BULGARIEN
Country name: Republic of Bulgaria in national
language: Republika Bulgaria Form of government:
Parliamentary Republic Independency: Since September
22nd, 1908. Capital: Sofia Languages: Bulgarian
(south-Slavonic language spoken in Bulgaria and neighbouring
areas; with Cyrillic alphabet) Inhabitants: 8,280,000
Population density: 74,6 inh./ km2 Total area:
110,912 km2 (coast: 354 km) Religions: Bulgarian-Orthodoxs
85.7%, Muslims 13.1%, other 1.2% Ethnic groups: Bulgarians
85.7%, Turks 9.4%, Gypsies 3.6%, other 1.3%
Landesname: Republik Bulgarien in Landessprache:
Republika Bulgaria Staatsform: Parlamentarische Republik
Unabhängigkeit: seit 22. Sept. 1908 Hauptstadt:
Sofia Landessprache: Bulgarisch (in Bulgarien und Nachbargebieten
gesprochene südslawische Sprache; mit kyrillischem Alphabet)
Einwohner: 8.280.000 Bevölkerungsdichte:
74,6 Einw./ km2 Fläche: 110.912 km2 (Küste:
354 km) Religionen: Bulgarische Orthodoxe 85.7%, Muslime
13.1%, andere 1.2% Ethnische Gruppen: Bulgaren 85.7%,
Türken 9.4%, Zigeuner 3.6%, andere 1.3%
GESCHICHTE
Bulgarenstämme erobern im 7. Jh.n.Chr. unter Asparuch
das Gebiet südlich der Donau, wo seit dem 5. Jh. slawische
und davor thrakische Stämme siedelten, 681 Anerkennung
des Ersten Bulgarischen Reiches durch Byzanz. 1018–1186
Bulgarien unter byzantinischer Herrschaft. 1186–1396 Zweites
Bulgarisches Reich. 1396–1878 Bulgarien unter der Herrschaft
des Osmanischen Reiches. 1877–1878 Ende der Herrschaft
des Osmanischen Reiches im russisch-türkischen Krieg, Frieden
von San Stefano (03. März 1878). 1878 Berliner Konferenz;
Nordbulgarien mit Sofia wurde tributpflichtiges Fürstentum.
Südbulgarien (Süd-Rumelien) blieb osmanische Provinz.
1908 Bulgarien wurde unabhängiges "Zarenreich". Die Anerkennung
durch die Türkei und andere Staaten erfolgte 1909.
1912/13, Erster und zweiter Balkankrieg: Griechenland,
Serbien, Bulgarien und Montenegro schlossen sich zum Balkanbund
zusammen und eroberten im 1. Balkankrieg einen Teil des türkischen
Reiches. Die Verteilung des eroberten Gebietes führte zu
Auseinandersetzungen zwischen den Verbündeten, die im zweiten
Balkankrieg mündeten. 1915–1918 Teilnahme am 1. Weltkrieg
auf Seiten der Mittelmächte. 1919 Im Frieden von Neuilly,
Verlust von Ostthrakien (mit Zugang zur Ägäis) an
Griechenland und von Strumica an Serbien.
2. Weltkrieg, Zeit des Kommunismus: Bulgarien schloss
sich den Achsenmächten an und isolierte sich so von den
anderen Balkanstaaten. Bulgarien beteiligte sich am Krieg gegen
die Achsenmächte gegen Jugoslawien und Griechenland und
erklärte den USA und Großbritannien den Krieg. Im
September 1944 erklärte die UDSSR Bulgarien den Krieg und
besetzte das Land. 1947 wurde eine Verfassung nach sowjetischem
Vorbild in Kraft gesetzt. Durch den Beitritt zum COMECON (1949)
und dem Warschauer Pakt (1955) wurde die Einbindung Bulgariens
in den Ostblock befestigt. 1989 wurden im Rahmen der ersten
Wende in Bulgarien die Einparteienherrschaft und die Planwirtschaft
beseitigt.
Situation heute: Die ersten demokratischen Wahlen
fanden im Jahre 1990 statt. 1991 wurde Bulgarien zu einer parlamentarischen
Republik erklärt. 1997–2001 begann Ministerpräsident
Kostow mit der Umsetzung von Reformen: Die Privatisierung wurde
vorangetrieben, die Gesetze an die Marktwirtschaft angepasst.
Der Regierung gelang trotz der für die Wirtschaft Bulgariens
äußerst nachteiligen Jugoslawienkrise eine eindrucksvolle
Wende mit der Folge einer politischen und volkswirtschaftlichen
Stabilisierung. Bulgarien setzte sich für einen Beitritt
zur EU ein, im Dezember 1999 wurde von der EU die offizielle
Einladung zu Aufnahmegesprächen ausgesprochen. Im Juni
2001 gewann die gerade einmal zwei Monate zuvor gegründete
Nationale Bewegung. Simenon II., der bislang als Politiker keine
Rolle in Bulgarien gespielt hat, kündigte nach den Wahlen
in den wesentlichen Punkten eine Fortsetzung der Politik Kostows
an.
WIRTSCHAFT
Die politischen und die wirtschaftlichen Investitionsrisiken
in Bulgarien waren vorwiegend mit der Kosovo-Krise im benachbarten
Ex-Jugoslawien sowie mit der letzten äußerst schmerzhaften
Phase der Umstrukturierung der bulgarischen Wirtschaft verbunden.
Wichtigste Exportgüter: Zigaretten, Stahlprodukte,
landwirtschaftliche Produkte, Treibstoff, Minerale, Rohmaterialien,
wichtigster Exporteur ätherischer Öle in Europa (Lavendel-
und Rosenöl) Importgüter: Rohöl, Rohmaterialien,
Maschinen und Anlagen, Konsumgüter, Kraftfahrzeuge Industrie:
Maschinenbau und Metallbearbeitung, Nahrungsmittelverarbeitung,
chemische Produkte, Textilien, Baustoffe, eisenhaltige und nichteisenhaltige
Metalle Ressourcen: Bauxit, Kupfer, Blei, Zink, Kohle,
Nutzholz.
WELTKULTURERBE
Kirche von Bojana (Sofia); Felsenrelief des Reiters
von Madara; Thrakergrab von Kazanlak; Felskirchen
von Ivanovo; Biosphärenreservat Srebarna
(von der UNESCO als besonders gefährdet eingestuft); Nationalpark
Pirin; Kloster Rila; Thrakergrab von Sweschtari.
LINKS
WEITERFÜHRENDE LITERATUR
- Bulgarien zwischen West und Ost. Vom 7. bis 20. Jahrhundert
von Wolfgang Geier, Harrassowitz (Dezember 2001)
- Bulgarien. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart von
Hans-Joachim Härtel, Roland Schönfeld (1998)
- Grandhotel Bulgaria. Heimkehr in die Vergangenheit von
Angelika Schrobsdorff, Dtv (Dezember 1997)
- Hundezeiten. Heimkehr in ein fremdes Land von Ilija
Trojanow, Carl Hanser (März 1999)
- Kunstdenkmäler in Bulgarien. Ein Bildhandbuch (1983)
- Tagebücher 1933-1943. Georgi Dimitroff, u.a.
Aufbau-Verlag (Dezember 2000)