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BLUT & HONIG – ZUKUNFT IST AM BALKAN



SERBIEN-MONTENEGRO / Kosovo & Vojvodina

Country name: Serbia and Montenegro (= Black Mountain) in national language: Srbija i Crna Gora Form of government: Federal Republic with two participating Republics Capital: Belgrade Language: Serbian is the national language (written in Latin as well as in Cyrillic scripture); in addition, languages of the minorities (officially used only in a limited way) Inhabitants: 10,640.000 Population density: 104.1 inh./km2 Total area: 102,173 km2 Religions: Serbian-Orthodoxs 85%, Roman-Catholics 5%, Muslims 3%, Protestants 1%, other 6% (figures excl. Kosovo) Ethnic groups: Serbs 62.6%, Albanians 16.5%, Montenegrians 5%, Hungarians 3,3%, Muslims 3.2%, Romas 1.4%, Croatians 1.1%, other 3.5%

Landesname: Serbien und Montenegro (Schwarzer Berg) in Landessprache: Srbija i Crna Gora Staatsform: Bundesrepublik mit zwei Teilrepubliken Hauptstadt: Belgrad Sprache: Die Landessprache ist Serbisch (geschrieben sowohl in lateinischer wie in kyrillischer Schrift), daneben die Sprachen der Minderheiten, die offiziell aber nur in beschränktem Umfang Anwendung finden Einwohner: 10.640.000 Bevölkerungsdichte: 104,1 Einw./km2 Fläche: 102.173 km2 Religionen: Serbisch-Orthodoxe 85%, Römisch-Katholische 5%, Muslime 3%, Protestanten 1%, andere 6% (Angaben ohne Kosovo) Ethnische Gruppen: Serben 62,6%, Albaner 16,5%, Montenegriner 5%, Ungarn 3,3%, Muslime 3,2%, Roma 1,4%, Kroaten 1,1%, andere 3,5%


GESCHICHTE

Jugoslawien ("Land der Südslawen") war über Jahrhunderte hinweg ein Grenzland. Entlang der Drina verlief bereits in der Spätantike die Grenze zwischen dem römisch-katholischen und dem orthodoxen Christentum, sowie in der Osmanenzeit auch die Grenze zwischen Christentum und Islam. Ab dem 7. Jh. ließen sich südslawische Serben nieder. Um 1180 entstand das erste unabhängige serbische Königreich. Jahrhundertelang beherrschten dann die Osmanen den Balkan. Erst 1882 entstand wieder ein Königreich Serbien, 1910 das Königreich Montenegro. Die Balkan-Kriege 1912 und 1913 und das Attentat auf den österreichischen Thronfolger führten mit zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs, an dessen Ende 1918 die Proklamation des "Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen" (ab 1929 Königreich Jugoslawien) stand.

2. Weltkrieg, Zeit des Kommunismus: Der Einmarsch deutscher Truppen (1941) im Zweiten Weltkrieg verschärfte die Konflikte. Die serbischen "Tschetniks" kollaborierten zeitweilig mit der Wehrmacht, um ihrem Ziel eines großserbischen Staates näher zu kommen. 1943 bildete der kommunistische Partisan Josip Broz, genannt Tito, eine provisorische Regierung mit der Volksfront. Mit einer Bodenreform (1945), der neuen Verfassung (1946), Ausrufung der Republik (1945), Verstaatlichung der Wirtschaft (1947) und Ausschaltung aller innenpolitischen Gegner erhielt Jugoslawien eine kommunistische Gesellschaftsstruktur, wählte aber einen eigenständigen, von der Sowjetunion unabhängigen Weg. Schon nach Titos Tod 1981 begannen Unruhen und besonders in den 90er Jahren wurde klar, dass das Staatengebilde Jugoslawien nicht mehr zu halten war. Alte, in der Tito Ära verdeckte Probleme der ethnischen Gruppen und Machtansprüche führten zu den kriegerischen Konflikten der 90er Jahre. Slobodan Milosevic stürzte den Vorsitzenden Stambolic 1990 und wurde selber zum Vorsitzenden der Sozialistischen Partei Serbiens. Milosevic verfolgte zunächst großserbische Pläne; mit Hilfe der Bundesarmee verhalf er den "Tschetniks" dazu, ein Drittel des kroatischen Territoriums und fast 70% des bosnischen Staatsgebietes zu besetzen. Gegen die im April 1992 proklamierte "Bundesrepublik Jugoslawien" verhängten UNO und Europäische Union Sanktionen. Das im Dezember 1995 unter Vermittlung der Vereinigten Staaten abgeschlossene Abkommen von Dayton sah eine friedliche Lösung der Territorialkonflikte mit Kroatien und Bosnien-Herzegowina vor. Die albanische Mehrheit im Kosovo strebte nach Autonomie. Demonstrationen, vor allem gegen das Verbot der albanischen Sprache an den Schulen, wurden von der serbischen Polizei gewaltsam niedergeschlagen. In Belgrad geriet Milosevics Stellung Ende 1996 erstmals ins Wanken, als Manipulationen bei den Kommunalwahlen einen 88 tägigen Massenprotest hervorriefen; Gründung des Oppositionsbündnisses "Zajedno" (Gemeinsam).

Situation heute: Am 06. Oktober 2000 erhob sich das jugoslawische Volk gegen die Machthaber und stürzte Präsident Milosevic. Die Auslieferung Milosevics an das UN-Kriegsverbrechertribunal am 28. Juni 2001 wurde mit der Ankündigung von finanziellen Hilfen in Milliardenhöhe forciert. Der 2003 ermordete serbische Premier Zoran Djindjic bekundete Anfang Juli 2001 die Absicht, ein Konzept für die Aufnahme in die EU zu präsentieren. Jugoslawien wurde Vollmitglied im Stabilitätspakt für Südosteuropa, Vollmitglied der Vereinten Nationen und vollwertiges Mitglied in der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Oberstes Ziel der Politik von Serbien und Montenegro ist der Abschluss eines Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommens (SAA) mit der EU. Seit 04. Februar 2003 ist die offizielle Staatsform eine Bundesrepublik Serbien und Montenegro mit zwei Teilrepubliken. Im Staatsnamen werden die zwei autonomen Provinzen Kosovo und Vojvodina nicht erwähnt.


WIRTSCHAFT

Die Infrastruktur und die industrielle Basis der Wirtschaft ist nach achtjähriger, sanktionsbedingter Isolation nur mit hohen (ausländischen) Investitionen wiederherzustellen. Wichtiger Wirtschaftszweig ist die Landwirtschaft. Die einst gut ausgebaute Industrie liegt zum großen Teil brach. Die Teilrepublik Montenegro setzt große Hoffnungen auf den Ausbau des Tourismus (Adriaküste). Exportprodukte: Lebensmittel, Maschinen, Elektrogeräte und Ersatzteile, Textilien.


WELTKULTURERBE

Bucht von Kontor, Stadt Stari Ras, Kloster Sopocani und Studencia, Nationalpark Durmitor


LINKS


WEITERFÜHRENDE LITERATUR

  • Wie Jugoslawien verspielt wurde. Victor Meier, Beck (1996)
  • Jugoslawiens Erben. Victor Meier, C.H. Beck (2001)
updated: 06.09.2010