laserdisks und 6 Laserdisplayern, die in eine schwarze Holzarchitektur (333 x 775 x 270 cm) eingebaut sind. Synchron laufen auf allen Bildschirmen Bilder von athletischen jungen Männern beim trainieren ihrer Muskeln. Mit ihren Physiognomien und ihrer Statur verkörpern sie den Typus des geklonten Kraftmenschen. Die Kamera gleitet langsam über die Gesichter und dokumentiert in eindringlicher Weise die Bezwingung der physischen Grenzen im Kampf mit dem eigenen Körper.

Die Trainings-Maschinen unterstreichen den Charakter des Martyriums, das der Einzelne auf sich nimmt - Mann und Maschine werden eins. Motivisch setzt Marie-Jo Lafontaine die Thematisierung von Widersprüchen in der westlichen Kultur fort, die sich als Darstellung des Dualismus von Eros und Thanatos, Gewalt und Leidenschaft, Kraft und Schmerz, Schönheit und Schrecken durch ihr gesamtes Werk zieht. Begleitet werden die Bilder durch Bellini's "Casta Diva", gesungen von Maria Callas, wodurch das Kunstwerk eine extreme Aufladung und Eindringlichkeit erfährt.

updated: 20.09.2010