HOLLEGHA
19.02. – 18.04.2004, Großer Saal
Anlässlich des 75. Geburtstages von Wolfgang Hollegha werden
in der Sammlung Essl großformatige Arbeiten des Künstlers
präsentiert. Den Schwerpunkt der Ausstellung bilden Werke
aus den Jahren 1997 – 2002. Einen Überblick über
Holleghas frühere Arbeiten geben Exponate ab dem Jahr 1977.
Die großzügige Architektur des Großen Saals
bildet den idealen Rahmen für die Präsentation der
Großformate.
Agnes und Karlheinz Essl verbindet eine freundschaftliche Beziehung
mit dem Künstler. Aus zahlreichen Besuchen in Holleghas
Atelier und intensiven Gesprächen ist eine große
Wertschätzung seines Werkes entstanden.
WOLFGANG HOLLEGHA
Zottelhaube (1979)
Öl auf Leinwand, 155 x 150 cm
Foto: Franz Schachinger
© Sammlung Essl Privatstiftung |
Der 1929 in Klagenfurt geborene und in der Steiermark
aufgewachsene Wolfgang Hollegha ist einer jener Künstler,
die in den 1950er Jahren der Abstraktion in Österreich zum
Durchbruch verhalfen. Der katholische Priester Monsignore Otto
Mauer ebnete mit seiner 1954 in Wien gegründeten "Galerie
St. Stephan" der Avantgarde in Österreich den Weg. Vier junge
Künstler förderte er besonders: Wolfgang Hollegha, Josef
Mikl, Markus Prachensky und Arnulf Rainer. So hat Hollegha die
Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg entscheidend mitgeprägt.
Für seine "Gestürzte Figur" erhält er 1958 als
29-jähriger den Guggenheim-Preis für Österreich.
Die Förderung durch den einflussreichen amerikanischen Kunstkritiker
Clement Greenberg führte 1959 zur Teilnahme an einer Gruppenausstellung
und ein Jahr später zu einer Einzelausstellung in New York.
Einer Karriere in den USA zog Hollegha aber die Rückkehr
nach Österreich vor. In den Jahren 1972 – 1997 hatte
er eine Professur an der Akademie der bildenden Künste in
Wien inne.
WOLFGANG HOLLEGHA
Weinzeiger (2001)
Öl auf Leinwand, 312 x 325 cm
Foto: Studio Z, Fotostudio Erich Zillner, Graz
© Sammlung Essl Privatstiftung
In der ihm seit seiner Kindheit vertrauten Landschaft der Steiermark
wurde Holleghas Malerei organischer und erdhafter. Die Motive
entstammen vorrangig der Natur. Die Annäherung an die Natur
ist Hollegha ein zentrales Anliegen. Obwohl die Bilder abstrakt
sind, haben sie immer einen realen Hintergrund: Baumstämme,
Wurzeln und Licht- und Schattenwirkungen. Die Abstraktion vollzieht
sich stets auf der Grundlage der Wahrnehmung des Gegenständlichen.
Kennzeichnend für den Prozess seiner Malerei ist sein körperlicher
Einsatz.
"Mit dem Körper zu malen" und "im
Bild zu sein", die Beteiligung an dem, was er sieht und
empfindet, es durch die Bewegung von Hand und Körper auf
die auf dem Boden liegende Leinwand zu übertragen, ist
Holleghas Bedürfnis und Anliegen. Die Farbflecken, aus
denen sich die Kompositionen zusammensetzen, entstehen durch
das Schütten von dünnflüssiger Farbe, deren Fluss
er präzise steuert. In den letzten Jahren entstanden zunehmend
hellere Werke. Als Maler sowie als Zeichner bevorzugt Wolfgang
Hollgeha das große Format. In seiner Heimat in der Steiermark
hat er in einer abgelegenen Gegend ein altes Bauernhaus als
Wohnsitz ausgebaut und mit riesigen Baumstämmen mitten
im Wald ein 14 Meter hohes Atelier errichtet. Auf Leitern, die
bis unter den Dachstuhl reichen, kann er seine Werke aus großer
Entfernung betrachten.
Katalog
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Anlässlich der Ausstellung
erscheint ein 40 Seiten umfassender Katalog mit großformatigen
Farbabbildungen und einer ausführlichen Biografie des
Künstlers. Er enthält Texte von Susanna Bichler,
Karlheinz Essl und Arnulf Rohsmann.. Edition Sammlung
Essl Privatstiftung: Klosterneuburg 2004 € 11.00
ISBN: 3-902001-14-3 |
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updated: 06.09.2010
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